Zahlen und Fakten präsentieren


Infografiken können trockene Kost spannend und auf einen Blick vermitteln


20. Mai 2010


Statistiken, Geschäftszahlen, prozentuale Verhältnisse: Schon alleine diese Schlagwörter können beim Hören das Gefühl gähnender Langeweile und endloser Zahlenkolonnen vermitteln. Deshalb sind die Grafiker gefragt: Ihre Aufgabe ist es, aus dem schnöden Datensalat ein ansprechendes Infodesign zu zaubern. Mit den richtigen Zutaten ist das nicht schwer.

Wie ein Profi arbeiten
Wie ein Profi arbeiten
Quelle: Thorben Wengert
(Pixelio)
Aus Microsoft Excel-Daten ein Standard-Diagramm erzeugen, Microsoft Powerpoint für eine schnelle Grafik heranziehen – das kann mittlerweile (fast) jeder. Echte Infografiken mit Mehrwert entstehen so jedoch nicht. Im Gegenteil: Diese Schnellschüsse wirken auf den Betrachter meist unprofessionell und mit der heißen Nadel gestrickt. Etwas mehr Zeit und Herzblut sollte man schon in das Erstellen von Infografiken stecken. Und dazu Profi-Programme verwenden, zum Beispiel Adobe Illustrator. Empfehlenswert ist es, mit Vektoren zu arbeiten, um die Infografiken verlustfrei skalieren zu können.

Am Inhalt orientieren
Längst satt gesehen hat man sich an Torten-, Balkendiagrammen und Co. Sie repräsentieren die zugrunde liegenden Fakten, mehr jedoch nicht. Kreative Köpfe orientieren sich beim Entwerfen einer Infografik daher immer auch am Inhalt und nie an den Zahlen allein. Eine Infografik soll zeigen, wohin die Deutschen in den Urlaub fahren? Dann möchte man auch stilisierte Feriengäste auf einer Karte sehen, den größten für das beliebteste Urlaubsland. Die Illustration demonstriert, wie sich das Klima in den vergangenen Jahrzehnten erwärmt hat? Dann darf gerne die Farbe rot dominieren.

Mut zur Lücke
Nicht alle Informationen aus einer langen Reihe von Zahlen sind interessant, respektive tauglich für eine Infografik. Wer alle Fakten unterbringen will, verzettelt sich schnell. Daher sollte man sich auf die wichtigsten Daten konzentrieren, um eine klare Kernbotschaft zu formulieren. Auch eine Infografik sollte sich dem Betrachter rasch erschließen – wer erst rätseln muss, was welches Element zu bedeuten hat, verliert schnell das Interesse. Also: Wer die beliebtesten Reiseländer der Deutschen visualisieren möchte, braucht Platz 110 sicher nicht mehr zu berücksichtigen. Sollten technische Zusammenhänge dargestellt werden, bricht man die Schritte ebenfalls auf das Wesentliche herunter.

Bei der Wahrheit bleiben!
Bei der Wahrheit bleiben!
Quelle: Beate Klinger
(Pixelio)
Eine Zahl passt nicht ins Bild, die richtigen Mengenverhältnisse lassen sich schlecht darstellen? Bitte nicht tricksen! Eine Infografik muss immer verlässlich sein. Sollte der kleinste Wert beispielsweise so winzig sein, dass er sich eigentlich nicht umsetzen lässt, kann man eine Lupe einbauen, um diesen Effekt klar zu machen. Unerlässlich ist auch die Angabe der Quelle – die selbstverständlich seriös sein muss – und die zumindest in kleiner Schrift irgendwo auftauchen sollte. Denn wer kennt ihn nicht, den Spruch: „Traue nie einer Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast“…