Belichtungszeiten variieren

09.08.2007
Teil eins unserer Fotografieserie zur Urlaubszeit: So erstellen Sie kreative Fotos durch die Variation der Belichtungszeit.

Die Belichtungszeit ist die Zeitspanne, in der ein Film oder Sensor der Aufzeichnung eines Bildes ausgesetzt ist. Sie wird über die Verschlusszeit an der Kamera eingestellt und kann vom Bruchteil einer Sekunde bis zu mehreren Stunden dauern. Dann spricht man von einer Langzeitbelichtung. Kreative Fotografen nutzen verschiedene Belichtungszeiten als Stilmittel, um effektvolle Bilder aufzunehmen.

Blende und Belichtung

Sowohl in der analogen als auch in der digitalen Fotografie sind Blende und Belichtung entscheidende Parameter. Sie bestimmen, wie viel Licht auf den Film beziehungsweise auf den Sensor der Digitalkamera auftrifft. Je nachdem, wie weit die Blende geöffnet ist, fällt mehr oder weniger Licht ein. Kleine Blendenzahlen wie 2,8 stehen für große Blendenöffnungen. Große Blendenzahlen wie 8 stehen dagegen für kleine Öffnungen. Viele Digitalkameras verfügen jedoch über Festblenden, die sich nicht variieren lassen. Hier erfolgt die Belichtungssteuerung ausschließlich über die Belichtungszeit. Sie legt die Zeitspanne fest, in der sich die Blende öffnet. Die Belichtungszeit kann bei einigen Modellen als Verschlusszeit an der Kamera von Hand eingestellt werden.

Automatische Belichtungssteuerung

Die meisten Digitalkameras nehmen dem Fotografen die Regelung der Belichtung jedoch ab und "berauben" ihn eines Gestaltungsmittels. Diese automatischen Kameras messen die Motivhelligkeit meist durch das Objektiv auf dem Sensor. Mehrfeldsysteme lassen dabei mehrere Werte in die Berechnung einfließen. Anschließend steuert das Gerät die Belichtungszeit und die Blendenöffnung, je nach der Lichtempfindlichkeit des Bildempfängers. Dunkle Motive müssen beispielsweise länger und bei einer größeren Blende belichtet werden. Viele Digitalkameras bringen auch spezielle Motivprogramme mit. Bei ihnen ist für eine bestimmte Situation eine feste Kombination aus Blende und Belichtungszeit vorgegeben. Belichtungsautomatiken lassen sich jedoch auch täuschen - beispielsweise wenn ein Objekt im Gegenlicht fotografiert werden soll.

Verschiedene Kombinationsmöglichkeiten

Fotografen, die Einfluss auf die Belichtungssteuerung nehmen möchten, müssen wissen, dass der gleiche Belichtungswert über verschiedene Kombinationen von Blende und Belichtungszeit erreicht werden kann. Daraus ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten, die sich ebenfalls zur Bildgestaltung einsetzen lassen: Die Belichtungszeit wirkt sich auf die Bewegungsschärfe aus, die Blende dagegen auf die Tiefenschärfe. Das bedeutet, dass bei detailreichen Motiven eher eine kleine Blende und eine längere Belichtungszeit gewählt werden sollte. So bleibt die Tiefenschärfe erhalten.

Belichtungsreihen

Eine gute Möglichkeit, um sich mit verschiedenen Einstellungen vertraut zu machen, bietet das Fotografieren einer Belichtungsreihe. Digitalfotografen, die die Belichtungszeit ihrer Kamera manuell verändern können, sollten das auf jeden Fall ausprobieren. Dabei wird ein Motiv mit mehreren manuellen Korrekturen der Belichtungszeit - und nach Wunsch auch der Blende - aufgenommen. Manche Kameras bieten auch eine Belichtungsreihenautomatik, die selbsttätig mehrere Belichtungszeiten anwendet. Schwierig wird es jedoch, wenn in einem Bild starke Helligkeitsunterschiede vorherrschen. Sie lassen sich auch durch eine manuelle Belichtungskorrektur nicht ausmerzen.

Gezielte Über- und Unterbelichtung

Die Variation der Belichtungszeit lässt sich in der Fotografie hervorragend als Stilmittel einsetzen. Die gezielte Über- oder Unterbelichtung gibt manchen Motiven erst den letzten Schliff. So können zum Beispiel helle Blumen auf dunklem Grund durch eine Unterbelichtung besonders gut zur Geltung kommen: Die hellen Blüten werden in den Mittelpunkt gerückt, während der Hintergrund fast verschwimmt, da die Detailzeichnung in den dunklen Tönen nicht mehr erscheint. Bei der Überbelichtung passiert genau das Gegenteil: In den hellen Stellen des Bildes erscheint keine Zeichnung mehr.

Langzeitbelichtungen

Auch Langzeitbelichtungen dienen dazu, spezielle Belichtungseffekte zu erzeugen. Hier beträgt die Belichtungszeit mindestens mehrere Sekunden. Sie kann Stunden dauern - manche Künstler haben sogar mit Belichtungszeiten von mehreren Monaten gearbeitet. Dadurch wird nicht nur ein kurzer Augenblick, sondern ein längerer Prozess abgebildet. Auf diese Weise ergibt sich auch die für Langzeitbelichtungen charakteristische Bewegungsunschärfe: Autos oder Personen verschwimmen durch die lange Belichtung auf den Motiven. Dazu muss aber ein Stativ eingesetzt werden, das die Kamera während der langen Belichtungszeit verwacklungsfrei hält.

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