Im Layout werden Ziffern, Satz- und Sonderzeichen als „Mikrotypografie“ bezeichnet. Obwohl sie den kleinsten Teil ausmachen, sollte ihnen besondere Bedeutung geschenkt werden.
20. Dezember 2007
Gradzeichen, geschweifte Klammern oder Schrägstriche: Sie fallen genauso unter die Rubrik „Mikrotypografie“ wie Ziffern, Divis und Geviertstrich. Zu einem gelungenen Layout gehört daher auch ein korrekter Umgang mit diesen Zeichen. Mittlerweile haben sich dafür Regeln etabliert. Die wichtigste aber lautet: Nichts ist wichtiger als die Lesbarkeit.
Zahlen und Ziffern

Eine der klassischen Regeln im Satz lautet: „Zahlen bis zwölf werden in Buchstaben ausgeschrieben, danach werden Ziffern verwendet“. Steht eine Zahl jedoch vor einer Abkürzung, so wird sie in Ziffern geschrieben. Wird die Einheit dagegen ausgeschrieben („Kilogramm“ versus „kg“), so sollte auch die Zahl in Buchstaben ausgeschrieben werden. Umfasst eine Zahl mehr als vier Ziffern, so wird nach drei Stellen, von hinten gerechnet, ein Achtelgeviert platziert. In technischen Dokumentationen oder Tabellen kann stattdessen auch ein Punkt verwendet werden. Wichtig: Im Englischen wird ein Komma verwendet, wo bei uns ein Punkt gesetzt wird und umgekehrt!
Datum und Zeit, Formeln, Telefonnummern und Adressen

Nur in Tabellen wird bei einstelligen Tagesangaben eine Null vor das Datum gesetzt (01.02.2009). Zeitangaben werden dagegen zweistellig gesetzt, wenn sie mit einem Doppelpunkt voneinander getrennt werden (07:30 Uhr). Bei Formeln gilt: Die einzelnen Zeichen werden durch ein Achtelgeviert voneinander getrennt. Für das „Mal“-Zeichen gibt es ein eigenes Symbol – es sollte daher nicht durch ein kleines „x“ dargestellt werden. Telefonnummern folgen einer internationalen Norm. Demzufolge werden sie ohne Raum gesetzt. Für die Ländervorwahl wird in Deutschland „+49“ verwendet; die anschließende Null der Vorwahl wird in Klammern gesetzt. Auch Postleitzahlen werden ohne Leerraum gesetzt. Lediglich Postfachnummer können in Zweiergruppen aufgeteilt werden. Bankleitzahlen und Kontonummern werden dagegen in Dreiergruppen aufgeteilt. Bei Kontonummern erfolgt die Gruppierung von hinten, bei Bankleitzahlen von vorne.
Brüche, Teile und Prozente
Manche Schriftarten stellen echte Bruchzahlen zur Verfügung – damit werden jedoch nicht alle möglichen Brüche abgedeckt. Müssen Bruchzahlen selbst eingegeben werden, sollte die erste Zahl als Exponent gesetzt werden. Als nächstes folgt der Bruchstrich. Im Anschluss wird die zweite Zahl als verkleinerte Zahl gesetzt. Sie darf jedoch nicht unter die Schriftlinie fallen. Der Bruchstrich kann angepasst werden. Falsch ist es jedoch, höher und tiefer gestellte Ziffern zu verwenden. Bei Prozentangaben wird zwischen der Zahl und dem Prozent-Zeichen ein Achtelgeviert gesetzt. Schließt sich ein gebeugtes Wort an, wird es ohne Abstand angefügt („mit 48%igem Alkohol“). Grundsätzlich werden die Buchstaben ausgeschrieben ergänzt, die im Zahlwort nicht vorkommen. So schreibt man zum Beispiel „die 80er Jahre“ aber nicht „die 80ziger Jahre“.
Apostrophe und Gradzeichen

Apostrophe ersetzen Buchstaben oder werden bei Wörtern, die auf „s“ oder „x“ enden statt des Genitiv-S eingesetzt. Beispiele sind die Redensart „Wie geht’s“ oder „Max’ Kneipe“. Fälschlicherweise wird der Apostroph auch bei Genitivbildungen eingesetzt. Wortbildungen wie „Gisela’s Boutique“ sind jedoch im Deutschen nicht korrekt! Der Apostroph wird in zusammengezogenen Wörtern ohne Leerraum gesetzt. Auch das Gradzeichen wird direkt hinter die Ziffer platziert. Ausnahme: Folgt nach der Ziffer noch eine Einheit, dann rückt das Gradzeichen direkt an diese Einheit. Wird die Einheit ausgeschrieben, wird auch „Grad“ ausgeschrieben: „65° West“, aber „150 °C“ und „150 Grad Celsius“.
Striche und Klammern
„Divis“ heißt der kurze Trennstrich, der auch als Ergänzungsstrich verwendet wird. Der Gedankenstrich, auch als Halbgeviertstrich bezeichnet, ist länger. Er steht zwischen zwei Leerzeichen im Text und kennzeichnet Einschübe oder Gedanken im Text. Dieser Halbgeviertstrich wird auch als Minuszeichen verwendet. Dann steht er ohne Abstand vor der Zahl. Wird das Minuszeichen in einer mathematischen Gleichung verwendet, steht davor und danach ein Halbgeviert. Wird der Gedankenstrich als Synonym für „bis“ eingesetzt, wird aber kein Leerzeichen verwendet. Das gilt auch für den Schrägstrich, wenn er als Bruchstrich verwendet wird, beispielsweise bei „km/h“. Im Fließtext steht der Schrägstrich dagegen mit einem kleinen Abstand. Um Einschübe zu kennzeichnen, wird im Fließtext die runde Klammer eingesetzt. Soll innerhalb dieser Klammer noch ein Begriff geklammert werden, kann dafür die eckige Klammer genutzt werden. Um mehrere Zeilen zu verbinden, setzt man die geschweifte Klammer ein.
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