Corel geht an Börse zurück

04.05.2006
Neues Kapital soll durch Ausgabe von 8 Millionen Aktien für je bis zu 20 US-Dollar erwirtschaftet werden - zweiter Börsengang des Unternehmens ...

Im Juni 2003 hatte das Investitionsunternehmen Vector Capital mit dem Kauf von 98 Prozent der Aktien die kanadische Softwareschmiede Corel beinahe vollständig übernommen. Mit diesem Aufkauf war das Unternehmen auch nicht mehr im Börsenhandel vertreten. Nachdem nun aber im Jahr 2005 erste operative Gewinne erwirtschaftet werden konnten, will Vector Capital acht Millionen Aktien im Gesamtwert von 144 Millionen US-Dollar wieder an der kanadischen Börse und der US-Technologiebörse NASDAQ platzieren. Ziel ist es, die Kreditlasten zu tilgen und Corel wieder in den Profitbereich zu katapultieren.

Aufkauf 2003

Bis zum Jahr 2003 handelte es sich bei dem Unternehmen Corel, das die bekannten Software-Produkte CorelDraw und WordPerfect Office produziert, um eine an der Börse gehandelte Aktiengesellschaft. Im August 2003 übernahm jedoch die Investitionsfirma Vector Capital 98 Prozent der Aktien, nahm damit das kanadische Softwarehaus quasi vom Börsenparkett und setzte einen neuen Geschäftsführer, Amish Mehta, ein. Dieser besann sich auf die Wurzeln von Corel, verstärkte das Engagement in neue Versionen von WordPerfect Office, CorelDraw, Painter und Designer und übernahm letztendlich auch den Hersteller von Paint Shop Pro, Jasc Software. Er reduzierte die Kosten auf die Hälfte, entließ 580 Mitarbeiter und überarbeitete den Kundenservice. Nicht zuletzt hierdurch gewann das Unternehmen zahlreiche neue Kunden. Seit Mitte 2005 leitet nun der ehemalige IBM-Manager David Dobson Corel und dieser konzentrierte sich zunehmend auf die kleinen bis mittelständischen Betriebe als Zielgruppen für seine Produkte. Zahlreiche Aktionen für dieses Marktsegment belegen dieses Engagement.

Erste Gewinne erwirtschaftet

Die Bemühungen des neuen Geschäftsführers zahlten sich schließlich aus. Nachdem 2003 weitere Mitarbeiter entlassen werden mussten, die Belegschaft wiederum um 18 Prozent reduziert wurde und auch in 2004 sich keine Gewinne einstellten, konnte 2005 erstmals ein operativer Gewinn erwirtschaftet werden. Doch auch diese reichten im letzten Jahr nicht aus, um alle Ausgaben zu decken. Zu hohe Kreditlasten, verbunden mit Abschreibungen, Zinszahlungen und Steuern lasten auf dem Unternehmen. Insgesamt soll es sich um eine Summe von 145 Millionen US-Dollar handeln, die Corel derzeit fehlen.

Zweiter Börsengang beschlossen

Der Hauptbesitzer Vector Capital entschloss sich deshalb zu einem beinahe dramatischen Schritt. Durch den Verkauf bestehender und neuer Aktien soll Kapital in die Firmenkassen gespült und der Schuldenberg abgetragen werden. Corel plant nun eine erneute Rückkehr an die Börse in Toronto und an die US-Technologiebörse Nasdaq. Insgesamt acht Millionen Aktien zum Ausgabepreis von 18 bis 20 US-Dollar sollen dort platziert werden. Drei Millionen Aktienanteile stammen dabei aus den Beständen von Vector Capital, das damit seine Beteiligung an dem Softwareunternehmen auf ca. 66 Prozent reduziert. Die restlichen fünf Millionen Aktien werden neu gedruckt und gehen damit direkt als Kapital in das Unternehmen ein. Insgesamt rechnet man auf diesem Weg mit einem Erlös von bis zu 160 Millionen US-Dollar. Werden die Aktien jedoch nur zum Markteinstiegswert verkauft, sind es nur 100 Millionen US-Dollar. Dennoch stehen die Chancen gut, dass Corel mit dem erneuten Börseneinstieg genug Kapital in die Kassen spülen wird, um das Unternehmen schuldenfrei zu bekommen. Damit wären auch die Wege zu neuen Investitionen offen und somit auch der noch besseren Unterstützung kleinerer und mittelständischer Unternehmen.

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