Aussparen und Überdrucken

19.10.2017
In der Druckvorstufe sind „Aussparen“ und „Überdrucken“ gängige Prozesse. Was steckt hinter diesen beiden Begriffen?

Zwei wichtige Fachbegriffe in der Druckvorstufe sind „Aussparen“ und „Überdrucken“. Die Prozesse, die sich dahinter verbergen, sind vor allem im Offsetdruck wichtig. Wir erklären, was genau die Begriffe bedeuten, wann man in Dokumenten „aussparen“ oder „überdrucken“ muss und was Druckprofis sonst noch wissen sollten.

Farben im Offsetdruck

Offsetdruckfarbe ist lasierend. Quelle: Stepan Bormotov / Shutterstock

Im Gegensatz zu anderen Farben sind die Farben im Offsetdruck durchscheinend, auch lasierend genannt. Wenn zwei Farben übereinander gedruckt werden, ergibt sich also im Gegensatz zu deckenden Farben eine „Mischfarbe“. Das ist der Grund, warum in der Druckvorstufe die Arbeitsschritte „Aussparen“ beziehungsweise „Überdrucken“ vorgenommen werden müssen.

Aussparen

Da die Druckfarbe im Offsetdruck durchscheinend ist, muss ein Objekt, das vor einem farbigen Hintergrund steht, aus diesem Hintergrund ausgeschnitten werden. Ansonsten würde sich die Objektfarbe mit der Hintergrundfarbe mischen. Diesen Prozess nennt man „Aussparen“: Man schneidet das obere Element aus dem dahinter liegenden aus. Die meisten Layoutprogramme nehmen diesen Schritt selbstständig vor, wenn das Dokument für den CMYK-Druck konfiguriert ist.

Überdrucken

Genau gegensätzlich funktioniert das Überdrucken. Hier macht man sich das Mischen der Offsetfarben zunutze. Überdruckt man beispielsweise die Prozessfarbe Cyan mit der Prozessfarbe Yellow, so entsteht ein Grünton. Um Abstufungen und verschiedene Farbtöne zu erzielen, verwendet man unterschiedliche Prozentzahlen, beispielsweise 100 Prozent Cyan und 50 Prozent Yellow. So entsteht der Farbdruck mit seinen unterschiedlichen Nuancen.

Über- und Unterfüllen

Eine weitere Besonderheit, die sich aus den lasierenden Eigenschaften der Offsetdruckfarbe ergibt, ist das Über- und Unterfüllen. Um Blitzer zu vermeiden, wenn zwei oder mehr Farben nicht exakt passerhaltig überdruckt werden, wird über- beziehungsweise unterfüllt. Dabei wird die hellere der Farben ein Stück in die dunklere hineingedruckt. Die helle Farbe wird überfüllt, die dunkle Farbe unterfüllt. Es handelt sich dabei beim Über- und Unterfüllen also um einen einzigen Prozess mit zwei verschiedenen Namen, je nachdem, aus welcher Perspektive man ihn betrachtet.

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