Apples erste Intel-Rechner

18.01.2006
Steve Jobs stellte iMac mit Intel Core Duo Prozessor und MacBook Pro mit Intel-Chip vor - schneller und anders ausgestattet ...

Am 10. Januar war es mal wieder soweit: Steve Jobs betrat die Bühne, um die neuesten Apple-Produkte vorzustellen. Gerüchten zufolge sollten wesentlich früher als angekündigt die ersten Intel-basierten Maschinen "neue Möglichkeiten" erkunden. Doch statt eines Mac mini mit Intel-Chip und dem heiß ersehnten Mediacenter kam ein neuer iMac mit Intel Core Duo Prozessor und ein neues Notebook, ebenfalls mit Intel-Prozessor und neuem Namen ausgestattet: MacBook Pro. Zur Freude der Professionals, denn das MacBook Pro ist bis zu viermal so schnell wie das PowerBook G4 und damit sowie weiteren Features ein würdiger Nachfolger.

Die Keynote

Wieder einmal kochte zu Jahresbeginn rund um Apple die Gerüchteküche hoch. Man erwartete viel von der für den 10. Januar angekündigten Keynote auf der MacWorld in San Francisco. Fast schon traditionell glauben Apple-Anhänger immer zu dieser Keynote an die Verwirklichung von Wunder, so auch in diesem Jahr. Die für Juni 2006 angekündigten MacIntel-Rechner sollte es geben, zunächst den Mac mini und ein iBook, später dann die PowerBooks und iMacs. Mit dem Mac mini wäre dann auch das Mediacenter erwartet worden, passt doch der Mac mini so hervorragend in ein Wohnzimmer. Und erste, ziemlich geheime (und schlechte) Fotomontagen glaubten denn auch an ein Cinema-Display für das Wohnzimmer. Doch diesmal zeigte Steve Jobs erst einmal den Heimanwendern die kalte Schulter und stellte Produkte vor, die bei den professionellen Anwendern auf Zustimmung stoßen werden. Mit dem MacBook Pro, dem Nachfolger des PowerBook, gelang es endlich, ein schnelleres Notebook als das PowerBook G4 zu produzieren. Und der neue iMac, wie auch das MacBook Pro auf Intel Core Prozessor basierend, zeigte eine Performance, bei der manch PowerMac selbst mit G5-Prozessor erblassen könnte.

Neuer iMac mit Intel Core Duo Prozessor

Das verdeutlichte Steve Jobs auf der Keynote mit eindrucksvollen Demonstrationen. Der neue iMac mit neuem Intel Core Duo Prozessor lief aber nicht nur bei diesen Tests bis zu zweimal so schnell wie sein Vorgängermodell, auch offizielle und später durch diverse Nutzer getätigte Tests zeigten die hohe Leistungskraft des neuen iMac, der dennoch im alten Gewand daher kommt. Neben dem Dual-Core Prozessor beinhaltet der iMac aber auch eine iSight-Videokamera für sofortige Videogespräche und Front Row mit Apple Remote Fernbedienung, um digitale Inhalte bequem aus der Distanz steuern zu können. Der neue iMac ist ab 1.349,- EUR inkl. MwSt. erhältlich und wird mit dem ebenfalls neuem iLife ´06 ausgeliefert, das nun auch einen HTML-Editor namens iWeb beinhaltet. Und Steve Jobs erwartet sich, wie auch die Analysten hohe Verkaufszahlen: "Mit Mac OS X und dem neuesten Dual-Core-Prozessor von Intel unter der Haube liefert der neue iMac eine Performance, dass es unsere Kunden aus den Socken hauen wird."

Auch für Professionals: Neuer iMac

Tatsächlich kann der neue iMac auch den professionellen Anwendern ein leistungsfähiges Werkzeug sein. Denn er ist serienmäßig mit einem SuperDrive-Laufwerk zum Brennen von DVDs in hochwertiger Qualität bestückt und verfügt über 512MB 667 MHz DDR2 SDRAM Speicher (auf bis zu 2 GB erweiterbar), bis zu 500 GB Festplattenspeicher und eine ATI Radeon X1600 PCI Express Grafik mit 128 MB GDDR3 Speicher für hohe Grafikleistung und realistisches Spielvergnügen. Und endlich lassen sich auch zwei oder mehrere externe Monitore anschließen, denn im Gegensatz zum Vorgängermodell verfügt der neue iMac über einen Mini-DVI-Anschluss für einen zweiten Monitor (z.B. 23" Apple Cinema HD Display). Außerdem ermöglicht der Mini-DVI-Anschlus mittels Adaptern auch die Ausgabe von Videos (VGA, S-Video, Composite), womit Front Row und Fernbedienung gut zum Einsatz kommen können. Der neue iMac verfügt über 10/100/1000BASE-T Gigabit Ethernet für einen schnellen Netzwerkzugang, integriertes AirPort Extreme WLAN (max. 56 MB/s), integriertes Bluetooth 2.0+EDR, insgesamt fünf USB-Anschlüsse (drei davon USB 2.0) und zwei FireWire 400 Ports. Tiger ist bereits vorinstalliert und natürlich alle anderen Anwendungen ebenfalls - alles für den ersten Intel-basierten Desktop-Computer von Apple optimiert, also nativ laufend. Nur Adobe schaffte in der Kürze der Zeit die Portierung seiner Anwendungen auf den Intel-Mac noch nicht, so dass diese Programme noch unter Rosetta emuliert werden müssen. Ersten Berichten zufolge geschieht dies aber teils schneller, als auf einem alten iMac G5.

MacBook Pro: Nachfolger der PowerBook

Neben dem iMac wurde auch der Nachfolger des PowerBook vorgestellt. Das MacBook Pro, so der neue Name der Notebook-Serie, ist ebenfalls mit dem neuen Intel Core Duo Prozessor ausgestattet und soll laut Apple bis zu viermal so schnell wie das PowerBook G4 sein. Erste Nutzerberichte bestätigen diese Aussagen. Ansonsten sieht das neue MacBook Pro von außen wie ein etwas dünneres PowerBook aus. Doch sein Inneres macht es aus: Das 2,5 kg schwere und 15,4 Zoll (Displayauflösung bis zu 1440x900 Pixel) große MacBook Pro beinhaltet laut Steve Jobs "mit dem Intel Core Duo Prozessor die Performance nicht nur eines, sondern gleich zweier G5 Prozessoren in einem lediglich 2,6 Zentimeter dünnen Design." Tatsächlich ist der integrierte Intel Core Duo Prozessor nicht nur schnell, sondern im Einsatz auch äußerst effizient und stromsparend, weshalb er sich ideal für den Einsatz Notebook eignet. Zudem sind iSight-Videokamera, Apple Remote und FrontRow integriert. Aufsehen erregte auch der neue (zum Patent angemeldete) magnetische Stromanschluss MagSafe, der beim Aufladen mit Strom auch Sicherheit bietet, denn beim Stolpern über das Kabel trennt sich der Anschluss schnellstens. Das neue 1,67 GHz 15-Zoll MacBook Pro ist bereits ab 2.099,- EUR inkl. MwSt. erhältlich. Die 1,83 GHz-Version kostet 2.599,- EUR inkl. MwSt.

Was fehlt

Für Aufregung sorgte das MacBook Pro aber nicht nur wegen seiner Geschwindigkeit und seiner Neuerungen. Apple ließ auch einiges unter den Tisch fallen, was erst einen Tag später publik wurde. So wurde das bislang in den Notebooks eingebaute Modem scheinbar zugunsten anderer Features weggelassen. Daneben fehlen auch FireWire 800 und S-Video-Anschluss. Letzteres sorgte für Kopfschütteln unter den professionellen Anwendern, eignet sich das neue Notebook doch eigentlich hervorragend für die mobile Videobearbeitung. Zudem kann der integrierte Brenner keine Double-Layer-DVDs brennen. Und die bisherigen PCMCIA-Slots wurden durch die neue ExpressCard/34-Technologie, für die es noch kaum Zubehör gibt, ausgetauscht. Vorteil der ExpressCards ist allerdings, dass sie im Vergleich zu PCMCIA-Karten nur halb so groß, viermal schneller, preiswerter sind und wesentlich weniger Leistung verbrauchen. Doch auch das Leistungsthema wird von Apple bislang totgeschwiegen. Über die Laufzeit des Akkus ist nichts zu erfahren, einzig, dass dieser ein Lithium-Polymer-Akkus sein soll und sich die Leistung gegenüber den alten PowerBooks nicht verschlechtere. Kenner aber schätzen, dass die Laufzeit der MacBooks Pro länger sei, als bei den Vorgängermodellen, auch wenn dies von Apple bislang weder bestätigt noch dementiert wurde.

Vorteile und Inhalte

Aber schon allein auf Grund des neuen Displays, das um 67 Prozent heller als das Vorgänger-Display und damit ebenso hell wie ein Apple Cinema Display sein soll, lohnt sich das neue MacBook Pro allemal. Die völlig neue Systemarchitektur ist außerdem mit einem viermal so schnellen 667 MHz Frontside Bus auf hohe Performance ausgelegt. Der 667 MHz DDR2 SDRAM Speicher (auf bis zu 2 GB erweiterbar) ist doppelt so schnell wie ein PowerBook G4. Jedes MacBook Pro wird serienmäßig mit der ATI Mobility Radeon X1600 PCI Express Grafik ausgeliefert, die über 128 MB bzw. 256 MB GDDR3 Grafikspeicher verfügt. Integriertes Bluetooth 2.0+EDR (Enhanced Data Rate), integriertes AirPort Extreme (max. 54 MB/s) WLAN, ein Scrolling TrackPad und den Sudden Motion Sensor von Apple hat das MacBook Pro natürlich ebenso. Und natürlich sind auch hier Tiger, iLife '06 (mit iWeb), Safari, Mail, iCal, iChat AV, Front Row und Photo Booth als native Anwendungen für das erste Intel-basierte Notebook von Apple enthalten. Dank Rosetta können außerdem die älteren PPC-Anwendungen darauf laufen - und das ziemlich schnell. Allerdings wird das neue Notebook erst ab Februar erhältlich sein. Und auch das ist ungewiss, denn Marktbeobachter prognostizieren schon jetzt Lieferengpässe bei Intel, deren neuen Chip nicht nur Apple verbaut. Auch HP, DELL und andere PC-Hersteller warten händeringend auf Belieferung.

Läuft Windows jetzt auf einem Mac?

Was viele aus der Kreativbranche aber am meisten bewegt ist neben den technischen Daten der neuen Rechner aus dem Hause Apple auch, ob denn nun parallel zu Mac OS X eine Windows-Version auf einem Mac laufen kann. Bislang bleibt dies eine theoretische Frage, denn ganz nach dem Werbespruch Apples "imagine the possibilities" - "stell dir diese Möglichkeiten vor" holt der Mac alles aus dem Prozessor raus, was möglich ist. Und das ist auf Grund einer neuen Intel-Schnittstelle zwischen der Rechner-Firmware und dem Betriebssystem eine Technologie namens EFI, die derzeit nur Mac OS X und eine 64 Bit-Version von Windows XP auszunutzen in der Lage sind. Und Windows XP nutzt dabei eben 64 Bit, während der neue und im Mac genutzte Intel-Chip nur 32 Bit nutzt. Windows Vista soll dies können, so dass die Antwort auf die Frage, ob auf einem Mac Windows zum Laufen gebracht werden kann, warten muss, bis Windows Vista das Licht der (offiziellen) Welt erblickt.

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