Das Papierhaus

01.11.2018
In Düren hat das Papiermuseum neu eröffnet. Zielgruppe sind Kenner und Neulinge gleichermaßen. Der Werkstoff soll jeden Besucher faszinieren.

80 g/m², DIN A4, 53 Cent pro 100 Blatt. Wie leicht verlieren wir uns in Zahlen, wenn wir über einen unserer wichtigsten Kommunikationsträger reden. Papier. Natürlich gehören Werte wie Grammatur, Format und Preis dazu. Aber Papier ist mehr. Es berührt unsere künstlerische Seite. Wenige können sich der optischen und haptischen Faszination eines hochwertigen Papiers entziehen. Trotz der überall gegenwärtigen und beliebten digitalen Welt.

Website Papiermuseum Düren

400 Quadratmeter mehr

Diese Faszination ist im kürzlich wiedereröffneten Papiermuseum in Düren überall zu spüren. Es wurde nicht einfach nur renoviert. Es lebt auch durch ein neues Konzept und überrascht durch einen Anbau sowie eine neue Fassade, die an ein gefaltetes Blatt erinnert.

Wasserzeichen und Prägungen auf der Außenwand stellen ebenfalls einen Bezug zu Papier dar. Das Museum zeigt nun auf 900 Quadratmetern – 400 mehr als zuvor – Papier in all seinen Facetten als Dauerausstellung. Im Zentrum stehen dessen Herstellung, die benötigten Ressourcen, die Produktion, das Verarbeiten und das Recycling.

Der Besucher soll Papier nicht nur betrachten, sondern auch untersuchen. Die präsentierten Anwendungen reichen von Abrisskarte bis zu Getränkekarton. Waage, Dickemesser und Mikroskop stehen als Instrumente zur Verfügung.

Die Stadt und das Papier

Geschichte des Papiers im Papiermuseum Düren

Papier beeindruckt nicht nur als Substrat. Es hat auch Geschichte gemacht. Besser gesagt: Papier ist Geschichte. An wenigen Orten lässt sich das so begreifen wie in Düren. Die Stadt zwischen Aachen und Köln ist auch als Papierstadt bekannt. Ihre Geschichte, ihre Wirtschaft und ihre Menschen sind eng damit verbunden.

Bereits seit dem 16. Jahrhundert ist die Papierproduktion in Düren belegt. Immer noch sind viele Dürener Unternehmen in dieser Industrie tätig. Sie sichert hier mehr als 10.000 Arbeitsplätze. Die enge Verbundenheit zeigt sich auch beim Neubau des Museums, den die Branche mit mehr als einer Million Euro förderte.

Auch deswegen findet die Historie im Museum ihren Platz: Angefangen bei ihrer Entstehung im China des zweiten Jahrhunderts vor Christus bis zum gemeinsamen Erfolg von Düren und Papier. Filmsequenzen, in denen Personen ihren Bezug zu Papier beschreiben, verdeutlichen diese Verbindung.

Zukunft aus Zellulose

Wichtig ist den Verantwortlichen, dass die Ausstellung nicht in der Vergangenheit endet. Denn Papier hat Zukunft. Neue Produktionsprozesse sollen das nachhaltige Herstellen ermöglichen. Auch ungewöhnliche Einsatzmöglichkeiten und Entwicklungen werden präsentiert, im Zusammenspiel mit moderner Technik: leuchtendes Papier und die sogenannte Weiße Haut der Elbphilharmonie. Sie besteht aus Altpapier und Naturgips und prägt die Akustik des Konzertsaals.

Ein Leitsatz des Museums lautet: Jeder hat eine Beziehung zu Papier. Die Kuratorin der Ausstellung, Caroline Kaiser, beschreibt das Museum dank der Dauerausstellung als einen „einzigartigen Vermittlungsort“. Und jeder kann sich diesem Werkstoff auf andere Art und Weise nähern. Zwei Beispiele sind eine Papierwerkstatt und eine Schöpfbütte.

Wenn Sie das nächste Mal Papier bestellen, anfassen oder bedrucken: Denken Sie kurz an die Vielfältigkeit und die kulturelle Bedeutung der meist weißen Blätter. Und besuchen Sie einmal das Papiermuseum in Düren.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.