Das Spiel mit der Brennweite

16.08.2007
Teil zwei unserer Fotografieserie zur Urlaubszeit: Wie die Einstellung der Brennweite zu gelungenen Fotos beiträgt.

Neben Blende und Belichtungszeit zählt die Brennweite zu den wichtigen Größen beim Fotografieren. Als Brennweite wird die Entfernung bezeichnet, in der Sonnenstrahlen hinter der Linse in einem Punkt gebündelt werden. Sie hat Einfluss auf den Bildausschnitt: Teleobjektive erreichen eine lange Brennweite und einen kleinen Bildwinkel, Weitwinkelobjektive eine kurze Brennweite und einen großen Bildwinkel.

Auswirkungen der Brennweite

Die Brennweite eines Objektivs legt den Abstand zwischen Objektiv- und Aufnahmeebene fest. Das bedeutet: Je größer die Brennweite ist, desto stärker wird das Motiv vergrößert und gleichzeitig der Bildwinkel verengt. Die Brennweite wird in Millimetern angegeben. Bei Digitalkameras ist es üblich, den Referenzwert zur Kleinbildkamera anzugeben. Eine Digitalkamera mit einer Brennweite von 38 bis 114 Millimetern, analog zum Kleinbildformat, hat zum Beispiel eine Brennweite von 5,7 bis 17,1 Millimetern.

Festbrennweite oder Zoom?

Bei Digitalkameras und kleinen Kompaktkameras gibt es Modelle, die über eine feste Brennweite verfügen. Mit ihnen kann die Brennweite nicht verändert, also nicht gezoomt werden. Meist haben diese Geräte eine Brennweite um die 38 Millimeter. Der fehlende optische Zoom, der die Variation der Brennweite ermöglicht, wird bei Digitalkameras häufig durch einen digitalen Zoom ersetzt oder ergänzt. Der Digitalzoom ist jedoch mit Vorsicht zu genießen: Je näher an das Motiv heran gezoomt wird, desto schlechter wird die Bildqualität, da es sich nur um eine Ausschnittvergrößerung handelt.

Teleobjektive

Entferntes nahe heranholen: Diese Aufgabe meistern Teleobjektive beziehungsweise Telebrennweiten. Von Telebrennweiten spricht man ab einem Wert von etwa 135 Millimetern. Werden solche langen Brennweiten eingesetzt, verkleinert sich der Bildwinkel. Das bedeutet, dass weit entfernte Motive und Details ganz nahe herangeholt werden können. Allerdings sollten bei Teleobjektiven Stative und kurze Belichtungszeiten benutzt werden, da sonst das Bild leicht verwackelt. Teleobjektive mit Brennweiten zwischen 80 und 105 Millimeter werden für die Porträtfotografie eingesetzt: Sie erreichen eine verringerte Tiefenschärfe und lösen das Gesicht der Person effektvoll aus dem Hintergrund. Ab einer Brennweite von 300 Millimetern handelt es sich um Superteleobjektive, die in der Tier- und Sportfotografie Verwendung finden.

Weitwinkelobjektive

Weitwinkelobjektive können durch eine kurze Brennweite einen größeren Bereich abbilden; dabei werden Gegenstände und Personen jedoch verkleinert. Gemäßigte Weitwinkelobjektive erreichen Brennweiten zwischen 28 und 38 Millimetern. Superweitwinkelobjektive liegen in Brennwertenbereichen zwischen 14 und 24 Millimetern. Sie werden in der künstlerischen Fotografie eingesetzt, um durch die Verzerrungen spektakuläre Effekte zu erzeugen. Solche Verzerrungen sind auch von den so genannten „Fischaugen-Objektiven“ bekannt. Sie verzeichnen die Motive extrem und verbiegen gerade laufende Linien. Diese Objektive arbeiten mit Brennweiten von etwa 16 Millimetern.

Konverter

Spezielle Konverter-Aufsätze können die Brennweite von fest eingebauten Objektiven verlängern und dadurch Tele- und Weitwinkeleffekte erreichen. Sie werden am Filtergewinde des Objektivs aufgeschraubt oder über einen Adapter angebracht. Konverter, die die Objektbrennweite halbieren (Brennweitenfaktor 0,5) fungieren als Weitwinkelvorsatz. Konverter, die die Objektivbrennweite verdoppeln (Brennweitenfaktor 2), ermöglichen Telebrennweiten.

Wissenswertes über Einstellungen

Fotografen, die die Brennweite ihrer Kamera variieren können, müssen einige Dinge beachten. So ist der Schärfentiefebereich bei kürzeren Objektivbrennweiten und kleinerem Aufnahmeformat größer. Umgekehrt wird er kleiner, je länger die Brennweite und je größer das Format ist. Das Format spielt also auch eine Rolle: Möchte ein Fotograf den gleichen Bildwinkel bei verschiedenen Aufnahmeformaten erzielen – also bei unterschiedlichen Bildformaten das Gleiche aufnehmen – so muss er mit unterschiedlichen Brennweiten arbeiten.

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