Wie der Name vermuten lässt, verbirgt sich hinter „Camera Raw“ das Rohdaten-Format einer Digitalkamera. So abgespeicherte Daten haben zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile.
13. März 2008
Entscheidend ist beim Rohdatenformat, auch „Camera Raw“ genannt, dass die Bilddaten nahezu ohne Bearbeitung auf das Speichermedium der Digitalkamera geschrieben werden. Dadurch ergeben sich viele Freiheiten bei der späteren Bildbearbeitung. Der hohe Informationsgehalt des Formats bringt jedoch auch Nachteile mit sich.
Camera Raw ist nicht gleich Camera Raw
Das Rohdatenformat einer Digitalkamera ist kein „standardisiertes“ Datenformat. Das bedeutet, jeder Hersteller kocht in der Regel sein eigenes Süppchen, was diese „digitalen Negative“ betrifft. Daher sind mehrere so abgespeicherte RAW-Daten meist auch nicht miteinander kompatibel. Sie können nur mit der Kamerasoftware des Herstellers oder einem Programm eines Drittanbieters verarbeitet werden. Dies geschieht dann mit Hilfe von RAW-Konvertern. Allen Rohdaten ist gemein, dass die Bilder so übernommen werden, wie der Sensor der Kamera sie aufnimmt. Das heißt, es werden keine wesentlichen automatischen Korrekturen vorgenommen.
Vorteile

Im Gegensatz zum JPEG-Fromat, das pro Farbkanal nur 256 Helligkeitswerte erlaubt, können Rohdatenformate meist bis zu 16 Bit interpretieren. Der wesentliche Vorteil liegt jedoch darin, dass RAW-Daten auch nach der Aufnahme noch viele Gestaltungsmöglichkeiten hinsichtlich Weißabgleich, Farbsättigung, Schärfe oder Kontrast bieten. Lediglich die Blende, die Belichtungszeit und der ISO-Wert können nicht mehr verändert werden. Im JPEG-Format liegen alle der genannten Werte bereits zum Zeitpunkt der Aufnahme fest. Sie können zwar im Nachhinein auch noch geändert werden, dies birgt jedoch die Gefahr, dass die Bildqualität schlechter wird.
Nachteile
JPEG-Bilder werden in komprimierter Form abgespeichert; Rohdaten nicht. Das heißt, Daten im Format Camera Raw benötigen deutlich mehr Speicherplatz. Auch der Speichervorgang an sich dauert länger. Ähnliches gilt für die Verarbeitung der Bilder auf dem Rechner: Es dauert länger, Rohdaten zu konvertieren beziehungsweise zu laden. Oft wird durch diesen Vorgang auch viel Arbeitsspeicher beansprucht. Damit die Kamera Fotos im RAW-Format speichert, muss meist vor dem Fotografieren eigens dieses Format ausgewählt werden.
RAW-Daten in Photoshop

Das Bildbearbeitungsprogramm Adobe Photoshop enthält einen Konverter für die RAW-Daten. Voraussetzung ist, dass das jeweilige Kameramodell von der Software unterstützt wird. Außerdem muss meist der Kameratreiber auf dem Rechner installiert sein. Dann kann das Camera-Raw-Werkzeug genutzt werden. Es bietet unter anderem die Möglichkeit, den Weißabgleich, die Tonwerte, Helligkeit und Kontrast sowie die Sättigung zu regeln. Im Vergleich zur Version CS2 finden sich in CS3 neue Korrekturwerkzeuge. Erstmals lassen sich mit dem Werkzeug auch TIFF- und JPEG-Dateien verarbeiten.
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