Bitte nicht interpolieren!

27.10.2011
Wenn Bilder in zu geringer Auflösung vorliegen, verführt die Möglichkeit der Interpolation dazu, sie „hochzurechnen“. Das ist aber keine gute Idee, vor allem nicht für den Druck.

Unter Interpolation versteht man das Verkleinern oder Vergrößern eines Bildes durch das Weglassen oder Hinzufügen von Pixeln. Vor allem das Einfügen von Pixeln ist jedoch problematisch. Schärfeeindruck und Details gehen dabei verloren und die Bilder eignen sich nicht für den Druck. Besser ist es, gleich mit einer hohen Auflösung zu arbeiten.

Was genau ist Interpolation?

Beim Interpolieren werden Bildinhalte "dazugerechnet". Ausgehend von den Pixeln, die man bei der Aufnahme bereits "festgehalten" hat, werden zwischen zwei Pixeln, vereinfacht gesprochen, weitere eingefügt. Dabei werden Zwischenwerte angenommen, die aus den Pixeln in der Umgebung berechnet werden. Auf den ersten Blick ist das sinnvoll, denn durch die zusätzlichen Pixel erhöht sich auch die Auflösung. Das Verfahren hat jedoch ein riesiges Manko: Da die Bilddaten nicht "echt", also im Moment der Aufnahme entstanden sind, sondern nur "dazugemogelt" werden, leidet die Bildschärfe stark. Gerade für den Druck sind solche Motive nicht geeignet, da sie viel zu unscharf sind. Hier benötigt man eine "echte", hohe Druckauflösung.

Interpolationsmethoden

Betrachtet man die einzelnen Interpolationsmethoden näher, so wird schnell klar, warum das Verfahren problematisch ist. Bei der Pixelwiederholung werden schlicht, wie der Name schon verrät, Pixel wiederholt. Was dabei entsteht, ist der "Klötzchen"-Effekt, eine zum Teil extrem verpixelte Darstellung. Bei der bilinearen Interpolation dienen die vier benachbarten Farbwerte als Referenz für ein Pixel. Die bikubische Interpolation geht noch einen Schritt weiter und bezieht mehrere Nachbarwerte in die Berechnung ein. Obwohl hier die besseren Ergebnisse erzielt werden, gibt es immer noch Unschärfen. Digitaler Zoom Die Interpolation kommt auch bei Digitalkameras zum Zuge - beim digitalen Zoom. Im Gegensatz zum optischen Zoom werden auch hier nur Pixel dazugerechnet. Daher sollte man diese Art des Zooms beim Fotografieren vermeiden. Wollen Sie ein Motiv näher heranholen, als es der optische Zoom zulässt, hilft bei Kameras mit Wechselobjektiven der Griff zu einer längeren Brennweite. Haben Sie ein Kompaktmodell mit fester Optik, müssen Sie schlicht und einfach näher an das Motiv herangehen.

Wie macht man es besser?

Um druckfähige Bilder zu erstellen, sollte die Auflösung bereits bei der Aufnahme oder dem Scan eines Bilds entsprechend hoch sein. Man spricht hierbei von "nativer Auflösung". Die meisten hochwertigen Digitalkameras bieten zahlreiche Qualitätseinstellungen. Da auch bei der Aufnahme im Jpeg-Format Bildinformationen durch die Komprimierung verloren gehen, empfiehlt es sich im Raw-Format zu fotografieren. Dann stehen Ihnen auch bei der späteren Bildbearbeitung mehr Optionen zur Verfügung.

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