Adobes Webservices

09.11.2005
Im kommenden Jahr schon will Adobe Programme nicht nur online verkaufen, sondern auch online nutzbar machen ...

Der PDF-Erfinder Adobe will schon bald Teile seiner Produktpalette nicht nur über das Internet veräussern, sondern auch die Nutzung derselben über das Web direkt anbieten. Adobe-Chef Bruce Chizen sieht hierfür große Chancen, auch wenn Fotobearbeitung aus technischen Gründen so schnell wohl nicht umgesetzt werden kann. PDF-Erstellung ist bereits jetzt möglich. Deshalb sieht Adobe auch Microsofts Unterstützung des PDF-Formats und deren Wilderei im Adobe- und Macromedia-Revier mit einer neuen Software für Grafik und Webdesign nur als Chance für noch mehr Kunden.

Online-Nutzung von Programmen

In einem Interview mit der Financial Times sprach Adobe-Chef Bruce Chizen wieder einmal über die Zukunftspläne des Hauses Adobe. Diesmal jedoch ging es nicht um die Fusion des Unternehmens mit Macromedia, sondern um zukünftige Produkte und Services von Adobe, die man online nutzen kann. "Sie können erwarten, dass Adobe mehr Services über das Web anbieten wird" stellte Chizen die Strategie für das Internet vor. Immerhin wächst dieses zunehmend und dessen Nutzung ist längst alltäglich geworden. Nicht nur zur Informationssuche oder zur Lizenzierung eines Produkts wird das Web verwendet, sondern in jüngster Zeit auch zur Nutzung von diversen Services und Anwendungen, die man nur ein- oder zweimal benätigt und für die eine Lizenz nicht notwendig ist.

PDFs bei Adobe online erstellen

Das Erstellen von PDFs ist hier ein gutes Beispiel. Bei LASERLINE können Kunden und Bonusprogramm-Teilnehmer schon länger kostenlos die PDF-Fabrik nutzen, um eine Postscript-Datei für die Druckaufträge sofort in ein druckfähiges High-End-PDF konvertieren zu lassen. Einfach PS-Dokument hochladen und automatisch wird ein PDF erstellt. Auch Adobe bietet diesen Online-Service eines PDF-Konverters, den Chizen als ein "gut gehütetes Geheimnis" bezeichnet, für Endkunden direkt an. Immerhin wird die Nutzerzahl des Angebots jetzt schon mit 15.000 vom Adobe-Chef angegeben, die einen "eine Million US-Dollar-Umsatz" einbringen, auch wenn es keine offizielle Angabe oder gar Werbung für diesen Service gibt.

Adobes Zukunftsstrategie

Weitere Online-Angebote, wie eine Multimedia-Applikation zu Abwicklung von Videokonferenzen aus Macromedias Portfolio, sollen schon bald folgen. Online-Angebote werden deshalb in Zukunft "ein Fokus in verschiedenen Bereichen sein" meint der Adobe-Chef. Allerdings wird das in einigen Segmenten auf Grund der noch nicht so weit entwickelten Technologie nicht ganz so einfach werden. Bildbearbeitung ist hier ein gutes Beispiel. Das meint auch Bruce Chizen, denn dieser sieht zwar in den Online-Diensten "eine tolle Alternative, aber der Kunde muss das auch wollen". Außerhalb seiner derzeitigen Vorstellungskraft ist deshalb auch, dass ein Profi-Fotograf seine Bilder freiwillig über das Internet bearbeitet, wie das Online-Portal des Heise Zeitschriftenverlags Chizen zitiert. "Vielleicht in drei, vier, fünf Jahren - wenn die Bandbreite zehnmal höher ist als heute - ist das vielleicht über das Web möglich", sagte Chizen. Dennoch: "Wir werden da flexibel sein".

Microsofts Zwergenaufstand

So flexibel wie Microsoft, die Adobe tatsächlich mit den neuen Webdiensten "Windows live" und "Office live" zuvorkommen wollen. Doch diese Dienste wie auch die angekündigte Unterstützung Microsofts von PDF, bei der man unter Office 12 eigene PDF-Dokumente erstellen kann, sieht Chizen eher als Chance, denn als Angriff. "Großartig, dass selbst Microsoft erkannt hat, dass PDF zu einem weltweiten Standard geworden ist", sagte Adobe-Chef Bruce Chizen, "je mehr PDF-Dateien im Umlauf sind, desto mehr Acrobat- und Lifecycle-Serverprodukte können wir verkaufen." Doch Microsofts "Zwergenaufstand" geht noch weiter: Mit einer neuen Grafik- und Webdesign-Software namens "Expression" will man dem eben erst von Adobe einverleibten Macromedia-Spezialgebiet das Wasser abgraben. Das aber ringt Bruce Chizen eher nur ein müdes Lächeln ab, zu groß sieht er inzwischen den Erfolg der kostenlosen Bürosoftware und Konkurrenz von Microsoft, OpenOffice: "Sobald Anwendungen wie OpenOffice gut genug für den breiten Einsatz sind, wird es interessant, dann brauchen Sie Microsoft Office vielleicht nicht mehr." Und für die Erstellung von PDFs kommt sowieso nur das Original in Frage …

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