Bewegte Bilder

22.11.2007
Bewegungen können in der Fotografie als Gestaltungsmittel eingesetzt werden: Vom Einfrieren der Bewegung bis hin zum Mitziehen der Kamera kann man vielseitig mit Bewegung umgehen.

Sie können in der Fotografie Segen oder Fluch sein: bewegte Motive. Je nachdem, ob die Bewegung gewünscht ist oder ob sie das Fotografieren erschwert, kann der Fotograf unterschiedlich reagieren. Dabei stehen ihm verschiedene Gestaltungswege offen: Vom Einfrieren der Bewegung bis hin zum Mitziehen der Kamera.

Der Augenblick zählt
Einen besonderen Moment einfrieren: Das ist eine Möglichkeit, um mit Bewegung in Fotografien umzugehen. Sie eignet sich am besten, wenn ein ganz konkreter Augenblick dokumentiert werden soll, der sonst mit bloßem Auge kaum oder nur ganz kurz wahrzunehmen ist: Die Übergabe des Staffelstabs in einem Sprintrennen zum Beispiel, oder der Sprung eines Delfins aus dem Wasser. In diesem Fall soll ein einziger Bruchteil der Bewegung dokumentiert werden. Es ist jedoch schwierig, den richtigen Moment dafür zu erwischen. Wichtig ist es, den Fokus bereits vor der Aufnahme auf den vermuteten Mittelpunkt des Geschehens auszurichten. Dazu muss unbedingt der Autofokus ausgeschaltet und die Schärfe manuell eingestellt werden.

Bewegung ausgleichen
Ein eigentlich bewegtes Objekt in einem möglichst unbewegten Moment aufnehmen: Auch das ist möglich. Dabei steht das zu fotografierende Element im Mittelpunkt, die Bewegung würde eher störend wirken. Als Beispiel dient eine Pflanze, die im Wind hin- und herschwankt: Wenn die Blume ihre jeweils maximale Position nach links oder rechts erreicht hat, wird sie kurz innehalten, bevor sie wieder in die andere Richtung pendelt. Diesen Moment kann man sich beim Fotografieren zu nutze machen. Obwohl sich das Objekt eigentlich ständig bewegt, wird es so in relativ ruhigem Zustand aufgenommen. Dazu muss jeweils der Endpunkt der Bewegung abgewartet werden. Dann kann das Motiv für einen kurzen Augenblick mit den gleichen Einstellungen fotografiert werden, als würde es sich nicht bewegen.

Die Kamera mitziehen
Ein Klassiker bei der Fotografie von bewegten Objekten ist das Mitziehen der Kamera. Die Technik lohnt sich, wenn die Bewegung stark herausgestellt werden soll. Sie erfordert jedoch einige Übung. Die Kamera muss dabei in der gleichen Geschwindigkeit und in der Richtung der Bewegung mitgezogen werden. Je schneller das Objekt sich also bewegt, desto einfacher ist es auch, die Kamera mitzuziehen. Viele Kameras bieten die Möglichkeit, Serienaufnahmen zu fotografieren. Dabei werden innerhalb kurzer Zeit mehrere Fotos hintereinander geschossen. Dadurch wird auch die Wahrscheinlichkeit größer, ein ansprechendes Bild zu erhalten. Durch diese Aufnahmetechnik wird der Hintergrund unscharf, das bewegte Objekt ist jedoch scharf. So entstandene Bilder wirken besonders dynamisch; die Bewegung ist gut zu erkennen. Daher eignet sich dieses Gestaltungsmittel zum Beispiel für Radrennen.

Bewegung im Bild
Auch mit Hilfe einer Langzeitbelichtung kann Bewegung explizit ins Bild gebracht werden. Interessant wirkt ein solches Bild, weil auf ihm viele Bewegungen festgehalten sind, die in Wirklichkeit nicht gleichzeitig, sondern nacheinander statt finden. Ein klassisches Beispiel sind Straßenaufnahmen bei Nacht, bei denen die Lichtspuren der Autos ineinander zu fließen scheinen. Auch Sterne oder andere leuchtende Körper werden gerne auf diese Weise aufgenommen. Einzelne Details sind auf solchen Fotografien jedoch in der Regel nicht mehr zu erkennen. Es geht vielmehr darum, den gesamten Spielraum der Bewegung zu erfassen. Für eine Langzeitbelichtung muss ein Stativ verwendet werden. Die meisten Langzeitbelichtungen umfassen einen Zeitraum von fünf Sekunden bis hin zu mehreren Minuten. Nach oben ist der Belichtungszeit jedoch keine Grenze gesetzt. Der Fotokünstler Michael Wesely hat Belichtungen mit einer Dauer von 26 Monaten durchgeführt. Die meisten Kameras bieten entsprechende Einstellungen. Meist sind sie mit einem "B" für "Bulb" (Blitzbirne) gekennzeichnet.

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