Wanted: dead or alive!


Bei Kolumnentiteln wird zwischen "lebenden" und "toten" unterschieden. Wir erklären die Unterschiede und die Funktion der Kolumnentitel in einem Buch.


15. Dezember 2011


Ein Merkmal von Büchern ist, dass sie oft Kolumnentitel auf jeder einzelnen Seite tragen. Doch Kolumnentitel ist nicht gleich Kolumnentitel: Typografen und Gestalter unterscheiden zwischen der "lebenden" und der "toten" Variante. Was hat es damit im Layout auf sich, und wie werden Kolumnentitel richtig gesetzt?

Was sind Kolumnentitel?
Als Kolumnentitel bezeichnet man die Überschriften, die auf den einzelnen Seiten von Büchern, Zeitschriften, Magazinen oder Broschüren zu finden sind. Deshalb finden sie sich in der Regel am Kopf der Seite, die auch "Kolumne" genannt wird. So ist ihr Name zu erklären.

Tote Kolumnentitel
Ein toter Kolumnentitel besteht nur aus der Seitenzahl, die sich entweder in der Kopf- oder der Fußzeile befindet. Man bezeichnet sie auch als Kolumnenziffer oder Pagina. Tote Kolumnentitel sind kein Bestandteil des Satzspiegels. Sie werden häufig in der Belletristik und bei vielen weiteren Werken eingesetzt. Den Vorgang, ein Buch oder eine Zeitschrift mit Seitenzahlen zu versehen, nennt man dementsprechend "paginieren".

Lebende Kolumnentitel
Die lebenden Kolumnentitel umfassen wie ihre "toten" Gegenstücke ebenfalls die Seitenzahlen. Hinzu kommen jedoch noch weitere Angaben. Sie können beispielsweise den Inhalt, den Namen des Kapitels oder den Titel des Buches beinhalten. Oft variiert der Aufbau von der linken zur rechten Seite und von Seite zu Seite. Eine Seite kann zum Beispiel das Kapitel noch einmal nennen, die andere Seite den Inhalt zusammenfassen. Verbreitet sind lebende Kolumnentitel bei Magazinen. Hier stehen sie allerdings meist in der Fußzeile. Wichtig sind sie zudem bei Lexika und Nachschlagewerken aller Art.

Gestaltung der Kolumnentitel
Lebende Kolumnentitel gehören im Gegensatz zu den toten Kolumnentiteln zum Satzspiegel. Je nach Format des Buchs oder Magazins werden sie ein- oder auch zweizeilig gesetzt. Dienen sie der Gliederung, zum Beispiel in wissenschaftlichen Werken, werden sie oft mit römischen Zahlen versehen.