Alle Ziffern führen nach Rom

10.11.2011
Römische Ziffern haben etwas Edles, Erhabenes. Doch eine Zahl korrekt wiederzugeben, kann ihre Tücken haben. So funktioniert das Zahlensystem.

MMXI - das heißt 2011 in römischen Ziffern geschrieben. Das Zahlensystem folgt seinen eigenen Regeln und die können mitunter Stolperfallen bereithalten. Statt indisch-arabische Zahlen zu verwenden, baut das System auf Buchstaben auf. Natürliche Zahlen lassen sich dabei mit einer Kombination aus bis zu sieben unterschiedlichen lateinischen Buchstaben wiedergeben.

Die magische Sieben

Die sieben lateinischen Buchstaben, auf denen das antike, römische Zahlensystem aufbaut, lauten "I", "V", "X", "L", "C", "D", "M". "I" steht für 1, "V" für 5, "X" für 10, "L" für 50, "C" für 100, "D" für 500 und "M" für 1.000. Ein Zeichen für die Null gibt es dagegen nicht. Die römische Zählweise teilt die Zahlen einfach in Blöcke, mit den großen Ziffern beginnend. In der Antike wurde vorrangig die Additionsregel verwendet. Das Jahr 1977 beinhaltet demnach beispielsweise einmal die 1.000, also "M", einmal die 500, also "D", viermal die 100, also "CCCC", einmal die 50, also "L", zweimal die 10, also "XX", einmal die 5, also "V" sowie zweimal die 1, also "II". Zusammengesetzt ergibt sich: MDCCCCLXXVII.

Die Subtraktionsregel

Um zu vermeiden, dass vier gleiche Buchstaben aufeinander treffen, wurde die Subtraktionsregel eingesetzt. Auch diese Regel existierte bereits in der Antike, sie wurde aber nicht einheitlich verwendet. Die Subtraktionsregel legt fest, dass die drei Zahlenwerte "I", "X" und "C" einem nachfolgenden Zahlenwert vorangestellt werden dürfen. Das bedeutet, sie werden von ihm abgezogen. "IV" ergibt daher 4, "XC" 90 und "CM" 900. Unter Berücksichtigung der heute üblichen Subtraktionsregel gibt man das Jahr 1977 korrekt so wieder: MCMLXXVII.

Einsatzgebiete

Mit der Verbreitung des bei mathematischen Rechnungen überlegenen indisch-arabischen Zahlensystems wurden die römischen Ziffern im Abendland ab dem 13. Jahrhundert verdrängt. Bis heute werden sie jedoch in dekorativer Hinsicht, vor allem bei Jahreszahlen eingesetzt. Auch zur Gliederung in Inhaltsverzeichnissen werden sie verwendet. Herrscher, Adlige und Päpste werden ebenfalls in römischen Ziffern gezählt - zum Beispiel Louis XIV. oder Benedikt XVI. Viele Ziffernblätter von Uhren tragen römische Ziffern, oft mit der Besonderheit, dass die "4" durch "IIII" statt "IV" symbolisiert wird - ein Relikt der alten Additionsregel.

Probleme

Das römische Zahlensystem stößt nicht nur bei mathematischen Operationen an seine Grenzen. Genauso problematisch ist es, größere Zahlen, wie zum Beispiel 100.000, darzustellen. Streng genommen müsste man dazu 100-mal "M" schreiben. Es gibt jedoch alternative Möglichkeiten, diese Zahlen darzustellen, beispielsweise mit einem Apostrophus (ein an der Vertikalen gespiegeltes C), in einem Rahmen oder als Multiplikationsschreibweise (M•M). Diese Darstellungen sind jedoch kaum gebräuchlich und aufgrund ihrer Vielfalt und Kombinationen auch schwer zu entziffern.

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