Bilder skalieren

10.01.2008
Was tun, wenn die Auflösung eines Bildes für den Druck zu schlecht ist? Verschiedene Software-Tools zur Skalierung versprechen Abhilfe. Doch auch sie funktionieren nur begrenzt.

Sie heißen "Blow Up", "Genuine Fractals" oder "Photozoom": Software-Werkzeuge, die Bilder "aufblasen" können, ohne dass ein merklicher Qualitätsverlust entsteht. Das ist besonders praktisch, wenn Bilder in einer ungenügenden Auflösung für den Druck vorliegen. Wunder können diese Werkzeuge jedoch auch nicht vollbringen. Das Ergebnis hängt stark von der Qualität und der Größe der Vorlage ab.

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Wie funktioniert die Software?

Jedem dieser Skalierungs-Programme liegt ein Algorithmus zugrunde, der für die Interpolation des Bildes eingesetzt wird. Durch die Interpolation, das ist die Bestimmung von Zwischenwerten, werden nicht vorhandene Bildinformationen berechnet und hinzugefügt. Man könnte auch sagen, die Annäherungswerte werden ergänzt. Bei einer Skalierung von 100 Prozent müssen aus einem vorhandenen Pixel vier zusätzliche interpoliert werden. Ziel ist, dass die Interpolation möglichst nicht auffällt und im Ergebnis keine Artefakte oder Unschärfen stören. Das Ergebnis fällt je nach Software - beziehungsweise Algorithmus - anders aus. Auch die Qualität der Originaldatei hat großen Einfluss auf das Resultat. Je höher die Auflösung und die Schärfe, desto besser funktioniert das Hochrechnen - desto länger dauert es aber auch. Neben den speziellen Software-Tools kann auch die Interpolations-Methode "Bikubisch glatter" in Adobe Photoshop zum Vergrößern von Bildern eingesetzt werden.

Blow Up von Alien Skin Software

Blow Up von Alien Skin Software ist ein Plug-in für Adobe Photoshop. Gerade Kreative werden es zu schätzen wissen, wenn sie kein separates Programm für die Bildvergrößerung öffnen müssen. Stattdessen können sie über das Photoshop-Menü auf alle Funktionen zugreifen.Eine Vergrößerung funktioniert bis zu durchschnittlich 1.600 Prozent, in Einzelfällen sollen auch 3.600-prozentige Vergrößerungen möglich sein. Blow Up unterstützt Bilder mit 16- und 32-bit Farbtiefe sowie alle gängigen Dateiformate (auch Bitmaps und Vektorgrafiken) unter Mac und Windows. Auch CMYK wird unterstützt. Die Vollversion, die nur auf Englisch verfügbar ist, kostet 199 US-Dollar. Im Internet steht eine Demoversion zum Ausprobieren bereit. Sie bietet für 30 Tage alle Funktionen. Während des Vergrößerns steht dem Anwender eine Vorschau-Funktion zur Verfügung. Auf Wunsch kann das vergrößerte Bild mit den Werkzeugen "Sharpen Amount" (Schärfen) und "Add Grain" (Korn) verbessert werden. Das Programm bietet damit solide und leicht zugängliche Funktionen, dennoch gibt es mit Photozoom noch eine bessere Variante.

Genuine Fractals von On One Software

Auch Genuine Fractals von On One Software funktioniert als Plug-in zu Adobe Photoshop. Die neueste Version 5 unterstützt auch 16-bit-Bilder; jedoch keine mit 32 bit. Der Hersteller unterscheidet zwei Versionen: Die Standard-Variante Genuine Fractals ist mit 159,95 US-Dollar günstiger als Blow Up. Für die Druck- und Kreativbranche empfiehlt sich jedoch Genuine Fractals Print Pro. Nur damit können auch CMYK-Daten verarbeitet werden. Dafür steigt der Preis auf 299,95 US-Dollar. Beide Versionen ermöglichen das "Aufpumpen" der Bilder auf rund 1.000 Prozent. Die Software ist nur auf Englisch verfügbar. Positiv ist der Support auf den Internetseiten: Hier stehen zahlreiche kostenlose Tutorials zur Verfügung. Bei der Demo-Version müssen allerdings Abstriche gemacht werden. Bilder, die während des 30-tägigen Testzeitraums bearbeitet werden, versieht das Programm mit einem Wasserzeichen. Wegen des vergleichsweise sehr hohen Preises ist die Software weniger lukrativ als ihre Konkurrenz.

Photozoom von Benvista

Die aktuelle Version der Software von Benvista heißt  Photozoom Pro 2. Das Programm kann als Stand-Alone-Variante laufen, aber auch als Plug-in für Adobe Photoshop oder Corel Paintshop Pro oder Photo Paint verwendet werden. Praktisch: Der Anwender kann elf verschiedene Interpolationen anwenden und mit Adobe-eigenen Algorithmen vergleichen. Je nach Interpolationsmodus fällt das Ergebnis anders aus. Auf diese Weise kann der Nutzer das für ihn am meisten gelungene Resultat auswählen. Zusätzlich kann das Bild mit Finetuning-Werkzeugen bearbeitet werden. Weitere Vorteile sind die Unterstützung von Bildern mit Farbtiefen bis zu 48 Bit sowie die deutsche Menüführung. Die Testversion läuft ohne zeitliche Beschränkung, hinterlässt aber in jedem Bild ein Wasserzeichen. Die Vollversion kostet 149 Euro. Dank der deutschen Menüführung und der komfortablen Funktionen ist dieses Programm sehr empfehlenswert.

Size Fixer von Fixer Labs

Drei verschiedene Versionen bietet die Software Size Fixer von Fixer Labs. Size Fixer Home kann die vorhandenen Pixel maximal vervierfachen . Bei Size Fixer SLR, das speziell für die Digitalfotografie konzipiert wurde, ist bei einer Dateigröße von 68 Megabyte Schluss, während Size Fixer XL keine Beschränkungen aufweist. Die Versionen kosten 59,95 sowie 89,95 und 134,95 US-Dollar. Eine Testversion ist ebenfalls erhältlich. Das Stand-Alone-Programm benötigt jedoch relativ lange, um die Bilder hochzurechnen. Unterstützt wird eine Farbtiefe von maximal 16 bit. Size Fixer ist nur auf Englisch erhältlich. Das Programm zeigt gegenüber den Konkurrenten keine herausragenden Pluspunkte und ist daher weniger zu empfehlen.

Imagener von Kneson Software

Ähnlich wie Size Fixer wird auch das Programm Imagener in drei Varianten angeboten. Die "Enhanced"-Version ermöglicht es, die Bilder bis zu 300 Prozent zu vergrößern. Unbegrenzte Vergrößerungen sind mit der "Professional"-Variante möglich. Außerdem steht hier eine Schärfungs-Funktion zur Verfügung. Imagener "Enhanced" nutzt dagegen eine andere Methode, um die Bilder zu vergrößern: Hier werden Pixel zunächst in Vektoren umgewandelt, dann hochgerechnet und anschließend wieder in Pixel umgewandelt. Das soll ein besseres Ergebnis liefern - in der Praxis ist kein sichtbarer Unterschied zu bemerken. Das Programm kostet 99,95 US-Dollar, während der Preis für die anderen Versionen 49,95 und 29,95 US-Dollar beträgt. Eine deutsche Variante ist nicht erhältlich. Die Demo-Version funktioniert ebenfalls nur sehr eingeschränkt. Das Werkzeug kommt in erster Linie für Anwender in Frage, denen vor allem ein günstiger Preis wichtig ist. Alle anderen sind mit Photozoom besser

Fazit

Das bekannteste Werkzeug ist Blow Up, gefolgt von Genuine Fractals. Beide überzeugen durch eine gute und einfache Benutzerführung. Bei Size Fixer und Imagener muss der Anwender die teuerste Variante kaufen, um unbeschränkte Vergrößerungen vornehmen zu können - nur das ist sinnvoll. Die einzige Software, die auch auf Deutsch erhältlich ist, ist Photozoom. Das empfehlenswerte Programm mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ermöglicht es darüber hinaus, mehrere Interpolations-Varianten anzuwenden. Auch die unterstützte Farbtiefe ist unter allen getesteten Programmen am größten. Dennoch kann auch diese Software keine Wunder vollbringen. Anwender müssen sich darüber im Klaren sein, dass sich eine Thumbnail-Vorschau mit keiner noch so guten Software auf ein druckfähiges A1-Format aufpumpen lässt.

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