Adobe pro Digitalfotografie

10.08.2006
Mit der Übernahme von Pixmantec, der Software RawShooter und der Beta von Lightroom für Windows will Adobe jetzt die Herzen der Digitalfotografen treffen ...

Alles aus einer Hand in der Digitalfotografie, das verspricht Adobe jetzt sowohl für Windows- als auch Mac-Plattformen mit der neuen Windows-Beta-Version von Lightroom. Um dazu noch mehr Rohdatenformate anbieten zu können kaufte das Unternehmen außerdem die skandinavische Software "RawShooter". Lightroom unterstützt damit JPEG, TIFF und über 120 native Rohdaten-Formate, so dass die Raw-Konvertierung in einen einheitlichen Workflow integriert wird. Ob Adobe damit noch vor Apple eine Standardsoftware für Digitalfotografen auf dem Markt platzieren könnte?

Kampf der Digitalfotografie-Programme

Der Markt der Digitalfotografie wächst zunehmend - das wird man auch auf der bald schon stattfindenden Photokina (26. September bis 1. Oktober 2006) feststellen. Doch nicht nur Kamerahersteller setzen vermehrt auf digitale Kameras, auch Softwareschmieden wissen, dass Digitalfotografen Werkzeuge benötigen, um der Flut an Daten Herr zu werden. Besonders zwei Hersteller legten sich dabei bislang ins Zeug: Adobe mit Lightroom und Apple mit Aperture. Beide bieten eine sogenannte Foto-Workflow-Software an, die Rohdaten unterschiedlicher Kamerahersteller verwalten, sortieren und vergleichen kann. Einfache Bildbearbeitungswerkzeuge versetzen den Nutzer zudem in die Lage, die Bilder ein wenig nachzubearbeiten. Das Originalbild bleibt dabei unangetastet. Die verwalteten Bilder lassen sich schnell zusammenstellen, ansehen, ausdrucken, versenden oder im Web veröffentlichen. Genau das also, was Digitalfotografen für die Verwaltung ihrer Daten benötigen. Während aber Apples Aperture zwar inzwischen marktreif und in Vollversion verfügbar ist wurde das Programm nur für Mac-Hardware entwickelt.

Adobe Lightroom jetzt auch für Windows

Adobe hingegen bietet zwar nur eine kostenlose Beta-Version von Lightroom (drittes Stadium) für Mac an, hat aber inzwischen auch eine erste kostenlose Testversion der Windows-Variante des Programms im Angebot. Offiziell ist das Programm damit zwar noch nicht fertiggestellt - weder für Windows, noch für Mac -, zeigt aber schon jetzt einen für Digitalfotografen äusserst interessanten Programmumfang. Adobe verspricht zudem, den bislang in einigen Details abweichenden Funktionsumfang der beiden Versionen während der weiteren Entwicklung in der Beta-Phase anzugleichen, so dass die finalen Versionen für Windows und Macintosh identisch sein werden. Diese werden für Ende 2006 angestrebt - Preise werden noch keine genannt. Doch durch die Cross-Plattform-Unterstützung haben Fotografen schon jetzt die Möglichkeit, unabhängig vom Betriebssystem an den Projekten zu arbeiten.

Lightroom-Stärke: RAW-Daten

Die besondere von Adobes Lightroom aber liegt im Rohdatenformat RAW. Lightroom konnte schon in seiner ersten Version dank zahlreicher Kooperationen viele Rohdaten-Bilder unterschiedlicher Kamerahersteller verwalten, sortieren und vergleichen. Neben dem üblichen JPEG und TIFF unterstützt Lightroom bereits von Haus aus über 120 native Rohdaten-Formate und integriert die Raw-Konvertierung in einen einheitlichen Workflow. Apples Aperture schafft hier nur etwa 50 Kameramodelle und Adobes DNG-Format nur über ein Konvertierungsprogramm. Lightroom hingegen bietet auch neue Funktionen im Umgang mit RAW-Daten, wie die Kontrolle von Teiltonungseffekten für kräftigere Schwarz-Weiß-Bilder und neue Einstellungsparameter.

Noch mehr RAW: Adobe kauft Pixmantecs RawShooter

Doch damit gibt sich Adobe noch immer nicht zufrieden. Mit dem Zukauf des skandinavischen Softwarehauses Pixmantec will das Unternehmen seine Marktführerschaft bei den Rohdatenformaten noch weiter ausbauen. Pixmantec wurde vor allem durch seine Software RawShooter bekannt. Dabei handelt es sich um eine Software für das Workflow-Management und die Bearbeitung von Rohdaten aus Digitalkameras, die in der kostenlosen Freeware-Variante als RawShooter Essentials zur Verfügung steht. Eine Vollversion namens RawShooter Premium 2006, die bislang ca. 84,- EUR kostete, wurde mit der Übernahme von Pixmantec durch Adobe jedoch eingestellt und in Adobes Lightroom integriert. Und auch die Freeware wird nur bis zum Abschluss des Lightroom Public Beta-Programm erhältlich sein. Rund 50 weitere RAW-Formate stehen dann in Adobes Lightroom zur Verfügung und Adobe könnte zumindest auf diesem Gebiet den Kampf um die Marktführerschaft im Bereich der Digitalfoto-Verwaltung gewinnen.

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