Das Prinzip der Reduktion

23.04.2009
Weniger ist oft mehr: Dieses geflügelte Wort lässt sich auch auf die Gestaltung übertragen. Die Kunst des Layouters liegt darin, das Wesentliche in den Vordergrund zu stellen.

Kreative lieben es, sich gestalterisch austoben zu können. Dennoch sollten sie ihr Können in den Dienst der Aussage von Text und Bild stellen. Das bedeutet, dass weniger oft mehr ist. Anders ausgedrückt heißt es, das Prinzip der Reduktion auch im Layout anzuwenden: Gestalter sollten das Wichtigste erfassen und in den Mittelpunkt rücken.

Was bedeutet Reduktion?

Der Begriff „Reduktion“ leitet sich aus dem lateinischen Verb „reducere“ für „zurückführen“ ab. In der Wissenschaft bedeutet „Reduktion“ das Zurückkehren zum Wesentlichen. Die Malerei kennt die Reduktion ebenfalls als Beschränkung auf wenige Elemente und Aussagen. Als Gegensatz zur Reduktion kann die Expansion gelten, das Ausweiten der Kernaussage um weitere Elemente. In der Gestaltung steht der Reduktion auch das ausschweifende Anreichern des Layouts mit Schmuckelementen gegenüber.

D

ie Kernaussage aufnehmen

Layouter sollten sich den Text anschauen, den sie gestalten sollen. Was ist die Kernaussage, welche Informationen sind ergänzend und welche Passagen können stärker in den Hintergrund treten? Die Kernaussage sollte von den Lesern als erstes erfasst werden, daher muss sie auch gestalterisch und typografisch in den Fokus gerückt werden. Es geht also darum, verschiedene Prioritäts-Ebenen zu bilden und sie auch im Layout entsprechend zu gewichten.

Überlegungen zur Reduktion

Ein Layout auf das Wesentliche zu reduzieren kann auf vielfältige Art und Weise funktionieren: durch den Verzicht auf Bilder, Farben oder Schmuckelemente beispielsweise. Auch die Konzentration auf nur eine Schriftart und wenige Schriftgrößen hilft dabei, sich auf Kernaussagen zu beschränken. Die einzelnen Bestandteile des Layouts können außerdem in Blöcken gruppiert werden, um dem Leser einen Anhaltspunkt zu geben, wie er die Informationen optisch gewichten soll.

Die Arbeitsweise

Oftmals ist es schwierig, von vorneherein ein „reduziertes“ oder minimalistisches Design zu entwerfen. Einfacher ist die gegensätzliche Arbeitsweise: Der Gestalter überlegt sich nach der Fertigstellung seines Layouts, welche Elemente er einfacher halten oder sogar ganz weglassen kann. Dabei sollte er sich in die Rolle des späteren Lesers oder Betrachters versetzen: Welches Element sticht am ehesten ins Auge? Trifft diese Botschaft die Kernaussage des Layouts?

„Reduzierte“ Logos

Ein Gestaltungsgebiet, bei dem es vor allem auf die Reduktion ankommt, sind Logos, Icons und Piktogramme. Sie stilisieren die Kernaussage und schaffen so einen schnellen und hohen Wiedererkennungseffekt. Auch Warnhinweise oder Schilder im Straßenverkehr müssen durch Reduktion überzeugen, damit der Betrachter ihre Botschaft rasch aufnehmen kann. Bei Logos kommt hinzu: Sie werden in vielen verschiedenen Zusammenhängen gebraucht und müssen daher auch schwarzweiß wirken.

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