Die Top 10 der Schriften

20.09.2018
Softwareprogramme bringen automatisch Fonts mit, aber nicht alle liegen im Trend. Welche Schriften sind noch angesagt? Wir stellen die 10 beliebtesten Schriftenarten vor.

Schriften folgen einem Zeitgeist und sind durchaus auch Geschmackssache. Die Folge: Manche Fonts sind nur kurze Zeit modern und nur kurz in der breiten Masse beliebt. Andere dagegen halten sich seit Jahrzehnten. Wir geben einen Überblick über zehn beliebte Schriftarten.

Frutiger und Frutiger Next

Schriftbeispiele der Frutiger in verschiedenen Größen Quelle: Linotype.com

Seit 1975 gibt es die Frutiger – gestaltet von Adrian Frutiger. Die Kleinbuchstaben sind relativ hoch, die Punzen groß. Als Punze bezeichnet man den Innenraum eines Buchstabens. Die überarbeitete Version der Schrift heißt Frutiger Next. Auch sie geht auf Adrian Frutigers Anregung zurück und wurde von Erik Faulhaber gestaltet. Unter anderem enthält die Frutiger Next eigene Formen verschiedener Kursive. Die Frutiger gilt als ideale Schrift für Beschilderungen. Es gibt sie an vielen Flughäfen, unter anderem in Paris, London und Amsterdam. In Layouts macht sie sich gut für kurze Texte in kleinen Schriftgraden. Seit Windows Vista umfasst das Betriebssystem von Microsoft die Standardschrift Segoe UI, die fast identisch zur Frutiger Next ist.

Helvetica und Neue Helvetica

Mac-Nutzer erhalten mit ihrem Betriebssystem die Helvetica frei Haus. Bereits 1956 gestalteten Max Miedinger und Eduard Hoffmann diese serifenlose Schrift gemeinsam. Eine Antiquaschrift ohne Serifen nennt man auch eine Grotesk. Seit 1960 wird sie unter ihrem heutigen Namen Helvetica vertrieben. Die Neue Helvetica kam 1983 hinzu, die harmonischer wirkt als die ursprüngliche Version. Ähnlich ist beispielsweise die Swiss, die in Corels Graphic Suite enthalten ist. Sie stammt ebenfalls von Max Miedinger. Die Helvetica ist eine der bekanntesten serifenlosen Schriften. Ihre gute Lesbarkeit und ihren klare Formen machen sie so beliebt.

Myriad und Myriad Web

Robert Slimbach und Carol Twombly haben 1992 die Myriad gestaltet. Inspiration für die beiden Schriftgestalter war die Frutiger. Eigens für die Darstellung am Bildschirm wurde die Myriad Web entwickelt, die mit mehreren Adobe-Programmen ausgeliefert wird. Ähnlich wie die Frutiger kann die klassische Myriad in kleinen Schriftarten gesetzt werden, ohne die Lesbarkeit stark zu beeinträchtigen. Gleiches gilt für die Myriad Web im Internet. Im Logo hat sich etwa Rolls-Royce für die Myriad Semibold entschieden.

Georgia

Die Georgia ist in Mac-Programmen verfügbar, beispielsweise in Pages Quelle: Sandra Küchler

Ursprünglich wurde die Georgia 1996 für Microsoft entworfen. Heute ist sie Teil von Microsofts „Core Fonts“ und damit auch beim Betriebssystem Mac OS kostenlos enthalten. Matthew Carter gestaltete die Schrift als moderne Barock-Antiqua mit harmonischen Formen. Ziel war eine optimale Lesbarkeit auf Bildschirmen. Ein Merkmal der Serifenschrift ist die große x-Höhe. Beispielsweise die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ verwendet unter anderem diese Schrift auf ihrer Internetseite.

Avenir und Avenir Next

Die Unterschiede zwischen der Avenir und der Avenir Next Quelle: Sandra Küchler

„Avenir“ bedeutet im Französischen „Zukunft“. Adrian Frutiger hat die gleichnamige Schrift entwickelt, die 1988 veröffentlicht wurde. Die Avenir nimmt im Namen die Schrift Futura auf, was im Lateinischen für Zukunft steht. Allerdings wollte sie Adrian Frutiger weicher und harmonischer machen. 2004 entwickelte der Typograf gemeinsam mit Akira Kobayashi die Avenir Next, die zu jedem Schritt die passenden Kapitälchen liefert. Ebenfalls neu waren die Condensed-Schriftschnitte. Die Avenir ist eine nüchterne Schrift. Sie ist fast unspektakulär, fällt gar nicht auf. Dementsprechend lässt sie den Textinhalten den Vortritt. Dies macht die Avenir zu einer beliebten Schriftart – über sehr unterschiedliche Unternehmen hinweg. Snapchat und Walt Disney sind nur zwei Beispiele von vielen, die die Schrift auf ihren Internetseiten einsetzen.

Minion Pro

Für Adobe hatte Robert Slimbach 1990 die Minion gestaltet, auf die zehn Jahre später die heute gängige Minion Pro folgte. Inspiration waren für ihn die französischen Renaissance-Antiquas. Die Minion eignet sich gut für Fließtexte und wird gerne in Büchern oder Zeitschriften verwendet. Eine Besonderheit der Minion ist die Display-Schriftgröße, die eigens für Überschriften ausgelegt wurde. Im Gegensatz zur Regular-Schriftgröße sind die Buchstaben unterschiedlich proportioniert. Heute sind in der Minion Pro vier optische Größen verfügbar: Caption, Regular, Subhead und Display.

 

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