Die Frage nach der Haftung

14.11.2013
Designer können haftungsrechtlich zur Verantwortung gezogen werden. Was sie dazu wissen müssen

Das Vertragsrecht ist mitunter kompliziert vor allem, wenn tatsächlich juristische Auseinandersetzungen drohen. Wann haftet ein Designer für seine Arbeit und für mögliche Folgen daraus? Welche Risiken kann er im Vorfeld rechtssicher ausschließen und mit welchen Konsequenzen muss er bei Verstößen rechnen?

Kompletter Haftungsausschluss?

 Quelle: Thorben Wengert/ Pixelio.de


Quelle: Thorben Wengert/
Pixelio.de Selbst wenn ein Designer den Haftungsausschluss in seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen aufnimmt, sind solche Passagen rechtlich kaum haltbar. Ein kompletter Haftungsausschluss kann vor Gericht angefochten werden. Daher ist es sinnvoll, wenn der Designer genauere Angaben macht. Grundlage ist die Leistungsbeschreibung. Hier sollte der Designer nur festlegen, was er auch leisten kann. Bei Aufgaben, die außerhalb des Kompetenzbereichs des Grafikers liegen - beispielsweise die rechtliche Überprüfung von Projekten ist ratsam festzulegen, dass sich der Auftraggeber selbst darum kümmert.

Vorsätzliches und fahrlässiges Handeln

Der Haftungsfall kann eintreten, wenn der Designer vorsätzlich oder fahrlässig Schaden verschuldet. Fahrlässig verschuldet bedeutet, dass der Designer seine Sorgfaltspflicht verletzt hat. Er muss sicherstellen, dass er die Kenntnisse und Fähigkeiten hat, den Auftrag ordnungsgemäß auszuführen. Wichtig: Auch wenn Leistungen vom Designer fremdvergeben werden, haftet er zunächst selbst. Er kann dann erst im zweiten Schritt versuchen, seinen Schaden beim Subunternehmer geltend zu machen. Anders sieht es aus, wenn der Designer nur den Kontakt vermittelt, nicht aber den Vertrag geschlossen hat.

Schadensersatz

 Quelle: GG-Berlin/ Pixelio.de


Quelle: GG-Berlin/
Pixelio.de Wird nachgewiesen, dass ein Haftungsfall vorliegt, muss der Designer Schadensersatz leisten. Das kann ganz unterschiedlich aussehen beispielsweise kann der Designer dazu verurteilt werden, Ersatz zu leisten, entgangene Gewinne zu ersetzen oder für Leistungen zu zahlen, mit denen ein Dritter beauftragt wurde, um den Schaden auszubügeln. Wie hoch der Schadensersatz ausfällt, kann man daher nicht pauschal sagen. Die jeweilige Höhe ist abhängig vom Haftungsfall kann allerdings im schlimmsten Falle auch existenziell für ein Unternehmen sein.

Keine Garantie abgeben

Designer sollten es vermeiden, Garantien für ihre Arbeit festzuschreiben. Damit würden eine bestimmte Beschaffenheit oder ein bestimmter Erfolg festgelegt. Bleibt dieser Erfolg dann aus, träte automatisch der Garantie- und damit der Haftungsfall ein. Aus diesem Grund ist eine rechtliche Beratung vor allem beim erstmaligen Erstellen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen sinnvoll. Das hier investierte Geld für einen Anwalt zahlt sich spätestens beim ersten Streitfall mit einem Kunden wieder aus - oder verhindert diesen im Vorfeld.

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