Der Preis ist heiß

21.02.2013
Punkt oder Komma? Bei Preisangaben scheint in der Typografie nichts unmöglich, aber auch hier gibt es Regeln.

Blättert man Kataloge oder Werbeprospekte durch, so fällt bei Preisangaben vor allem eins auf: Alles scheint erlaubt. Ob Punkt, Komma, kein Trennzeichen, hochgestellt, Euro-Angabe oder nicht die Beträge kommen sehr uneinheitlich daher. Aus klassisch typografischer Sicht gibt es jedoch nur wenige korrekte Schreibweisen.

Eine Frage der Dezimalstellen

 Quelle: Claudia Hautumm Pixelio.de


Quelle: Claudia Hautumm
(Pixelio.de) Hohe Preise beinhalten meist keine Dezimalstellen und zwar aus psychologischen Gründen: Je mehr Zahlen der Betrachter sieht, als desto teurer empfindet er den Preis. Daher heißt es eher 1.499 Euro anstelle von 1.499,99 Euro, zumal es bei höheren Preisen nicht mehr auf die Centbeträge ankommt. Anders ist das bei niedrigeren Preisen. Hier wirken 9,99 Euro deutlich günstiger als 10 Euro, obwohl nur ein Cent dazwischen liegt. Aus den gleichen Gründen schreibt man hier auch eher 10 Euro als 10,00 Euro.

Mit oder ohne Euro-Symbol?

Oft werden bei Preisen heute keine Euro-Zeichen mehr verwendet. Das stellt Layouter vor neue typografische Herausforderungen: Bei glatten Beträgen setzt man statt der überflüssigen Nullen nach dem Dezimaltrennzeichen gern einen Halbgeviertstrich. Nicht mehr verwendet wird jedoch der Halbgeviertstrich vor dem Dezimaltrennzeichen. Statt -,99 Euro schreibt man heute eher 0,99 Euro.

Punkt oder Komma?

 Quelle: Merker Berlin Wikimedia Commons


Quelle: Merker Berlin
(Wikimedia Commons) Ein wesentliches Argument spricht dafür, weiterhin ein Komma als Dezimaltrennzeichen einzusetzen: Nimmt man den Punkt, können Tausenderwerte nicht mehr sinnvoll untergliedert werden. Dennoch gibt es viele Unternehmen, die aus optischen Gründen den Punkt schöner finden und ihn anstelle des Kommas einsetzen, da er nicht unter die Schriftlinie fällt. Meist wird zusätzlich noch der Centbetrag hochgestellt. Einige Unternehmen verzichten aus diesem Grund sogar darauf, überhaupt noch ein Dezimaltrennzeichen zu verwenden. Typografisch ist das allerdings fragwürdig. Viele Firmen sind auch dazu übergegangen, anstelle des Halbgeviertstrichs hinter einem glatten Preis das kürzere Minuszeichen zu verwenden. Denn es verursacht weniger Weißraum und lässt den Preis so auf dem Papier vermeintlich kleiner erscheinen.

Das sagt die klassische Typografie

Die typografischen Regeln sehen vor, dass als Dezimaltrennzeichen ein Komma verwendet wird. Ab eintausend Euro werden Preisangaben mit einem Punkt zwischen der dritten und vierten Stelle von rechts gegliedert. Werden die Zahlen ausgeschrieben, so schreibt man auch Euro und verwendet nicht das entsprechende Symbol. Beim Gebrauch im deutschen Sprachraum ist die Euro-Angabe am besten mit einem Leerzeichen hinter der Zahl oder hinter dem Komma und Halbgeviertstrich aufgehoben.

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