Die Ordnung der Farben

22.09.2011
Farbsysteme enthalten Sonderfarben, die sich nicht im Vierfarbdruck erzielen lassen. Anhand einer Zahlenordnung erhält jede Farbe eine eindeutige Kennzeichnung

Pantone

Wer "Farbsystem" hört, denkt automatisch an Pantone. Der Marktführer bietet das gleichnamige und 1963 vorgestellte Farbsystem in vielen Varianten an. Ursprünglich kommt Pantone aus der Kosmetik- und Modebranche, hat sich aber längst im grafischen Bereich etabliert. Angeboten werden die Farbtabellen in Fächer- oder Buchform sowie auf unterschiedlichen Bedruckstoffen. Viele namhafte Konzerne verwenden die Pantone-Farben. Der Farbton Pantone 1235C ist beispielsweise das typische "Lufthansa"-Gelb. Die Nummer steht dabei für den Farbton, die Zahl für den Bedruckstoff – hier "C" für "Coated", also gestrichenes Papier. Pantone-Farbfächer kosten ab 49 Euro aufwärts zuzüglich Mehrwertsteuer für das "Starter Kit".

HKS

Drei Druckfarbenhersteller zeichnen sich verantwortlich für das Farbsystem HKS, das von ihnen auch den Namen erhalten hat: Hostmann-Steinberg Druckfarben, Kast + Ehinger Druckfarben und H. Schmincke & Co.. Insgesamt umfasst HKS 3.520 Farbtöne, ebenfalls auf verschiedenen Bedruckstoffen. Die Farbfächer von HKS sind deutlich günstiger als diejenigen von Pantone – sie sind schon ab 18,50 Euro zu haben. Ein weiterer Vorteil: Sie wurden speziell auf die grafische Branche ausgelegt. HKS stellt wie Pantone auch eine Software zur Verfügung, die die Sonderfarben in Adobes Creative Suite nutzbar macht. Es ist im Paket mit Farbfächern für 169 Euro erhältlich.

RAL

Weniger verbreitet in der grafischen Branche als Pantone oder HKS ist das RAL-Farbsystem. Es basiert auf vierstelligen Nummerncodes für die einzelnen Farben und geht bis ins Jahr 1927 zurück. Die Abkürzung steht für "Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen". RAL Classic umfasst beispielsweise 213 Farbtöne, der entsprechende Farbfächer kostet ab 10,25 Euro. Unterschieden werden die Farbfächer mit matter und mit glänzender Oberfläche. Hinzu kommen die Varianten RAL Effect, Design, Plastics und Digital für verschiedene Anwendungen. RAL-Farben werden in vielen Bereichen außerhalb der grafischen Branche verwendet – beispielsweise im Eisenbahnwesen.

HEX und X11

Die "hexadezimale Farbdefinition" steht hinter der Abkürzung "HEX". Sie wird vor allem im Webdesign verwendet. Jede Farbe wird durch drei Hexadezimalzahlen festgelegt, die jeweils für eine Farbe des RGB-Farbraums stehen. Der Wert "0" steht dabei für 0 Prozent Farbsättigung, der Wert FF für 100 Prozent Farbsättigung. Nach diesem Schema erhält die Farbe Schwarz zum Beispiel den Code #000000, während ein helles Gelb durch #FFFF00 verkörpert wird. Die hexadezimale Farbdefinition kennt 16,7 Millionen Farben. Im Gegensatz zu Pantone, HKS und RAL handelt es sich dabei um eine additive Farbmischung, die auf RGB basiert. Die Farben werden außerdem je nach Monitor anders dargestellt. Auch unter X11, wie das X Window System kurz genannt wird, werden die Farben in hexadezimaler Darstellung oder über einen eigenen Farbnamen gekennzeichnet. Dabei handelt es sich um ein System, das die Grundlage für grafische Benutzeroberflächen liefert.

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