Daguerreotype – aus alt mach neu

15.03.2018
Als die Fotografie erfunden und präsentiert wurde, brauchte es natürlich auch Objektive. Erstaunlicherweise lässt sich die Wiedergeburt dieser Achromaten auch digital einsetzen.

Das Daguerreotype Achromat Art Lens von Lomo sieht schon extrem old school aus. Eigentlich noch älter, denn auch mit der Schulbildung war das ja 1839 zur Geburtsstunde der Fotografie so eine Sache.

Trotzdem kam das Objektiv, wie wir es heute vor uns haben, mit Hilfe einer Kickstarter Kampagne erst 2016 auf den Markt. Schließlich lebt der zarte Schmelz der Linse und das Spiel mit den Stecklenden gerade davon, dass man die Ergebnisse an einer Digitalkamera auch gleich beurteilen kann.

Die Geschichte

Bei Blende 4 ist der Daguerreotype dann doch arg flauschig. Was das Scharfstellen nicht gerade leichter macht. Quelle: Kesberger

Ohne Charles Chevalier wäre die Geschichte der Fotografie mit Sicherheit anders verlaufen. Denn während die Chemie zum fertigen Foto erst noch erfunden werden musste, waren die Kameras eigentlich schon viel früher fertig.

Schließlich war die Camera Obscura als Zeichenhilfe, bei der man von der Mattscheibe das Motiv abpauste, schon weit verbreitet. Die brauchte auch schon ein Objektiv.

Auf so eins stützte sich Nicéphore Niépce dann für sein erste Foto 1826. Und sein Optiker brachte ihn dann mit einem anderen Erfinder, Louis Daguerre zusammen, der ebenfalls bei ihm Kunde war und genauso versuchte, dass die Natur sich selbst zeichnen konnte. Der Rest ist Geschichte, und 1839 konnte man selbst in Berlin schon die ersten Fotokameras kaufen.

Das Vorbild

Bei Blende 8 kann das Objektiv dann auch scharf. Quelle: Kesberger

Natürlich kamen die ersten Kameras mit Daguerre-Lizenz nicht ohne Objektiv in den Handel. Chevalier in Paris entwickelte dafür einen Achromaten, der bei Offenblende einen ganz eigentümlichen Glanz zeigt.

Man kann auch sagen, die Schärfe ist lausig und Überstrahlungen machen sich deutlich bemerkbar. Abgeblendet steigt die optische Leistung aber erheblich an. Ein Objektiv mit Charakter.

Und genau dieser Charakter macht die Sache auch im Facebook-Zeitalter so spannend, dass Lomo sich von dem Design hat inspirieren lassen. In einer kleinen chinesischen Manufaktur werden die Optiken heute von Hand gefertigt.

Während im 19. Jahrhundert schon bald deutsche und österreichische Optiker, sich daran machten für die entscheidenden Qualitätssprünge zu sorgen.

Die Daten

Altes Design neue Kamera, der Achromat an einer Canon EOS 6D Quelle: Fotopioniere.com

Im Digitalzeitalter sind die Sensoren zwangsläufig etwas kleiner als die Unikate in der Daguerre-Kamera. Entsprechend ist die Brennweite heute auch kürzer.

Das Lomo-Objektiv verfügt über 64 mm Brennweite. Gerade für APS-C-Sensoren mit ihrem Crop-Faktor von 1,5 wird das Objektiv dann zur idealen Portraitbrennweite, aber auch im Vollformat lässt es sich dafür gut einsetzen.

Dann werden die Randunschärfen noch deutlicher. Lieferbar sind Canon, Nikon und Pentax-Anschlüsse. Der Rest wird adaptiert.

Die Blenden

Das Dago-Objektiv verfügt zwar über eine ordentliche Entfernungsskala, aber über keinen Blendenring. Die Waterhouse Blenden werden eingesteckt. Dem Bokeh mit seinem seidigen Unschärfeverlauf im Hintergrund tut die kreisrunde Öffnung zwangsläufig gut.

Schon bei 4 steigt die Leistung leicht an und spätestens bei Blende 8 lacht nicht nur sprichwörtlich die Sonne, es wird auch plötzlich überraschend scharf. Völlig schräg sind dann die Effektblenden, die Spitzlichter im Hintergrund zu Sternen oder anderen Formen werden lassen.

Das guckt sich zwar schnell ab, ist aber auf jeden Fall erst mal ein Hingucker. Die nächste Weihnachtskarte ist gesichert. Passt ja auch zum güldenen Objektiv Design. Doch wem das zu kitschig ist, der kann auch zu der schwarzen oder verchromten Ausführung greifen. Zusammen mit eine Fuji-Kamera im Retro-Look wird das Set dann zum Design-Objekt.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.