Das gute Recht

03.05.2012
Streitigkeiten um Urheberrechte müssen nicht sein, auch wenn die Rechtslage schwierig ist.

Was passiert mit den Originaldaten, wenn ein Auftrag abgeschlossen ist? Welche Rechte hat der Urheber, welche der Auftraggeber? Antworten auf diese Fragen liefert das Urheberrechtsgesetz. Leider sind jedoch nicht alle Arbeiten, die ein Grafikdesigner ausführt, nach diesem Gesetz schützenswert. Klare Absprachen sind also wichtig.

Was fällt unter das Urheberrechtsgesetz?

Das Urheberrechtsgesetz besagt, dass Werke geschützt sind, "die persönliche und geistige Schöpfungen sind". Das trifft jedoch nicht auf alle Arbeiten zu, die ein Grafikdesigner ausführt. Zu den schützenswerten Werken zählen beispielsweise Reden, Zeichnungen, Pläne, Karten, Skizzen, Tabellen, Computerprogramme, Filmwerke und Werke der bildenden Kunst. Was das im Einzelfall genau bedeutet und wo die Grenze zum schützenswerten Bereich verläuft, ist nicht eindeutig geregelt. In Streitfällen müssen Gerichte entscheiden.

Schwierigkeiten für Grafikdesigner

 Quelle: berlin-pics Pixelio.de


Wer vor Gericht steht, muss nachweisen, dass sein Werk das "Durchschnittsschaffen überragt". Beim Layout von Standard-Drucksachen wie Visitenkarten oder Broschüren fällt das schwer. Selbst bei Firmenlogos wird die Beweisführung knifflig, wenn auch nicht unmöglich. Die Gerichte berufen sich darauf, dass schützenswerte Designs etwas Neues darstellen und über das Durchschnittskönnen eines Grafikers hinausgehen müssen. Im Zweifel sollte man sich daher nicht darauf verlassen, dass Projekte automatisch urheberrechtlich geschützt sind.

Nutzungsrechte einräumen

Bei schützenswerten Designs besteht der Urheberrechtsschutz automatisch. In diesem Fall bleiben die Rechte am Original immer beim Urheber, er kann jedoch Nutzungsrechte vergeben. Auftraggeber sind nicht verpflichtet, bereits erhaltene Originaldaten wieder herauszugeben. Es reicht, wenn sie dem Urheber Zugang zu diesen Daten verschaffen, so dass er sie zum Beispiel vervielfältigen kann. Es empfiehlt sich jedoch, diesen Punkt bereits bei Vertragsabschluss zu regeln. Das Urheberrecht lässt sich in Deutschland nicht übertragen. 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers wird ein Werk automatisch gemeinfrei und kann von jedem genutzt werden.

Wie sehen Nutzungsrechte aus?

 Quelle: Thorben Wengert Pixelio.de


Im Vertrag zwischen dem Grafikdesigner und dem Auftraggeber sollten die Nutzungsrechte eindeutig geregelt werden. Gerichte gehen mittlerweile davon aus, dass Auftraggeber die Originaldaten nicht unbedingt benötigen. Eine Ausnahme sind Werke wie Fotografien oder Illustrationen, die als Vorlage für Vervielfältigungen dienen. Man unterscheidet generell zwischen dem einfachen und dem ausschließlichen Nutzungsrecht. Das einfache Nutzungsrecht erlaubt mehrere Nutzer, während das ausschließliche nur für den exklusiven Gebrauch durch einen Nutzer bestimmt ist. Nutzungsrechte lassen sich beschränken und auch wieder zurückrufen.

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