Den Autofokus abschalten

06.09.2007
Teil fünf unserer Fotografieserie zur Urlaubszeit: Bilder manuell scharf stellen oder durch eine gezielte Unschärfe kreative Effekte erzielen.

Viele Kameras stellen das Motiv mit Hilfe des Autofokus scharf. Was dem Fotografen Arbeit abnehmen soll, kann sich jedoch auch als Hindernis erweisen: Manchmal ist es besser, das Motiv von Hand scharf zu stellen, denn der Autofokus ist nicht für alle Umgebungsbedingungen geeignet. Dennoch muss nicht jedes Bild scharf gestellt sein: Gezielte Unschärfen lassen sich auch als Gestaltungsmittel nutzen.

So funktioniert der Autofokus

Autofokus-Kameras feiern dieses Jahr ihren 30. Geburtstag. Im Jahr 1977 brachte die Firma Konica die erste Kamera mit automatischer Scharfstellung auf den Markt. Heute gehört der Autofokus auch bei günstigen Geräten zum Standard. Dabei wird zwischen aktivem und passivem Autofokus unterschieden. Der passive Autofokus ermittelt die Schärfe durch einen Phasenvergleich und durch Kontrastmessung. Dabei müssen jedoch eine ausreichende Beleuchtung und ein ausreichender Objektkontrast vorhanden sein. Der aktive, jedoch teurere und aufwändigere Autofokus funktioniert dagegen auch im Dunkeln, da er mit Ultraschallwellen oder/und einer Objektbeleuchtung arbeitet.

Vor- und Nachteile des Autofokus

Der Autofokus nimmt dem Fotografen das Scharfstellens per Hand ab. Ungeübte Anwender laufen so nicht Gefahr, die Bilder ungenügend scharf zu stellen. Auch die Geschwindigkeit spielt eine Rolle: Das manuelle Scharfstellen eines Motivs dauert in der Regel länger als das automatische durch den Autofokus. Dennoch ist nicht gewährleistet, dass der Autofokus immer die bestmögliche Einstellung erzielt. So konzentriert sich der Autofokus beispielsweise meist auf die Bildmitte oder muss durch das Speichern der Schärfeeinstellung ein zweites Mal auf einen zusätzlichen Punkt fokussiert werden. Das ist dann problematisch, wenn ein Objekt am Bildrand im Schärfemittelpunkt stehen soll. Probleme können sich auch beim Fotografieren von regelmäßigen Mustern oder kontrastlosen Flächen ergeben. Hier findet der Autofokus keinen hervorstechenden Kontrastpunkt.

Schalten Sie den Autofokus ab!

Bei den bereits genannten Beispielen kann es daher sinnvoll sein, den Autofokus abzuschalten, um bessere Bilder zu erhalten. Einige Kameras geben Warnhinweise, wenn der Autofokus nicht richtig arbeitet. Auch bei bewegten Motiven, denen der Autofokus nicht schnell genug folgen kann, empfiehlt sich das manuelle Fokussieren. Wie diese Einstellung getroffen werden kann, ist allerdings von Kamera zu Kamera verschieden und in der Bedienungsanleitung hinterlegt. Wer viel fotografiert und das Scharfstellen gezielt übt, wird jedoch schnell Routine erlangen.

Gewollte Unschärfe

Zu einigen Motiven passt eine gewollte Unschärfe als Gestaltungsmittel hervorragend. Auch hierzu muss der Autofokus abgestellt und manuell fokussiert werden. Beispiele sind bewegte Bilder wie ein fahrendes Auto, ein rennender Läufer oder flatternde Schmetterlinge. Auch Rätselhaftes, Verborgenes erhält durch eine leichte Unschärfe eine geheimnisvolle Anmutung, da das Motiv nur angedeutet wird, für den Betrachter also nicht genau zu erkennen ist. Das kann auch bei Porträts den besonderen Reiz ausmachen.

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