6K we can

19.04.2018
4K Video hat sich beim Filmen zum speicherkartenflutenden Standard entwickelt, aber die Mischform von Bewegt- und Standbild ist schon weiter mit 6K Foto. Mal gucken was es kann.

Die Video- und Fotofunktionen verschmelzen gerade bei Systemkameras immer mehr. Das ist praktisch, hat aber noch einige zusätzliche erfreuliche Nebenwirkungen.

Die Chance aus hochaufgelösten Videosequenzen Einzelbilder herauszunehmen, erweitert den (Foto-) Funktionsumfang einer Kamera erheblich. Das war als 4K-Foto schon nett, aber mit acht Megapixeln noch eher bescheiden nutzbar. Mit 6K sind es dagegen schon rund 18 Megapixel – da werden die Karten neu gemischt und die Bilder größer gedruckt.

Die Auflösung

Scharfstellen, kann man auch hinterher noch und sich aus der MP4-Datei einfach sein Lieblings-JPG extrahieren. Quelle: Kesberger

Um genau zu sein, sind es bei den bisher einzigen – aber das muss ja nicht so bleiben – Kameras mit dem Feature, der Panasonic GH5 und G9 17,9 Megapixel im Kleinbild-2:3-Format und 18,7 MP im klassischen Micro-Four-Thirds 3:4.

Zur nominellen Kameraauflösung von 20 Megapixeln ist da kaum noch ein Unterschied. Für klassische Filme lässt sich 6K allerdings noch nicht nutzen. Aber darum soll es hier auch gar nicht gehen.

Allerdings unterscheidet die aus den Filmsequenzen generierten 6K-Fotos mehr von den Stills als nur 2 Megapixel. Schließlich sind die Video-Einzelbilder deutlich stärker komprimiert und durch das JPG ist der Farbraum auch auf 8bit beschränkt. Da können die Kameras im RAW-Einzelbild mehr.

Die Bewegung

Man kann die Einzelbilder auch zu einem Foto mit mehr Tiefenschärfe zusammenrechnen und dabei Bereiche auch gezielt unscharf lassen (wie hier den Zaun). Quelle: Kesberger

Hauptdomäne von 4K-Foto war immer die Bewegung. Erst filmen und danach das beste Einzelbild aussuchen. Das geht auch mit 6K-Foto noch. Wenn auch auf 30 Bilder pro Sekunde beschränkt, aber immerhin mit Bildstabilisator.

Bei 4K dürfen es auch 60 Bilder pro Sekunde sein. Und das jeweils maximal 10 Minuten lang. So oder so kann man hinterher gemütlich aussuchen, welches Bild den richtigen Moment eingefangen hat.

Das geht mit drei Modi: so lange wie gedrückt wird, mit Start und Stopp oder im Pre-Burst-Modus, sogar bevor der Auslöser gedrückt wird, eine Sekunde vor und nach dem Drücken. Die Kamera fotografiert also schon, bevor wir auf den Auslöser drücken. Das ist jetzt dann wirklich „Zurück in die Zukunft“.

Der Postfokus

Bei fahrenden Autos und Blumen im Wind stößt das nachträgliche Zusammenrechnen der Bilder allerdings an seine Grenzen. Quelle: Kesberger

Postfokus klingt ein bisschen nach dem postfaktischen Zeitalter. Hier steht es dafür, dass man noch nach nachträglich entscheiden kann, was im Bild scharf sein soll.

Die Kamera scrollt Bild für Bild durch die Szene, erzeugt eine MP4-Video-Datei und wir sehen dann nach, ob die linke oder die rechte Pupille scharf besser aussieht. Dann generieren wir daraus nachträglich ein JPG.

Was soll das ganze Fokus-Gedöns auch – dafür braucht es auch kein Stativ. Es dauert nur ein bisschen länger. Andererseits kann man ja auch gleich richtig scharfstellen und dann die höhere RAW-Qualität nutzen. Jetzt nur mal als Vorschlag.

Die Tiefenschärfe

Und manchmal geht es auch einfach nur schief... Quelle: Kesberger

Da ist doch eine andere Auswertung dieses Fokus-Stapels viel spannender. Wir legen die Bilder einfach zusammen, um so eine größere Tiefenschärfe zu erzielen, was auch bei dem vergleichsweise kleinen MFT-Format nicht nur im Nahbereich hilfreich sein kann. Das dann aber bitte vom Stativ.

So wird immer nur der scharfe Bereich eines Bildes verwendet und am Schluss ist alles scharf. Das gibt es als externe Software schon sehr lange, nur muss man dafür selbst Schritt für Schritt die einzelnen Bilder aufnehmen.

Hier macht das die Kamera alleine ganz fix. Und die Auswertung danach auch gleich noch. Man kann auch selbst auswählen, welche Bereiche danach scharf sein sollen. Klingt gut, funktioniert aber nicht immer. Da kann ein wirklich stabiles Stativ nicht schaden.

Und die Einzelbilder für eine Software wie Helicon Focus stehen ja immer noch zur Verfügung. Das brauchen dann auch Kameras wie die Nikon D850, die Fokus Stacking mit noch höherer Auflösung jenseits von 6K anbieten. Allerdings muss man dann die Schrittweite selbst austesten und einstellen. Bequemer ist da eindeutig der 6K-Schärfentiefe-Booster.

Werden Sie ein Teil unserer Welt!

Bestellen Sie unseren Newsletter und erhalten Sie Drucktipps, Angebote sowie Neuigkeiten aus der Druckbranche direkt per E-Mail.
Zusätzlich schenken wir Ihnen einen 5 EUR Gutschein für Ihre erste Bestellung.