An den Rand gedrängt?

06.10.2011
Marginalien sind Bemerkungen im Layout, die am Rand stehen. Sie spielen beim Gliedern von Text eine größere Rolle, als man auf den ersten Blick vermuten könnte.

Was sind Marginalien?

Der Begriff "Marginalien" stammt vom lateinischen Wort für "Rand", "margo", ab. "Marginalis" bedeutet "zum Rand gehörend". Damit ist auch schon die wichtigste Eigenschaft von Marginalien erklärt: Sie stehen am Rand eines Textes und gehören nicht zum Satzspiegel. Marginalien können zusätzliche Informationen, Kommentare, Verweise oder Korrekturen enthalten. Marginalien gibt es schon seit langer Zeit – sie sind bereits in antiken und mittelalterlichen Handschriften verbreitet. Heute werden Marginalien vor allem in Lehrbüchern oder Nachschlagewerken eingesetzt. Auch Zusatzinformationen in Geschäftsberichten und ähnlichen Publikationen stehen oft am Rand.

Typografische Finessen

Damit der Bezug einer Marginalie eindeutig ist, muss sie immer auf der gleichen Zeile zu dem Terminus im Fließtext stehen, auf den sie sich bezieht. Marginalien auf der linken Seite eines Buchs oder einer Broschüre werden meist rechtsbündig gesetzt, diejenigen auf der rechten Seite der Publikation dagegen linksbündig. Besonders bei rechtsbündigen Marginalien muss man darauf achten, dass der Flattersatz nicht zu "löchrig" ausfällt. Gegebenenfalls muss man manuell korrigieren. Die Breite von Marginalien umfasst zwischen zwei und sechs Wörtern. Besonders wichtig, wenn Marginalien verwendet werden sollen: Der Rand der Drucksachen muss breit genug angelegt werden!

Marginalien im Internet

Auch im Web kann man Marginalien verwenden. Sie haben hier einen Vorteil gegenüber Fußnoten: Der User muss nicht herunter- und wieder hochscrollen, um die Fußnote zu lesen und zurück zum Text zu gelangen. Es ist allerdings etwas kniffelig, die Marginalien im Text an der richtigen Stelle zu platzieren. Das funktioniert am besten mit CSS. Bedenken muss man dabei jedoch, dass mittlerweile viele Internetnutzer von unterwegs auf das Web zugreifen. Dann müssen sich die Marginalien sowohl im Hoch- als auch im Querformat und auf kleinen Displays von Smartphones oder Tablet-PCs lesen lassen.

Die übergeordnete Bedeutung

"Das ist doch marginal!" oder "Das sind doch Marginalien!" sind inzwischen geflügelte Worte. Ausgehend von der Bedeutung "zum Rand gehörend" bezeichnet man so nebensächliche Dinge und uninteressante Sachverhalte. Grafiker und Designer sollten sich davon jedoch nicht abhalten lassen: Gerade im Layout kann scheinbar Nebensächliches durch Marginalien plötzlich groß herauskommen.

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