Alternativen zu Freehand

13.09.2007
Das Programm Freehand wird eingestellt. Für Nutzer der Software ergibt sich damit die Frage nach Alternativen. Was leisten andere Lösungen, wo liegen die Unterschiede?

Es war ein langes Hin und Her, bis endgültig bekannt wurde, dass Freehand nicht mehr weiterentwickelt wird. Seit die Bombe geplatzt ist, fragen sich Anwender, welche Software sie in Zukunft nutzen sollen. Der Freehand-Anbieter Adobe wirbt natürlich für das hauseigene Programm Illustrator, das Teil des Softwarepakets Creative Suite ist. Doch es gibt auch andere Möglichkeiten.

Adobes Plan

Die Gerüchte, dass Adobe, seit es 2005 Macromedia übernommen hat, kochen seit mehr als einem Jahr. Vor wenigen Monaten wurde bekannt, dass die  Einstellung Tatsache wird. Das überrascht nicht, denn Adobe konzentriert sich auf das eigene Programm Illustrator. Es ist Teil der Creative Suite und damit auch der Strategie des Unternehmens: Die Käufer sollen durch die Softwarepakete dazu animiert werden, mehrere Adobe-Programme zu kaufen und zu nutzen. Wer beispielsweise Photoshop kauft, sich für ein im Vergleich günstigeres Paket mit der Layoutsoftware InDesign entscheidet, könnte so zum Wechsel von QuarkXPress verleitet werden. Dass dieser Plan aufgeht, zeigen die Verkaufszahlen des Herstellers.

Adobe Illustrator

Selbst wenn man sich eigentlich nicht vor den Karren dieser Programmpolitik spannen lassen möchte, ist Adobe Illustrator CS3 also eine mögliche Alternative zu Freehand. Adobe selbst preist Illustrator als Freehand-Ersatz im Internet an. Interessenten haben die Möglichkeit, eine Testversion kostenlos zu nutzen oder ein Upgrade zu kaufen. Das Freehand-Upgrade kostet knapp 300 Euro; die Vollversion schlägt mit 855 Euro zu Buche. Außerdem bietet Adobe einen Migrationsleitfaden und ein Schulungsvideo an. Umsteiger von Freehand werden also durch spezielle Angebote und Informationsunterlagen unterstützt. Auch das Programm an sich hat natürlich seine Vorzüge - ebenso die Zusammenarbeit innerhalb der Creative-Suite-Familie. So ist die Text-Engine beispielsweise die gleiche wie in Photoshop oder InDesign.

Canvas X von ACDSystems

Wer dennoch nicht zu einem Programm aus der Adobe-Serie greifen möchte, hat weitere Alternativen zu Freehand. Eine ist das Programm Canvas X von ACDSystems. Es spielt seine Stärken vor allem bei technischen Zeichnungen und Dokumentationen aus, eignet sich jedoch auch für andere Zwecke. Im Internet ist eine kostenlose Testversion zum Ausprobieren verfügbar. Ein weiteres Argument für die Software ist der günstige Preis: Er beträgt umgerechnet rund 80 Euro und damit ein Zehntel der Kosten für eine Vollversion von Illustrator.

CorelDraw

Auch CorelDraw X3 könnte eine Alternative zu Freehand sein. Hier haben Interessenten ebenfalls die Möglichkeit, eine kostenlose Version auf Zeit auszuprobieren. CorelDraw X3 ist mit einem Preis ab etwa 550 Euro für die Vollversion günstiger als Illustrator CS3. Als Bonbon erhalten Käufer zusätzlich eine kostenlose Festplatte mit 320 Gigabyte Speicherplatz. Das Programmpaket enthält außerdem 1.000 Schriftarten und 100 Gestaltungsvorlagen. Allerdings fehlt der Synergieeffekt, den die Programme der Creative Suite bieten.

Inkscape

Großer Beliebtheit erfreut sich ebenso das Programm Inkscape. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Software nichts kostet. Inkscape ist ein Open-Source-Vektorgrafikeditor, der das standardisierte SVG-Dateiformat verwendet. Unter anderem ermöglicht Inkscape die Arbeit mit verschiedensten Formen, Pfaden, Texten, Markierungen, Klonen, Transparenzeffekten (alpha), Transformationen, Farbverläufen, Mustern und Gruppen. Es können Formate wie PostScript, EPS, JPEG, PNG und TIFF importiert werden. Exportiert werden PNG sowie verschiedene vektorbasierte Formate.

Xara Xtreme

 Auch die Software Xara Xtreme Xara Xtreme, die es in zwei Versionen ab einem Preis von umgerechnet rund 50 Euro gibt, ist eine Überlegung wert. Enthalten ist beispielsweise die Unterstützung für Pantone-Farben und für den PDF/X-Export. Xara Xtreme kostet umgerechnet etwa 200 Euro. Allerdings gibt es das Programm nur auf Englisch.

Fazit

Anwender, die sich wohl oder übel von Freehand verabschieden müssen, sollten von den kostenlosen Downloads der Testversionen Gebrauch machen. Entscheidend sind nicht nur die Funktionen, die die Alternativen bieten, sondern auch das Handling. Jeder Nutzer sollte daher ausprobieren, mit welchem Programm er am besten klar kommt. Illustrator bietet den Vorteil, dass es in das Creative Suite-Paket integriert ist - es ist jedoch auch am teuersten. Wer keine Adobe-Produkte in Gebrauch hat und weiterhin keine einsetzen möchte, findet auch in CorelDraw eine leistungsstarke Alternative. Preislich günstiger wird es mit Canvas X und dem kostenlosen Inkscape. Hier sollten die Nutzer jedoch prüfen, ob ihnen die Funktionen ausreichen. Ähnliches gilt für Xara Xtreme: Die Anwender sollten vor dem Kauf überlegen, ob sie mit der englischen Oberfläche zurecht kommen.

Wer mehr über den Umgang mit Illustrator erfahren möchte, hat dazu im LASERLINE Academy-Seminar "Adobe Illustrator Basistraining für Ein- und Umsteiger" am 20.9.2007 sowie am 19.11.2007 Gelegenheit. Das von der freien Adobe-Systemberaterin Marianne Deiters abgehaltene Training vermittelt grundlegende Funktionen und Werkzeuge, die den Teilnehmern einen leichten Einstieg in dieses komplexe Illustrationsprogramm ermöglichen.

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