Der goldene Schnitt

08.10.2009
Der Mensch empfindet manche Proportionen als besonders angenehm und ausgewogen. Das „richtige“ Verhältnis ist der goldene Schnitt, er ist aus Layouts nicht wegzudenken.

Die Formel

 Quelle: Wikimedia


„Die kleinere Strecke verhält sich zur größeren Strecke wie die größere Strecke zum Ganzen“: Hinter dieser Formel verbirgt sich das Prinzip des „goldenen Schnitts“. Die Verhältniszahl, die sich daraus ergibt, ist 1,61803. Einer der ersten Mathematiker, die den goldenen Schnitt beschrieben haben, war Euklid um 300 vor Christus. Die erste genaue Berechnung ist aus dem Jahr 1597 überliefert.


Quelle: Yamavu

Angelehnt an die Natur

Der Mathematiker Leonardo Fibonacci erstellte um das Jahr 1200 eine Zahlenreihe zum Wachstum einer Kaninchenpopulation. Wie Johannes Kepler entdeckte, ähneln diese Fibonacci-Zahlen denen des goldenen Schnitts. Auch Blätter, die menschlichen Proportionen und die Muster auf Tierfellen lehnen sich an das Prinzip des goldenen Schnitts an. Künstler und Architekten wenden das Seitenverhältnis bei Skulpturen, Bildern und Bauten ebenfalls an – es lohnt sich, einen Blick dafür zu entwickeln.

Anwendung im Layout

Der goldene Schnitt lässt sich auch auf die Flächengliederung in Layouts anwenden – beispielsweise bei den Anteilen von Text und Bild. Fonts lehnen sich zum Beispiel mit den Ober- und Unterlängen ebenfalls an den goldenen Schnitt an. Auch das im Folgenden beschriebene goldene Rechteck kann bei Bild- oder Textrahmen verwendet werden.

Die weiteren „goldenen“ Verhältnisse


Als „goldenes Rechteck“ bezeichnet man ein Rechteck, dessen Seitenverhältnisse dem goldenen Schnitt entsprechen. Ein Dreieck, bei dem die Seiten etwa im Verhältnis 1:1,618 stehen, wird „goldenes Dreieck“ genannt. Die Winkelzahl Psi, 137,5 Grad, ist auch als „goldener Winkel“ bekannt. Dazu unterteilt man 360 Grad nach dem Prinzip des goldenen Schnitts. Außerdem kann eine „goldene Spirale“ erstellt werden: Man nimmt ein goldenes Rechteck und teilt es in ein Quadrat und ein kleineres goldenes Rechteck. Diese Teilung führt man so lange fort, bis sich eine Spirale einzeichnen lässt.

Optische und rechnerische Mitte

Ein weiterer Anhaltspunkt für die Gestaltung ist die Mitte. Dabei gilt es zu beachten, dass die rechnerische Mitte nicht der optischen Mitte entspricht: Wird auf einem Blatt Papier die berechnete Mitte eingezeichnet, so nimmt das menschliche Auge diesen Punkt nicht als tatsächliche Mitte wahr, wird er mit Inhalten gefüllt: Die optische Mitte liegt etwas höher, so dass Text und Bild von der Wahrnehmung her nicht nach unten „fallen“

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