Das Ende des Apostrophs?

27.07.2017
Die Zeichensetzung hierzulande passt sich immer mehr der englischen an, gerade beim Apostroph. Doch es gelten nach wie vor klare Regeln.

„Elke’s Friseursalon“ liegt genau neben „Max’ Grill“ und direkt gegenüber werden gebrauchte „Handy’s“ verkauft. Da stellt sich die Frage: Darf man das jetzt alles so schreiben? Die deutschen Rechtschreibregeln haben darauf eine klare Antwort – und auch auf andere richtige und falsche Verwendungsmöglichkeiten des Apostrophs.

Geschichte und Gebrauch

Das Ende des Apostrophs? Noch lange nicht, aber die strikte Verwendung wurde etwas gelockert. Die korrekte Form des Apostrophs ist hier zu sehen. Quelle: Sandra Küchler

Der Apostroph hat im 17. Jahrhundert Einzug ins Deutsche gehalten. Er wird auch als Auslassungszeichen, Hochkomma, Hinterstrich, Nachstrich, Oberstrich oder Oberhäklein bezeichnet. Der Apostroph kennzeichnet im Deutschen das Auslassen von einem oder mehreren Buchstaben. Dabei gibt es Fälle, in denen der Apostroph gesetzt werden muss, und solche, in denen er gesetzt werden kann. Des Weiteren markiert er den Genitiv bei Personennamen, jedoch nur in Ausnahmefällen. Der „Nachstrich“ hat die gleiche Form wie ein Komma, wird jedoch nach oben gestellt.

Apostroph und Genitiv

Der Apostroph darf beim Genitiv nur gesetzt werden, wenn die Personennamen auf „ce“, „s“, „ss“, „ß“, „tz“, „x“ oder „z“ enden. Falsch ist also die aus dem Englischen übernommene Verwendung „Elke’s Friseursalon“. Korrekt ist dagegen „Max’ Grill“. „Handy’s“ wiederum hat nichts mit dem Genitiv zu tun, sondern mit der Mehrzahl von „Handy“. Hier darf kein Apostroph verwendet werden. Firmennamen wie „Beck’s“ oder „Kaiser’s Kaffee“ rühren aus einer Zeit im 19. Jahrhundert her, in der die Absetzung des Genitiv-„s“ mittels Apostroph noch erlaubt und üblich war.

Ausnahmen beim Genitiv

In Ausnahmefällen ist das Abtrennen des Genitiv-„s“ per Apostroph zulässig. Quelle: Sandra Küchler

Seit der Rechtschreibreform aus dem Jahr 1996 darf der Apostroph verwendet werden, um die Grundform des Genitivs zu verdeutlichen. Ein Beispiel ist „Andrea’s Friseursalon“, um den Unterschied zur männlichen Form „Andreas“ hervorzuheben oder „Carlo’s Restaurant“, um den Namen „Carlo“ nicht mit „Carlos“ zu verwechseln.

Auslassungen mit oder ohne Apostroph?

Wird im Inneren eines Worts ein Buchstabe ausgelassen, so muss immer ein Apostroph stehen. Beispiel: „Berliner Ku’damm“ für „Berliner Kurfürstendamm“ oder „D’dorf“ für „Düsseldorf“. Wäre ein Wort unleserlich, sofern man keinen Apostroph verwendet, kann er ebenfalls gesetzt werden. Beispiel: „Der Käptn“ versus „der Käpt’n“. Ähnliches gilt, wenn Familiennamen als Adjektiv verwendet werden: „die hofmannsche Firmentradition“ versus „die hoffmann’sche Firmentradition“.

 

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