Behalten gedruckte Informationen die Oberhand?

16.04.2013
Zeitschrift bezweifelt "Sieg" von virtuellen über gedruckte Bücher

Je nachdem wen man fragt, haben digitale Bücher ihre gedruckten Exemplare bereits lange überholt. Die Zeitschrift "Scientific American" stellt das in Frage. Sie verweist darauf, dass man alte Gewohnheiten nicht ablegen kann.

Dies sei der Tatsache geschuldet, dass man unterbewusst einige Gewohnheiten entwickelt habe. Dazu gehört zum Beispiel, dass man sich in einem gedruckten Buch anhand der bereits umgeblätterten Seiten sehr gut orientieren kann. Die Abschätzung, wieviel man schon gelesen hat, und wo man sich gerade in einem Text befindet, sei demnach deutlich wichtiger als bisher angenommen. Diese und andere Gewohnheiten abzulegen, falle den Menschen demnach deutlich schwerer als angenommen.

Den Autoren des Berichts zufolge würde man momentan zwanghaft versuchen, mit eReadern die "Funktionen" und Eigenschaften echter Bücher nachzubilden, um ein möglichst gewohntes Erlebnis zu bieten. Echte Innovationen würden dabei teilweise auf der Strecke bleiben, wobei digitale Bücher heute natürlich auch Vorteile bieten. Ein eReader ist deutlich kompakter und man kann eine Vielzahl an Büchern auf kleinstem Raum dabei haben.

Gerade für vertiefendes Lesen, man beruft sich hier auf Studien, seien digitale Bücher aber nicht geeignet. Probanden in einem Test hätten wiederholt Probleme gehabt, sich innerhalb von Texten zu orientieren, sich Inhalte zu merken und zu verstehen.

Einen Makel haben die zitierten Untersuchungen und damit auch ihre Ergebnisse allerdings. Sie berücksichtigen nicht relativ "neue" Lesegeräte wie das iPad oder Kindle, da sie zum Beispiel aus dem Jahre 2005 stammen. Einige der angesprochenen Nachteile, wie die physikalische Navigation und Orientierung in einem Buch bleiben damit natürlich existent, allerdings haben sich gerade die Bildschirmtechnologien weiterentwickelt, so dass das Lesen heute weitaus angenehmer ausfällt.

Aktuellere Studien kommen auch deshalb zu dem Ergebnis, dass gerade ältere Menschen besser auf Tablets und Co. lesen können. Flexibel anpassbare Schriftgrößen sind hier zum Beispiel ein großer Pluspunkt.

Dieser Artikel, aber auch entsprechende Studien, machen es spannend, abzuwarten, wie sich Menschen, ihre Gewohnheiten, aber auch Technologien weiter entwickeln.

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