Schön bunt - aber richtig!

LASERLINE hat sich zum Ziel gesetzt, jederzeit vorhersagbar und damit exakt und standardisiert zu drucken. Ihre Drucksachen sollen schließlich immer möglichst gleich aussehen, insbesondere wenn verschiedene Objekte gleichzeitig auf einem Tisch landen. Außerdem ist ein einheitlicher Standard notwendig, damit Sie bei der Erstellung Ihrer Druckdaten planen können, wie die Farben später aussehen werden.


Vorhersagbarkeit der Farbwiedergabe im Druck
Bis vor einigen Jahren war die farbliche Abstimmung der Monitordarstellung mit dem tatsächlichen Druckergebnis nur sehr umständlich, zeitaufwändig und kostenintensiv über teure Andrucke und Feinabstimmung direkt mit der jeweiligen genutzten Druckerei möglich. ColormanagementHeute aber lässt sich dank in der Druckbranche sich zunehmend etablierender Standards eine zu erwartende Farbwiedergabe von Daten ordentlich planen bzw. über preisgünstige Digitalproofs simulieren. Und hierzu benötigen Sie keine jahrzehntelange Erfahrung im Druckgewerbe und eine Portion Glück. Dennoch können auch die Standards nicht dazu beitragen, dass Monitor und Druck bzw. Proof und Druck hundertprozentig übereinstimmen. Denn hierzu sind die hinter den einzelnen Stationen des Drucks und der Druckvorstufe stehenden Verfahren physikalisch zu unterschiedlich. Strebt man daher eine derartige absolute Farbtreue an sollte man den von LASERLINE angebotenen Individualdruck nutzen, bei dem unser Drucker an der Maschine sich nach Ihrem gelieferten Druckmuster richtet oder Sie persönlich zur Feinabstimmung an die Druckmaschine zum Andruck kommen können. Dennoch gilt auch für derartige Druckmuster, dass sie nach dem von der fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. in Zusammenarbeit mit dem bvdm (Bundesverband Druck und Medien) entwickelten Prozesstandard Offsetdruck gedruckt worden sein sollten.

Orientierung am Prozesstandard Offsetdruck
LASERLINE richtet sich in der Produktion nach den Richtlinien des Prozessstandard Offsetdruck. Der ProzessStandard Offsetdruck (PSO) ist die industrielle und standardisierte Produktion von Drucksachen. Geschaffen von den Verbänden der Druck- und Medienindustrie Deutschlands zusammen mit den Forschungsinstituten fogra Forschungsgesellschaft Druck e.V. und UGRA. Er ist verankert in der ISO-Norm ISO 12647-2 und somit allgemein gültig. Vereinfacht gesagt wird darin festgelegt, wie Druckmaschinen drucken müssen. Ziel ist dabei, den heute vielfach arbeitsteiligen Produktionsprozess so effizient wie möglich zu gestalten und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass Zwischen- und Endergebnisse eine vorhersehbare Farbqualität aufweisen. Druckereien, die sich also wie LASERLINE an diesen ColormanagementStandard halten, drucken also auch annähernd gleiche Farben. LASERLINE kann den Standard besonders gut durch das Direct Imaging-Verfahren der Heidelberger Druckmaschinen steuern. Es werden zusätzliche Messfehler vermieden, da die Verwendung von Filmen entfällt. Außerdem führt LASERLINE weitere Messungen und Tests durch, um z.B. die verwendeten Druckfarben auf ihre Norm zu überprüfen.

Standardisierung am Monitor: ICC-Profile
Aber nicht nur im Druck sollte standardisiert gearbeitet werden. Damit die Bilder an Ihrem Monitor dem Proof- wie dem Druckergebnis möglichst nahe kommen, wurden sogenannte Farbprofile eingeführt. ColormanagementAm gebräuchlichsten sind Farbprofile, die den Spezifikationen des International Color Consortium (ICC)  entsprechen. Diese beschreiben den reproduzierbaren Farbraum eines Gerätes, ausgehend vom Monitor über Proofgeräte bis zur Druckmaschine, d.h. jedes Gerät bekommt ein eigenes ICC-Profil. Der Sinn besteht darin, bei jedem Arbeitsschritt eine möglichst korrekte Wiedergabe zu erzielen. In dem Profil werden auch andere Einflussfaktoren berücksichtigt, insbesondere die Papiersorte (Naturpapier, gestrichene, matte oder glänzende Papiere). Da LASERLINE sich an den ProzessStandard Offsetdruck hält, können wir die ICC-Profile der ECI (European Color Initiative), die auf diesem Standard basieren, für unsere Druckmaschinen empfehlen. Diese Profile können Sie sich unter der Internetadresse www.eci.org herunterladen.

Anwendungsbereiche von ICC-Profilen
Die ICC-Profile werden in der Praxis bei drei Anwendungen genutzt (bitte klicken Sie auf den jeweiligen Link, um weiterführende Informationen zu erhalten):

A. Softproof:
Zur Simulation eines Druckergebnisses am Monitor. (Mehr dazu)

B. Hardproof:
Zur Simulation eines Druckergebnisses auf einem Proofgerät (Tintenstrahldrucker, Irisproofer, etc.). (Mehr dazu)

C. Farbumwandlung:
Typisches Beispiel ist die Umwandlung von RGB zu CMYK mit dem passenden Profil in Photoshop. (Mehr dazu)

Mit anderen Worten wird ein ICC-Profil bei vollständig nach CMYK konvertierten Daten immer nur zur SIMULATION des Druckergebnisses, nicht jedoch zum tatsächlichen Druck benötigt. Und auch bei der Nutzung der ICC-Profile in den einzelnen Anwendungsprogrammen ist Vorsicht geboten. Denn vor allem bei älteren QuarkXPress-Versionen kann es zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Empfehlenswert sind sie hingegen bei den Adobe-Produkten Photoshop, InDesign und Illustrator, natürlich in den aktuellen Versionen.

ICC-Profile NICHT im Druck anwenden
Für den Druckprozess von CMYK-Daten wird - wie bereits erwähnt - ein ICC-Profil nicht benötigt, da ein ICC-Profil in einer CMYK-Datei nur der Simulation auf dem Monitor oder auf einem Proof dient. Wenn die Daten aber auf der entsprechenden Druckmaschine mit dem entsprechenden Papier ausgegeben werden, ist das keine Simulation mehr. Folglich darf das Profil für diesen Vorgang nicht mehr in die Daten eingerechnet werden. Deshalb muss spätestens im letzten Arbeitsschritt vor dem Druck das Profil aus den Druckdaten gelöscht bzw. ignoriert werden. LASERLINE bedient sich eines ROOM-Workflows (Read One Output Many). Ihre Druckdaten durchlaufen unseren Workflow dabei nur einmal. Diese Daten werden gleichzeitig für einen von Ihnen bestellten Vorabproof verwendet bzw. für unseren internen Proof sowie für den Druck. Dies gewährleistet absolute Sicherheit darüber, dass die Proofs anschließend auch dem Druckergebnis entsprechen und nicht durch Colormanagementunterschiedliche Schleifen unterschiedlich interpretiert werden. Dies bedeutet aber auch, dass ein von Ihnen eingebettetes Profil grundsätzlich in unserem Workflow gelöscht wird und für den Proof von LASERLINE das passende ICC-Profil der ECI zur Anwendung kommt. Würden wir ein anderes Profil als das unsere verwenden, wären die Proofs nicht aussagekräftig.

Abweichung von der PDF/X-3-Norm
Wir halten die Vorgabe von PDF/X-3 zur Einbettung von ICC-Profilen in PDF-Dateien für unsere Verwendung nicht für zwingend notwendig und distanzieren uns in diesem Punkt derzeit noch von der Norm (allen anderen Vorgaben von PDF/X-3 stimmen wir gerne zu). Je nach verwendetem Grafik- oder Layoutprogramm (siehe 3C) ist auch die durchgängige Verwendung von ICC-Profilen nicht möglich. Die PDF/X-3-Norm schreibt vor, dass ein Profil in PDF-Dateien eingebettet sein muss, damit klar festgelegt ist, wie das Ergebnis aussehen soll. Das ist sinnvoll, wenn z.B. in München und in Berlin je ein kalibriertes Proofgerät steht und auf beiden Geräten das gleiche rauskommen soll. Das wäre durch ein eingebettetes Profil auch gewährleistet (mal abgesehen davon, dass übereinstimmend kalibrierte Proofgeräte eher Wunschdenken sind). Es wäre aber grundsätzlich falsch, wenn Sie ein anderes Profil für unsere Druckmaschinen verwenden würden als das von uns empfohlene. Und wenn Sie das verwenden, brauchen Sie es nicht in die Datei einzubetten, da wir ja das gleiche Profil verwenden. Wir müssen deshalb voraussetzen können, dass Sie die Farben in Ihren Daten auf manuelle Weise oder mit den Profilen der ECI auf unser Druckverfahren und Ihr gewähltes Papier abgestimmt haben. Wenn Sie unsicher sind, können Sie bei Individualaufträgen auch immer unseren internen Proof vor Drucklegung bei uns im Hause einsehen (gilt nicht für Specials) oder sich einen kostenpflichtigen Proof zuschicken lassen. Übrigens bieten wir demnächst noch besser angepasste Proofs auf Auflagenpapier mit der Heidelberger Nexpress.

Fazit
LASERLINE tut alles, um einen standardisierten Druck zu gewährleisten. Dazu gehört die Bereitstellung eines hochmodernen Workflowsystems, aber auch die Kalibrierung der Proofgeräte, die Linearisierung der Druckmaschinen, die richtige Auswahl an Materialien, wie genormter Druckfarben und Zusatzstoffe, und die ständige Überwachung dieses Qualitätsstandards. Ihre korrekte Datenerstellung ist aber ebenfalls Voraussetzung für ein gutes Druckergebnis. Es ist daher unbedingt notwendig, dass Sie bei der Datenerstellung die korrekten Einstellungen vornehmen. Bitte beachten Sie im Hinblick auf eine gute Zusammenarbeit deshalb unsere Datenbroschüre »Read me first« oder unsere Hinweise unten aufgeführten weiterführenden Informationen im Internet und im Bezug auf das Colormanagement die oben genannten Erläuterungen.