Apple auf Erfolgskurs

25.07.2005
Der erwartete Osborne-Effekt bleibt aus, stattdessen steigerte Apple Umsatz und Gewinn auf Rekordhöhe - auch mit Mac-Rechnern ...

Als Apple im Juni bekannt gab, im kommenden Jahr auf Intel umzusteigen glaubten viele, dass sich das Unternehmen das eigene Grab damit schaufeln würde. Doch der sogenannte Osborne-Effekt blieb aus. Die Mac-Nutzer scheinen erst Recht Apple-Hardware zu kaufen, denn Apples Verkaufszahlen gingen nicht zurück, sondern erreichten im dritten Geschäftsquartal die höchste Umsatz- und Gewinnsteigerung der Unternehmensgeschichte. Bei den Macintosh-Rechnern verzeichnete Apple sogar einen Absatzanstieg um 35 Prozent.

Apple, Intel und der Osborne-Effekt

Im Juni erst verkündete Apple seinen geplanten Umstieg von bisher eingesetzten PowerPC-Chips zu Intel-Prozessoren. Doch die Ankündigung schürte in der Branche alte Ängste. Obwohl Apple sofort unter Beweis stellte, dass die Portierung der Software kein Problem sei und der Anwender im Idealfall nicht einmal wahrnimmt, dass seine Anwendungen auf einem Intel-Chip laufen, glaubten viele bereits an einen einsetzenden Osborne-Effekt. , der erst im März diesen Jahres verstorbene britische Erfinder des tragbaren Computers, verkündete 1981 ein Nachfolgemodell für seinen legendären , ohne einen Prototypen vorweisen zu können. Die Ankündigung bewirkte jedoch, dass die Verkaufszahlen des aktuellen Modells drastisch einbrachen; die Firma Osborne Computer konnte die Zeit bis zur tatsächlichen Markteinführung des Nachfolgers kaum überbrücken und musste 1983 Konkurs anmelden. Später nannte man ähnliche Firmenentwicklungen nur den "Osborne-Effekt". Auch bei Apple orakelte man diesen nach Vorstellung der zukünftigen Intel-Plattform, denn viele Anwender reagierten laut diversen Umfragen mit Kaufzurückhaltung.

Höchste Gewinne der Unternehmensgeschichte

Als Apple Mitte Juli schließlich die Quartalszahlen für das dritte Geschäftsquartal (endete am 25. Juni) bekannt gab, hätte der Jubel kaum größer ausfallen können. Die mit großer Nervosität von den Analysten erwarteten Zahlen wiesen erneut eine massive Umsatz- und Gewinnsteigerung auf. Damit hatte Apple den höchsten Umsatz und Gewinn in der bisherigen Unternehmensgeschichte erzielt - mit einer Gewinnsteigerung von 425 Prozent im Jahresvergleich. Natürlich spielte dabei der Absatz des iPod eine wichtige Rolle. Doch auch bei Macintosh-Rechnern, bei denen man zumindest für den vorangegangenen Monat die ersten Auswirkungen des Osborne-Effekts erwartete hatte, erreichte Apple einen Absatzanstieg von 35 Prozent auf 1,182 Millionen Stück. Die Desktop-Rechner allein erhielten Verkaufszuwächse von 65 Prozent und eine Umsatzsteigerung von 49 Prozent. Die Notebooks mit den alten G4-Prozessoren kletterten hingegen nur um 8 Prozent bei den Stückzahlen. Doch gerade bei den G5 PowerMacs wurden die Analystenschätzungen deutlich übertroffen. Als Folge kletterte die Apple-Aktie wieder um einige Prozentpunkte nach oben.

Setzt Osborne-Effekt noch ein?

Zwar ging das Unternehmen in seiner Mitteilung zu den Bilanzzahlen nicht auf den Schwenk zu Intel näher ein, teilte aber mit, dass man für das Folgequartal einen Umsatz von 3,5 Milliarden US-Dollar und einen Gewinn von 32 US-Cent pro Aktie erwarte und es weiter aufwärts ginge. Der vielzitierte Osborne-Effekt scheint also tatsächlich auszubleiben. Inzwischen kürten auch 940 Geschäftsführer großer Unternehmen bei BusinessWeek Apple zum innovativsten Unternehmen der Welt und Apple ist einer amerikanischen Markterhebung zufolge inzwischen der viertgrößte PC-Hersteller Amerikas, da der Absatz der Macintosh Computer ja um ein Drittel gestiegen ist. Die Analysten sehen also keine Gefahr mehr für einen einsetzenden Osborne-Effekt und raten weiterhin dazu, in Apple-Aktien zu investieren. Und tatsächlich scheinen die G5-Dual-Prozessoren-Maschinen aus dem Hause Apple noch immer gut abverkauft zu werden. Denn Apple will auch nach der Einführung der Intel-Macs die PowerPC-Maschinen unterstützen. Der Umstieg scheint also vollkommen elegant und ohne Umsatzeinbußen bei Apple vonstatten zu gehen.

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