Diana: unsterblich, aber sofort

03.01.2019
Sicher, Ihr Smartphone macht bessere Bilder. Aber wenn Sie der Star der nächsten Party werden wollen, dann könnte diese Kamera helfen: die Diana.

Das nennt man wohl Karriere. In den 1960ern war die Diana eine chinesische Plastikkamera, die so klapprig war, dass kein ernsthafter Fotograf sie überhaupt in die Hand genommen hätte.

Doch im Zuge der Retro-Welle wurde die Sehnsucht nach den Bildern mit den vielen Fehlern so groß, dass Lomo vor gut zehn Jahren eine Neuauflage konzipierte.

Und nun erhält sie ein Kickstarter-Update zur Sofortbildkamera und schwimmt damit ganz oben auf der Retro-Welle. Sogar als einzige derzeit erhältliche Sofortbildkamera mit Wechselobjektiven. Am Schluss kann man sogar noch ernsthaft mit ihr fotografieren.

Quelle: Kesberger

Eine chinesische Diana

Nach dem Zweiten Weltkrieg war dieser Kameratyp weit verbreitet: manuelle Belichtungseinstellung, manueller Fokus, manueller Filmtransport. Letzterer wurde auf dem roten Fenster hinten abgelesen, der Rest wurde geschätzt. Passt schon. Und die großen Rollfilmnegative sorgten dafür, dass es gar nicht so auffiel, dass die Objektive nicht so scharf waren.

Die billigste Produktionsvariante dieser Gattung – neben der legendären Pouva Start aus dem sächsischen Freital – repräsentierte die chinesische Diana. Im Vergleich zu den Boxkameras davor war das Hightech, doch als die Kleinbildkompaktkameras Ende der 70er billiger und automatisierter wurden, brauchte das kein Mensch mehr.

Und doch haben die Fotos dieser Zeit einen ganz besonderen Look. Schrille Farben durch die großen Negative, Randabdunklungen und Lichteinfall. Alles andere als perfekt – eben so wie das Leben.

Quelle: Kesberger

Das Remake der Diana 2007

Die Fotogeschichte zeigt uns immer wieder, dass wir mit jedem Schritt zur Perfektion auch etwas verlieren. Als die Digitalfotografie die Bilderwelt nach der Jahrtausendwende nur noch glatter machte, war es 2007 Zeit für ein Remake der Diana.

Lomo nahm dazu zwar das Design auf, sorgte aber für Detailverbesserungen, die der Fotografin und dem Fotografen noch mehr Eingriffmöglichkeiten lassen. Nicht nur Blende und Fokus müssen eingestellt werden, sondern das Objektiv lässt sich auch abnehmen.

Wenn man das Objektiv ganz weglässt, wird die Diana zur Lochkamera mit Blende 150 für Langzeitaufnahmen auch am Tage. Wer braucht schon Objektive. Und im Gegensatz zu vielen anderen Lochkameraneuschöpfungen fehlt hier weder das Stativgewinde, noch die Möglichkeit, einen Drahtauslöser zu nutzen.

Quelle: Kesberger

Zubehör für die Diana

Aber es gibt auch Wechselobjektive zur Diana. Ein Fisheye, ein Superweitwinkel, ein Weitwinkel und ein Portraittele. Die sind alle aus Plastik, aber wer mehr Schärfe sucht, kann auch 49 € für ein Glasobjektiv investieren.

Die Vielfalt davor hat ein Pedant im Format dahinter. Schon der Rollfilm kann in den Formaten 52x52, 46x46 und 42x42 mm genutzt werden.

Dazu hat Lomo ein – derzeit leider nicht lieferbares – Kleinbildpanorama-Rückteil aufgelegt, mit dem der Kleinbildfilm mit und und ohne Perforation belichtet werden kann.

Sofortbilder im Square Format

Doch da auf dem Analogsektor auch der moderne Hipster keine Zeit hat, boomt dort nichts so sehr wie die Sofortbildfotografie. Schon früh bot Lomo dazu ein Rückteil für Fuji Instax Mini-Filme, doch da die Diana eher zur Quadratur des Fotokreises neigt, erschien kurz vor Weihnachten 2018 stimmigerweise die Diana Instant für das Instax Square Format.

Das bietet den klassischen Polaroid-Look mit großem weißen Anfassrand unten nur leicht geschrumpft mit einer Bildgröße von 64x64 mm. Was den Vorteil hat, dass die Prints für knapp einen Euro deutlich weniger als heutzutage für Polaroid-Kameras kostet. Schneller und brillanter sind sie auch noch. Man muss halt nur etwas sorgfältiger als bei den Automatikkameras von Fuji belichten.

Belohnt wird man bei der Instant Diana mit einer deutlich verbesserten Gehäusequalität und natürlich jedes Mal mit einem Bild zum Anfassen. Ein echtes Foto! Eins, das Geld gekostet hat. Das man nicht wiederholen kann. Wer mich damit fotografieren will, dem bin ich also was wert. Ein wahres Unikat im Facebookzeitalter. Wer es trotzdem posten will, kann ja sein Handy rausholen zum Abfotografieren.

 

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