Das Jahr in Stift und Fokus

02.02.2012
Die Rückblende: der deutsche Preis für politische Fotografie und Karikatur

Während die Fernsehjahresrückblicke schon lange wieder vorbei sind, nehmen sich die zeichnenden und fotografierenden Berichterstatter mehr Zeit. Deren Alltag ist schließlich hektisch genug. Anfang des neuen Jahres zieht das alte noch einmal an uns vorbei, wenn die Landesvertretung Rheinland-Pfalz und der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger unter tätiger Sponsorenmithilfe zur Preisverleihung bitten. Der höchstprämierte gemeinsamen Wettbewerb für Fotografie und Karikatur in Deutschland reicht bis ins Jahr 1985 zurück.

Die Stunde der Bilder

 Quelle: John MacDougall, Agence France Press


Quelle: John MacDougall,
Agence France Press Manchmal ist es zu schier zum Verzweifeln. Stundenlang wartet man auf dem gefühlt 127. Eurogipfel bis das Schirmchen aufgespannt ist, hat dann im Kaffeerausch das eine großartig gestaltete Wahnsinnsbild geschossen und keiner druckt es, weil beim langweiligen Kollegenfoto Merkozy enger beisammen stehen. Aber einmal im Jahr schlägt die Stunde der Fotografen. Dann geht es bei der Rückblende nur um das Bild. Nicht losgelöst vom Inhalt, denn dieser Wettbewerb hat immer auch den Anspruch das politische Jahr abzubilden, aber doch so, wie die Fotografinnen und Fotografen es gerne hätten. Um sich vom Diktat des Bildredakteurs zu lösen, müssen die Fotos im Gegensatz zu den Karikaturen glücklicherweise nicht veröffentlicht sein.

Die Sterne am Himmel

 Quelle: Steffi Loos, dapd


Bis die Sieger gekürt sind, muss sich die Jury durch rund 1000 Fotos durcharbeiten. Neben Spreu und Weizen findet sich dabei auch viel Subtext über die politische Klasse, gerade wenn man die eingereichten Arbeiten über Jahre verfolgt. Das Arbeitspensum mancher Ministerinnen scheint fast nur aus PR-Terminen zu bestehen, und das Verglühen einst hoffnungsvoller Selbstdarstellungstalente am Copy-und-Paste-Himmel wird nirgendwo deutlicher als in diesem Wettbewerb. Und Helmut Schmidt? Der geht immer.

Die Welt im Kopf

 Quelle: Elias Hauck und Dominik Bauer


Quelle: Elias Hauck und
Dominik Bauer Karikaturisten haben es meistens wärmer bei der Arbeit als ihre Fotografenkollegen. Aber es gibt noch mehr Unterschiede. Bildjournalisten sind darauf angewiesen was in der Welt passiert, während Zeichner sich ihre eigene Welt erschaffen können. Wenn ihnen denn etwas einfällt. Praktischer ist es natürlich, wenn man sich zu zweit die Bälle zuspielen kann. Elias Hauck ist hier für die Zeichnung zuständig, während Dominik Bauer sich für Text und Idee verantwortlich zeigt. Dumm ist nur, dass man sich dann das Preisgeld teilen muss. Aber bei 3.000 Euro für den zweiten Platz lässt sich das vermutlich verschmerzen.

Die Termine im Hause

 Quelle: Klaus Stuttmann


An Preisgeldern herrscht auch bei Klaus Stuttmann kein Mangel. Er steht schließlich nicht zum ersten Mal auf dem Siegertreppchen ganz oben. Das ist einerseits völlig verdient und relativiert sich andererseits ganz schnell, wenn man sich das Thema seiner Karikatur anschaut. Die Dimensionen des merkelchen Rettungsschirms sind andere, und trotzdem sind sie immer noch zu klein. Summen, die einen so schwindelig machen, dass man statt zum Taschenrechner zu greifen, lieber seine Zeit in der Ausstellung der Rückblende verbringen sollte. Bis zum 19. Februar sind die Bilder noch in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin zu sehen. Danach geht die Ausstellung auf Tournee, u.a. ins Haus der Geschichte in Bonn, aber auch zu so illustren Spielstätten wie der "Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd". Die genauen Termine finden Sie

hier. Oder Sie bestellen sich gleich den Katalog.

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