Alles klar oder CA?

13.02.2014
Wenn Farbe zum Fehler wird: chromatische Aberrationen

Ohne die Lichtbrechung würde die ganze Fotografie nicht funktionieren. Lochkameras wären nicht scharf und nicht lichtstark genug. Aber dummerweise hängt die Lichtbrechung von der Wellenlänge und damit von der Farbe des Lichts ab. Das unerwünschte Ergebnis davon können chromatische Aberrationen sein. Aber wie entstehen die und wie können wir sie verhindern?

Die Entstehung

 Quelle: Kesberger


Da die Lichtbrechung von der Wellenlänge beeinflusst wird, unterscheiden sich bei einzelnen Linsen die Brennpunkte für rot, grün und blau. Wenn so ein Prisma das ganze Farbspektrum des Lichts auffächert, sieht das sehr regenbogenschön aus. Bei der fotografischen Abbildung ist der Nebeneffekt des Effekts dagegen weitaus unbeliebter. Er kann sich in Farbsäumen und Unschärfen bemerkbar machen. Dabei unterscheidet man den Farblängsfehler, durch den Farbränder vor und hinter der fokussierten Ebene entstehen und den Farbquerfehler, der zum Bildrand hin stärker auftritt, weil unterschiedlich farbige Bildelemente unterschiedlich groß abgebildet werden.

Das Abblenden

Viel hilft viel. Die einfachste Lösung im Kampf gegen die Chromatische Aberration ist meist das Abblenden. Farblängsfehler lassen sich so entscheidend reduzieren. Bei Farbquerfehlern hängt es allerdings vom Objektiv ab, ob das Schließen der Blende für Abhilfe sorgt. Übrigens kann ein solcher Farbfehler auch Schwarzweißfotos beeinträchtigen. Dort zeigen sich die Farbsäume als Unschärfen. Bei wissenschaftlichen Aufbauten und im Studio kann man sich dann behelfen, wenn man nur mit einfarbigem LED-Licht arbeitet.

Die Objektivkonstruktion

 Quelle: Sigma


Eine einzelne Linse kann man nicht gegen chromatische Aberrationen schützen, aber wenn man unterschiedliche Gläser mit verschiedenen Brechungsindizes und verschiedene Linsenformen einsetzt, kann man dafür sorgen, dass sich die Farbfehler gegenseitig aufheben. Ist ein Objektiv für rote und blaue Farben korrigiert, spricht man von einem Achromaten. Haben sich die Konstrukteure zusätzlich noch der grünen Farbe angenommen, hat man es anschließend mit einem apochromatisch korrigiertem Objektiv zu tun.

Die Software

Solche Apo-Objektive sind in der Konstruktion wesentlich aufwändiger. Daher tragen sie die drei Buchstaben meist aber nicht immer auch stolz im Namen. Da die Fokusdifferenz mit der Brennweite ansteigt, finden man solche Zusätze vor allem bei Teleobjektiven. Allerdings hat der Apo-Hype im digitalen Zeitalter auch wieder etwas abgenommen, den CAs lassen sich relativ leicht im RAW-Konverter oder in der Kamerainternen Bildverarbeitung wieder herausrechnen. Und das ist meistens billiger als die Investition in zusätzliche Glaselemente.

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