Blocksatz in InDesign CC - so geht's

07.03.2019
Ein gut gesetzter Flattersatz ist ziemlich aufwändig, weshalb man oft auf einen Blocksatz ausweicht.

Aber auch der Blocksatz kann seine Tücken haben, wenn er zu große und ungleichmäßige Wortzwischenräume erzeugt, die einen an einen Bergbach mit kleinen Wasserfällen erinnern und daher einen sogenannten „Gießbach“ erzeugen.

Mit ein paar kleinen Tipps ist aber auch ein guter Blocksatz von Anfang an schnell gesetzt.

Start mit der richtigen Spaltenbreite

Als besonders lesefreundlich gilt ein Blocksatz mit der Breite von etwa acht bis zwölf Wörtern, was etwa sieben bis elf freie Wortzwischenräume ergibt.

Bei zu kurzen Spaltenbreiten (von zum Beispiel vier Worten) ist ein Flattersatz zu empfehlen, weil auch hier mit den Einstellungen zu große Löcher entstehen.

Alle Tipps und Einstellungsmöglichkeiten helfen nicht, wenn die Spaltenbreite zu gering gewählt ist.

Ein Absatzformat anlegen

Um gleich richtig zu starten, legt man sich am besten ein Absatzformat an. Dafür wählt man sich den gesetzten Text aus, gibt seine entsprechende Schriftart und -größe an und ruft danach das entsprechende Bedienfeld auf.

Dieses ist über den Menüpunkt „Fenster“ über „Formate“ über „Absatzformate“ zu öffnen. Dort finden Sie über das Kontextmenü (das Icon der vier waagerechten Striche) rechts oben im Bedienfeld den Punkt „Neues Absatzformat…“.

Als nächstes tragen Sie im Bereich „Allgemein“ den Formatnamen ein, der oben rechts steht, wie zum Beispiel „Fließtext“ und aktivieren weiter unten den Punkt „Format auf Auswahl anwenden“. Damit Sie live auch alle Änderungen sofort sehen, aktivieren Sie ganz unten links noch die „Vorschau“.

Quelle: Rebekka Ludwig

Die Einstellungen des Fonts anpassen

Alle Schriftarten haben eigene Zeichen- und Wortabstände und benötigen daher andere Einstellungen, so dass ein Absatzformat immer angepasst werden muss, sobald man eine anderen Schrift wählt. In dieser Option können Sie noch einmal den Font und alle Einstellungen dazu ändern.

Wichtig danach ist das „Kerning“, das bei einem Blocksatz bei „Metrisch“ stehen bleiben sollte. Weist eine Schrift kein gutes Kerning auf, d.h. der Schrift-Designer hat hier keine guten Vorgaben für den Abstand zweier benachbarter Buchstaben gemacht (zum Beispiel bei kostenfreien Fonts oder typischen Headline-Fonts), kann man die Option „Optisch“ ausprobieren.

Hier wird der Abstand zwischen den Buchstaben von InDesign auf Grundlage eines Algorithmus angepasst.

Quelle: Rebekka Ludwig

Die richtige Sprache auswählen

Ein kleiner Bereich – aber mit der Wichtigste – liegt in der Option „Erweitere Zeichenformate“. Hier geht es um die zu verwendende Sprache, nach der sich auch die Silbentrennung richtet.

Daher sollte dieser Punkt unbedingt überprüft werden und im deutschsprachigen Raum auf „Deutsch: 2006 Rechtschreibreform“ stehen.

Quelle: Rebekka Ludwig

Den Blocksatz aktivieren

In der nächsten Option bei „Einzüge und Abstände“, geht es um die Ausrichtung des Textes. Wenn nicht schon geschehen, wählt man sich hier den „Blocksatz, letzte linksbündig“ aus.

Bei der Option nur „Blocksatz“ gäbe es vermehrt unschöne weiße Leerbereiche und man könnte bei einem langen Text visuell keine Absätze mehr wahrnehmen, da alles in einem Block gesetzt wäre.

Quelle: Rebekka Ludwig

Option „Silbentrennung“ anpassen

Die ersten richtigen Anpassungen des Blocksatzes kommen mit der Option „Silbentrennung“ ins Spiel. Mehrere Trennstriche am Ende schauen oft unschön aus und können zudem lesehemmend wirken.

Damit man hier also nicht zu viele Trennstriche untereinander stehen hat, können Sie einstellen, wie viele Trennungen in dem Text nacheinander auftreten (Max. Trennstriche) sollen.

Zusätzlich gibt es die Optionen, wie lang ein Wort sein muss, um getrennt zu werden und wie lange die Vor- und die Nachsilbe sein dürfen. Probieren Sie auf jeden Fall einmal den Schieberegler in der Mitte aus – im Englischen als „Hyphenation Slider“ bekannt – um zwischen „Abstände optimieren“ und „Weniger Trennstriche“ zu variieren.

Damit lässt sich das Gesamtbild des Blocksatzes schnell und vor allem deutlich verändern.

Quelle: Rebekka Ludwig

Die Abstände ändern

Ebensolche Änderungen werden Sie mit der nächsten Option „Abstände“ sehen. Standardmäßig liegen hier in InDesign CC die Werte für den Wortabstand optimal bei 100%, für den Mindestabstand bei 80% und den Maximalabstand bei 133%.

Probieren Sie einfach andere Prozentzahlen aus, um live am Text den Blocksatz zu optimieren. Zusätzlich zum Wortabstand können Sie auch den Zeichenabstand eingeben, der sich auf den gesamten Absatz bezieht.

Auch die Glyphenskalierung kann Änderungen bewirken, vorausgesetzt Sie verwenden einige davon in Ihrem Fließtext. Weiter unten im Dialogfenster gibt es noch den „Automatische Zeilenabstand“, der empfohlen bei 120% liegt.

Darunter kann der Punkt „Setzer“ noch interessant sein, der im gesamten Text schöne Abstände bewirkt. Standardmäßig steht er auf „Adobe-Absatzsetzer“. Auch wenn dieser für einen Blocksatz empfehlenswert ist, kann man den „Adobe Ein-Zeilen-Setzer“ ausprobieren, der oft für schöne Umbrüche und Abstände für rechts- und linksbündigen Satz dient, da er Zeile für Zeile separat prüft.

Nach diesen Anpassungen können Sie Ihre Einstellungen mit einem Klick rechts unten auf „OK“ bestätigen. Entspricht der Blocksatz noch nicht ganz Ihren Vorstellungen, dann gehen Sie mit einem Doppelklick auf das Absatzformat. Prüfen Sie dann noch einmal in die einzelnen Optionen und nehmen Sie bei Bedarf weitere Änderungen vor.

Quelle: Rebekka Ludwig

Den Randausgleich anpassen

Am Ende erscheint der Blocksatz schön lesbar, aber doch wirkt das Gesamtbild nicht stimmig. Es könnten zum Beispiel gerade Trennstriche, Satzzeichen oder Glyphen am Rand noch etwas unschön wirken. Auch dagegen kann noch ein weiteres Bedienfeld helfen.

Quelle: Rebekka Ludwig

Dieses Bedienfeld rufen Sie entweder unter dem Menüpunkt „Fenster“ auf oder gehen direkt auf den Menüpunkt „Schrift“ und wählen hier den Punkt „Textabschnitt“.

Das kleine Bedienfeld hat es in sich. Aktiviert man mit einem Klick „Optischer Randausgleich“, so werden die Satzzeichen, Glyphen und Ähnliches aus dem Textrahmen rausgeschoben und das Gesamtbild erscheint optisch besser. Wir wünschen viel Spaß beim Ausprobieren!

Werden Sie ein Teil unserer Welt

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.