Adobe+Macromedia: Bundles ohne Freehand

25.01.2006
Adobe schließt Übernahme von Macromedia ab und präsentiert neue Produkte ohne Freehand und Betaversion des Fotowerkzeug Lightroom ...

Prince-Fans werden sich an den Streit zwischen Plattenfirma und Künstler noch erinnern: "TAFKAP - The Artist formerly known as ..." hieß er damals. Nun ist es nicht mehr Prince (der inzwischen wieder diesen Namen tragen darf), sondern Macromedia, auf deren Homepage jetzt "Adobe formerly Macromedia" zu lesen ist. Doch nicht Rechtsstreitigkeiten, sondern die am 3. Dezember 2005 endlich abgeschlossene Übernahme besiegelte die Namensauflösung. Und mit ihr kam scheinbar auch das Ende von Macromedias Freehand. Dafür kündigte Adobe gleich drei neue Produkte an und stellte das Fototool Lightroom vor.

Übernahme abgeschlossen

Bereits im Oktober berichtete LASERLINE über Macromedias Übernahme durch Adobe. Jetzt wurde der Zusammenschluss besiegelt und ist seit dem 3. Dezember 2005 unter Dach und Fach. Laut Adobe entsteht hierdurch nun eines der größten und innovativsten Software-Unternehmen der Welt, das ein breites Lösungsangebot bietet. Zwei große Namen, die jetzt unter einem Dach und einem Namen firmieren: Aus Macromedia wurde Adobe und die Produkte des Übernommenen sind hilfreich dabei, "eine Software-Plattform auf Basis der PDF- und der Macromedia Flash-Technologien zu entwickeln, deren Bandbreite von mobilen Endgeräten bis hin zu High-End-Servern reicht." Ganz nebenbei wird damit auch die Angebotspalette der beiden Unternehmen zusammengeführt, so dass Adobe und "formerly Macromedia", wie es auf der Homepage heißt, nun drei neue Produkt-Bundles anbieten, welche die Leistungsfähigkeit der Design- und Publishing-Lösung Creative Suite 2 sowie der Video-Produkte mit der Interaktivität von Macromedia Flash Professional 8 und Macromedia Studio 8 vereinen. Getreu dem neuen Adobe-Motto: "Adobe revolutioniert die Art, wie Menschen sich mit Ideen und Informationen beschäftigen."

Neue Bundles

Die drei neuen Bundles sollen die Möglichkeiten für Anwender vergrößern, digitale Inhalte für die Präsentation im Web, als Video, auf mobilen Endgeräten oder in gedruckter Form zu erstellen. Im Angebot sind das Adobe Design Bundle, das Adobe Creative Suite 2 Premium und Flash Professional 8 enthält. Enthalten sind also die Vollversionen der folgenden Programme: Adobe Photoshop® CS2, Adobe Illustrator® CS2, Adobe InDesign® CS2, Adobe GoLive® CS2, Adobe Acrobat® 7.0 Professional, Version Cue® CS2, Adobe Bridge, Adobe Stock Photos und natürlich Macromedia Flash Professional 8. Ein weiteres Bundle nennt sich Adobe Web Bundle und beinhaltet neben der Creative Suite 2 Premium auch Studio 8 und damit die Vollversionen der Programme Dreamweaver® 8, Flash Professional 8, Fireworks® 8, Contribute™ 3 sowie FlashPaper™ 2. Das Adobe Video Bundle hingegen kombiniert Adobe Production Studio Premium, die Komplettlösung für Postproduktion, mit Macromedia Flash Professional 8, dem professionellen Werkzeug für die Erstellungleistungs starker interaktiver Inhalte.

Preise und Verfügbarkeit

Das Adobe Design Bundle und das Adobe Web Bundle sind ab sofort im Fachhandel und im Adobe Store bestellbar, das Adobe Video Bundle wird im Frühjahr 2006 erhältlich sein. Das Adobe Design Bundle, Adobe Web Bundle und Adobe Video Bundle sind in Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Japanisch und Koreanisch erhältlich. Die deutschsprachige Version des Adobe Design Bundle kostet 2.550,- EUR, das Adobe Web Bundle ist für ca. 2.900,- EUR verfügbar und das Adobe Video Bundle beläuft sich auf 2.400,- EUR. Ein Upgrade ist von verschiedenen Produkten aus möglich.

Und Freehand?

Überhaupt keine Aussage macht Adobe allerdings zu Freehand. Einzig auf der englischsprachigen Auskunftsseite zu den am häufigsten gestellten Fragen zur Macromedia-Übernahme meint man: "In der neu zusammengesetzten Unternehmensstruktur wird die Abteilung "Print and Classic Publishing Solutions Business" Druck- und Publishing-Lösungen sowie e-learning-Tolls anbieten mit Produkten wie Adobe PostScript® Technologie, sowie Adobe FrameMaker®, Adobe PageMaker®, Macromedia Contribute™, Macromedia Captivate™ und Macromedia FreeHand® Software. Und tatsächlich lässt sich Macromedia Freehand MX mittlerweile bei Adobe online kaufen. Ob das Programm aber eine Weiterentwicklung erfahren wird, darüber schweigt sich Adobe weiterhin beharrlich aus.

Auch neu: Lightroom

Mit der Übernahme und neuen Produkten will Adobe seine Vision noch weiter voranbringen und ein weltweit führendes Unternehmen für Print und Publishing-Lösungen werden. Geschäftsführer Bruce Chizen meint dazu: "Auch in Zukunft wird unsere Geschäftsphilosophie von Offenheit geprägt sein. Ich bin zuversichtlich, dass Adobe weiterhin die Zukunft erfinden wird und glauben Sie mir - das Beste kommt erst noch." Ein Stück dieses "Besten" veröffentlichte Adobe inzwischen in Form von Lightroom. Die zunächst in einer Beta-Version und nur für Mac OS X vorgestellte Bildbearbeitungslösung für Profifotografen soll Apples neuem Programm "Aperture" den Rang ablaufen. Denn genauso wie Aperture kann Lightroom besonders effizient mit RAW-Daten diverser Kamerahersteller umgehen. Dabei deckt das kostenlos herunterzuladende Programm den kompletten fotografischen Workflow vom Import über die Entwicklung, Verwaltung und Präsentation digitaler Bilder ab. Daneben können grundlegende Bildbearbeitungsvorgänge durchgeführt werden und alles schnell und unkompliziert im Web oder Print ausgegeben werden. Die hierzu bereitgestellte Oberfläche wirkt ebenso übersichtlich wie praktisch, kann sich aber durch die Weiterentwicklung, die bis Ende 2006 abgeschlossen sein soll, noch verändern.

Kunden-Feeback willkommen!

Interessant und für langjährige Adobe-Kunden überraschend ist bei all dem vor allem die Veröffentlichung einer kostenlosen Beta-Version. Denn bislang entwickelte das Unternehmen immer im Geheimen, um dann ein fertiges Produkt zu präsentieren, das zuvor nur Eingeweihte zu Gesicht bekamen. Doch jetzt will Adobe bewusst Kundenwünsche mit einbauen und meint: "Wir freuen uns auf das Feedback aus dem Bereich der fotografisch interessierten Anwender und werden das Produkt in den nächsten Monaten entsprechend weiterentwickeln." Man könnte diesen Schritt dahingehend interpretieren, dass Adobe Aperture als ernste Bedrohung einstuft und die Kunden lieber jetzt schon an das hauseigene Lightroom gewöhnen möchte. Damit hätte sich Adobe einen weiteren Rangplatz bei der Digitalfotografie gesichert, denn durch das bereits in Photoshop bewährte Camera RAW Module wird damit die Bindung zu Photoshop noch verstärkt. Man könnte Adobe aber auch die gute Absicht unterstellen, etwas für den Kunden machen zu wollen und Kundenwünsche an die oberste Stelle zu setzen. Versprochen wurden schon jetzt regelmäßige Updates von Lightroom und eine Windows-Version soll es ebenfalls geben.

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