Bitte in Bold!

03.02.2011
Fette Schriftschnitte erobern sich in der Typografie neue Räume. Der Einsatz von „Bold“ wirkt aber nur dann, wenn man ihn stilistisch und technisch beherrscht.

Bestechend einfach


Quelle: Linotype Einige der Gründe, warum die fetten Schriftauszeichnungen wieder so beliebt werden, liegt in ihrer Klarheit. Headlines und Zwischenüberschriften lassen sich schnell, unkompliziert und leicht erfassbar hervorheben. Fast alle Fontfamilien bringen entsprechende Schriftschnitte mit – die Anwendung geht also auch rasch vonstatten. Im Gegensatz zu kursiven Auszeichnungen, bei denen man zwischen echten und unechten Kursiven unterscheiden muss, bergen fette Auszeichnungen auch weniger Stolperfallen. Außerdem sind sie auf den ersten Blick eingängiger als die Kursiven und stören den Lesefluss weniger.

Unterschiede zwischen Web und Print


Quelle: Linotype Wer „Bold“ einsetzen möchte, sollte zwischen Web und Print unterscheiden. Bei Drucksachen spielt immer noch der Grauwert eine große Rolle: Nehmen die fetten Buchstaben überhand, erhöht sich der Grauwert und damit verringert sich die Lesbarkeit. Hier sollte man also eher zurückhaltend mit den fetten Auszeichnungen umgehen. Mehr in die Vollen gehen kann man dagegen im Webbereich. Hier scrollt sich der Leser sowieso durch die Texte – Gliederungen, die fett ausgezeichnet sind, helfen dabei ungemein bei der Orientierung. Aber auch wichtige Passagen im Text lassen sich problemlos fetten, um den Überblick auf dem Bildschirm zu verbessern. Gefettete Schlagworte vermitteln beim Überfliegen des Textes die wichtigsten Botschaften.

Bold ist nicht gleich bold

 Quelle: Rainer Sturm Pixelio


Quelle: Rainer Sturm
(Pixelio) unterscheidet verschiedene Variationen der Schriftstärke. Bietet der ausgewählte Font die Möglichkeit, den Grad der „Fettung“ abzustufen, so sollte man davon auch Gebrauch machen. Geläufig sind die Begriffe Halbfett, Fett, Extrafett und Ultrafett, die auch unter den Bezeichnungen Semi Bold, Bold, Extra Bold und Ultra Bold bekannt sind. Immer kommt es auch auf die Gesamtwirkung der Schrift an – manche Fonts wirken in einer halbfetten Auszeichnung mächtiger als andere in fetter Variante. Bei der Auswahl des Schriftschnitts orientiert man sich außerdem an der Brotschrift des Textes – die fette Auszeichnung sollte sich deutlich von ihr abheben, ohne jedoch den Fließtext zu erschlagen.

Fett, Kursiv, Kapitälchen?

Sparsam sollte man nach wie vor mit fetten Schriftschnitten sein, wenn man gleichzeitig noch andere Arten der Textauszeichnung einsetzt. Wichtig, falls fette Typen, Kursive und Kapitälchen sich in ein und demselben Text wiederfinden: Jeder Textauszeichnung sollte durchgängig die gleiche Funktion zukommen, sonst wird zu viel Verwirrung gestiftet. Das heißt beispielsweise, Headlines sollten stets fett markiert werden, Zitate kursiv. Möglich ist auch die Kombination von Kursiv und Bold, solche Schriften heißen dann zum Beispiel „Bold Italic“. Man kann es aber nicht oft genug sagen: Weniger ist bei Textauszeichnungen mehr. Manchmal reicht es, einfach nur auf die gute, alte „Bold“ zu setzen.

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