Der Grafiker als Ausbilder

12.07.2007
Nicht nur mit einem Studium, auch mit einer Berufsausbildung können sich junge Menschen für die Tätigkeit in der grafischen Branche qualifizieren. Doch wie kann der Grafiker zum Ausbilder werden?

Mediengestalter, Produktdesigner, Gestalter für visuelles Marketing - in der Medienbranche gibt es einige Berufe, die nicht im Fachstudium, sondern in der Lehre erlernt werden. Die Ausbildung können selbstständige Grafiker übernehmen, oder sie findet in einer Agentur, einer Druckerei oder im Verlag statt. Wer einen Lehrling einstellt, wird dabei von der Industrie- und Handelskammer unterstützt, und je nach konkreter Situation sogar gefördert.

Berufe in der Medienbranche

Die Medienbranche bietet mehrere Ausbildungsberufe. Dazu zählen Mediengestalter für Digital- und Printmedien, Technischer Produktdesigner, Mediengestalter Bild und Ton, Film- und Videoeditor/in, Fotomedienlaborant, Fachangestellter für Medien und Informationsdienste, Drucker, Fachkraft für Veranstaltungstechnik, Kaufmann für audiovisuelle Medien, Werbekaufmann, Gestalter für visuelles Marketing, Verlagskaufmann und Buchhändler. Grafiker bilden in der Regel Mediengestalter für Digital- und Printmedien oder Technische Produktdesigner aus.

Mediengestalter für Digital- und Printmedien

Insgesamt vier Fachrichtungen gehören zur Ausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien. Das sind: Medienberatung, Mediendesign, Medienoperating und Medientechnik. Die Azubis lernen im Rahmen ihrer Lehre, Gestaltungskonzepte mit den Kunden zu entwickeln sowie Texte, Bilder, Grafiken, Videos und Audiodateien zu gestalten und zu erstellen. Sie werden vor allem bei Werbe- und Multimediaagenturen, Druckereien, Verlagen, Druckvorstufenbetrieben oder  Reprodienstleistern eingesetzt.

Technischer Produktdesigner

Der Ausbildungsberuf Technischer Produktdesigner beinhaltet das Gestalten von Datenmodellen, meist über spezielle CAD-Systeme am Rechner. Außerdem lernen technische Produktdesigner, technische Zeichnungen, Animationen und Präsentationen zu erstellen. Im Rahmen der Ausbildung werden ihnen auch Fachkenntnisse in der Werkstofftechnik und in Fertigungs-, Montage- und Fügeverfahren vermittelt. Die Produkte, die von ihnen gestaltet und beschrieben werden, können zum Beispiel Möbel, Spielzeuge, Küchengeräte, Maschinen, Fahrzeuge oder medizinische Geräte sein. Daher sind Technische Produktdesigner vor allem im Maschinen- und Automobilbau, in der Konsumgüter- oder in der Spielzeugindustrie tätig.

Am eigenen Bedarf orientiert

Selbstständige oder Unternehmen, die darüber nachdenken, einen Azubi einzustellen, können gelassen dieser Herausforderung ins Auge blicken. So ist es beispielsweise nur ein Vorurteil, dass die Ausbildungsordnung stur vorschreibt, was der Lehrling zu lernen hat, selbst wenn das an der betrieblichen Realität vorbeiginge. Das Gegenteil ist der Fall:  Das Unternehmen kann die Ausbildung am eigenen Bedarf ausrichten und der  Azubi schon früh Interessenschwerpunkte bilden.  Anders als beim Studium steigt er sofort in die Praxis ein. Auf diese Weise kann der Lehrling von Anfang an erproben, ob die eigenen Erwartungen an den angestrebten Beruf dem Alltagsgeschäft entsprechen oder nicht. Für die Ausbilder bleibt in den zwei bis drei Jahren, die eine Lehre normalerweise dauert, genug Zeit zu prüfen, inwieweit sich der Azubi für den Beruf und die Firma eignet. Es ist deutlich günstiger, einen Auszubildenden als einen Angestellten einzustellen. Nach Ablauf der Lehre hat der Ausbilder  dann die Möglichkeit, den Lehrling weiter zu beschäftigen, oder aber ein neues Ausbildungsverhältnis zu beginnen. Bei der Auswahl eines geeigneten Azubis ist die  Industrie- und Handelskammern behilflich: Sie bietet in der Regel eine umfangreiche Lehrstellenbörse und einen Bewerbercheck.

Was kostet ein Azubi?

Neben dem Lehrlingslohn, der sich aus dem Bruttolohn und dem Anteilen für Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung zusammensetzt, muss das auszubildende Unternehmen die Kosten für die Berufsausbildung und die Prüfungen übernehmen. Dazu gehört selbstverständlich, dass der Azubi im Betrieb über einen Rechner mit der gängigen Software verfügt . Auch die Zeit, die sich der Ausbilder mit ihm beschäftigt, muss honoriert werden. Hinzu kommt pro Lehrling eine Betreuungsgebühr für die Industrie- und Handelskammer.

Fördermöglichkeiten

Unternehmen, die einen Ausbildungsplatz schaffen, können über mehrere Programme gefördert werden. So wird beispielsweise die Beschäftigung von Jugendlichen gefördert, die auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt sind, weil sie keinen Schulabschluss besitzen. Auch Betriebe, die ein insolventes Unternehmen übernommen haben und dessen Azubis weiter beschäftigen, können einen Zuschuss erhalten.  Lohnend kann es auch sein, wenn mehrere Betriebe jeweils einen Auszubildenden einstellen und diese im Zuge einer Verbundausbildung austauschen. Auch die Industrie- und Handelskammern bieten Förderungen an und geben Auskünfte zu den Bedingungen. Sie sind die erste Anlaufstelle für ausbildungswillige Unternehmen.

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