Analogue now, digital später

16.05.2019
Es ist Mai und die alljährliche Foto-Festivalsaison ist eröffnet. Den Anfang macht das AnalogueNow-Festival in Berlin und anschließend kann die Never-Ending-Fotoreise los gehen.

Wenn die Sonne länger scheint und es endlich wärmer wird, dann beginnt auch die Zeit der Festivals. Ausstellungen gucken, Workshops besuchen, Vorträgen lauschen, Projektionen bestaunen, sich Kameras erklären lassen und über Bilder diskutieren, diskutieren, diskutieren.

Das kann viel Spaß machen, selbst wenn das Fotorad nicht jedes Mal neu erfunden wird. Manchmal erfrischt es schon, sich unter Gleichgesinnten zu bewegen und oft kommen da wirkliche Impulse – es gibt wahrlich schlechtere Ideen zur Freizeitgestaltung. Picken wir uns ein paar Highlights aus dem riesigen Angebot heraus.

Die Terminkollidierten

Die photokina ist kein Festival, sondern eine klassische Messe und findet 2019 noch nicht einmal statt – und hat trotzdem einiges durcheinander gebracht in den Terminkalendern. Erst recht in einem Jahr, in dem Ostern und die daran gekoppelten Feiertage so spät (und in Berlin auch noch die Sommerferien so früh) sind.

Eigentlich sollte die photokina dieses Jahr erstmals wieder im Mai stattfinden. Deswegen ist die terminlich damit sinnvollerweise verbundene PhotoSzene Köln als laut Eigenwerbung ältestes Fotofestival Deutschlands nun seit dem 12. Mai schon wieder vorbei.

Auch wenn die Fotohersteller dann doch keine Lust hatten, nach acht Monaten schon wieder in Köln aufzuschlagen und die Messe abgesagt wurde. Da das Naturfotofestival in Fürstenfeldruck bei München auch einen riesigen Herstellerbereich hat, ist man dort vorsichtshalber und letztlich überflüssigerweise auf den August ausgewichen.

Auch wenn Grafik und Webseite eher an die Gründungszeit des größten Naturfotofestivals Europas erinnern, lässt sich da vor Ort eine Weltreise durchleben. Dann muss man sich nur noch überlegen, ob es ein Workshop zur DGSVO oder Multicopter-Fotografie sein soll.

Quelle: AnalogueNow-Festival

AnalogueNow in Berlin

Die photokina kann dem AnalogueNow-Festival dagegen völlig egal sein. Neue analoge Kameras muss man in Köln eh mit der Lupe suchen. Sinnigerweise ist bei der Veranstaltung in Berlin-Lichtenberg dann auch der Gebrauchtmarkt viel wichtiger.

Aber auch einige Anbieter der analogen Nische nutzen die Gelegenheit zur Präsentation. Das junge als Verein organisierte Team stemmt schon seit fünf Jahren immer wieder ebenso dynamische wie familiäre Veranstaltungen, die ein junges Publikum an eine Spielart der Fotografie heranführen, die für manch einen schon ausgestorben schien. Denkste.

Wer bei Jürgen Heiland einen Laborworkshop bucht, merkt sehr schnell, wieviel HighTech in der Dunkelkammer steckt. Und ansonsten Bilder gucken, Bilder zeigen und den CousCous-Salat gibt es hoffentlich auch wieder. Party sowieso.

Quelle: AnalogueNow-Festival

Horizonte Zingst

Auch wenn es beim Publikum Überschneidungen gibt, sind die Gäste in Zingst an der Ostsee sicherlich im Schnitt im Vergleich im etwas gesetzteren Alter. Doch die Stimmung ist auf dem Darß ähnlich relaxt. Schließlich sind die meisten Besucher hier im Urlaub. Das entspannt.

Und selbst die Aussteller haben zwar ordentlich zu tun, aber so nah beim Strand und vom Veranstalter umsorgt wie nirgendwo sonst, fühlt sich hier selbst die Arbeit wie Urlaub an.

Spätestens, wenn sich dann abends bei der großen Bilderschau vom Tage am Meer alle mit einem Gläschen versammeln und die Sonne so tut, als ob sie einfach nie untergehen will, dann gibt es keinen schöneren Festivalort auf der Welt.

Am nächsten Tag kann man sich dann wieder nüchtern mit den inhaltlichen Anliegen des Umweltfotofestivals beschäftigen, zum Beispiel bei der Ausstellung „Last Paradise“ von Ekaterina Sevrouk in der Leica Galerie Zingst. Lohnt sich.

Quelle: Kesberger

Arles Rencontres

Apropos Urlaub – das scheint ja durchaus ein Erfolgsrezept zu sein. Dass es das traditionsreichste Festival in Arles schon seit 1970 gibt, liegt sicherlich auch an der Schönheit der Stadt in der Provence.

Da kann das Klima im Sommer noch so sumpfig sein, es zieht die Crème de la Crème der internationalen Fotoszene immer wieder nach Südfrankreich. Was Avignon in der Nachbarschaft für das Theater ist, ist Arles für die Fotografie. Wer hat schon sonst ein römisches Theater für seine abendlichen Beamer-Shows zu bieten?

Wäre Vincent van Gogh später hier aufgetaucht, hätte er vermutlich angefangen zu fotografieren. Und selbst wer die Festivalwoche Anfang Juli verpasst, kann die Ausstellungen noch bis zum 22. September 2019 besuchen.

 

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