Berlin, 7. November 2006

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Dem Bremsweg auf der Spur
- Unfälle vermeiden mit Fahrsicherheitstraining der Berufsgenossenschaften.


Dem Bremsweg auf der Spur
- Unfälle vermeiden mit Fahrsicherheitstraining der Berufsgenossenschaften

Berlin, 06. November 2006 – Morgens zählt jede Minute. Um pünktlich zur Arbeit zu kommen, gilt die Straßenverkehrsordnung an manchen Tagen nur für die anderen. Gesetze von Fliehkraft und Bremswegen werden ganz individuell außer Kraft gesetzt. Nicht immer mit Erfolg. Das Ergebnis sind Unfälle auf dem Weg zur Arbeit, die eigentlich vermeidbar gewesen wären. An diesem Punkt setzen die Berufsgenossenschaften unterschiedlicher Branchen an. Da sie nach gesetzlichem Auftrag auch für die Sicherheit von Arbeitnehmern auf dem Weg zur oder von der Arbeit zuständig sind und bei Unfällen zahlen müssen, bieten die meisten Berufsgenossenschaften Fahrsicherheitstrainings an. Unfalluntersuchungen haben gezeigt, dass die meisten Unfälle durch falsches Verhalten am Steuer verursacht werden.

Eine Vollbremsung bei Nieselregen? Mit Tempo 100 in die Kurve? Hindernisse auf der Straße? Selbst für Routiniers, die schon lange Auto fahren, gibt es täglich neue Herausforderungen im Straßenverkehr. Mit kritischen Situationen haben die meisten Autofahrer wenig Erfahrung und reagieren falsch oder zu spät. Richtiges Verhalten in Ausnahmesituationen kann man aber trainieren.

Zehn Mitarbeiter des Berliner Digitalen Druckzentrums LASERLINE sind an einem nebligen Sonntagmorgen im Oktober auf dem Mitarbeiterparkplatz des Flughafens Schönefeld eingetroffen, um den Tücken des Bremswegs auf die Spur zu kommen. Im Berufsleben sitzen sie alle an ihren Schreibtischen oder stehen an Druckmaschinen, Autofahren müssen sie nur auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit. Mit den physikalischen Gesetzen, die beim Fahren wirken, hat sich noch keiner auseinandergesetzt. Von Bremswegformeln haben alle zum letzten Mal in der Fahrschule gehört.

Das wissen die Trainer des Berufsbildungszentrums für den Straßenverkehr, die von der Berufsgenossenschaft Druck und Papierverarbeitung, engagiert wurden. In einem achtstündigen Kursus trainieren sie mit den Teilnehmern von LASERLINE und anderen Firmen, Risiken im Straßenverkehr richtig einzuschätzen. Sie erproben Fahrtechniken, die den Autofahrer in echten Gefahrensituationen nicht ins Schleudern bringen. Die Teilnehmer üben Vollbremsungen, bei denen die Reifen qualmen, sie trainieren optimales Kurvenfahren und Ausweichmanöver. Vorher werden sie meist noch kurz auf ihre Sitzhaltung im Auto hingewiesen, denn um die steht es in den meisten Fällen nicht zum Besten.

„ Eine tolle Sache“, findet LASERLINE-Mitarbeiter Jens Fleischhauer. Er ist sich sicher, dass jeder Seminarteilnehmer etwas fürs Leben gelernt hat und sein Fahrzeug besser beherrscht als vorher. Dies ist ganz im Sinne der Berufsgenossenschaften, die seit einiger Zeit die Fahrsicherheitstrainings nicht mehr nur für Arbeitnehmer anbieten, die beruflich Auto fahren müssen. Ganz bewusst wurde das Training ausgeweitet, um auch diejenigen Mitarbeiter zu erreichen, die sich im alltäglichen Morgenstress mit dem Auto auf den Weg zur Arbeit machen. Für die Berufsgenossenschaften zählen die Seminare zur Unfallprävention. Deshalb sind die Fahrsicherheitstrainings für die Teilnehmer kostenlos. Das gesteigerte Gefahrenbewusstsein zahlt sich für die Berufsgenossenschaften auf lange Sicht aus, denn mit der Zahl der Unfälle sinken natürlich auch die Kosten für die Haftung.