Wann kommt ein Vertrag zustande


Selbstständige sind häufig unsicher, wann rechtlich gesehen ein Vertrag mit einem Auftraggeber zustande kommt. Bedarf es dazu der Schriftform oder reichen Telefonat und E-Mail?


12. Februar 2009


Im Rahmen eines Vertrags wird ein Kreativer beauftragt, eine bestimmte Leistung für seinen Kunden zu erbringen. Nicht immer ist dazu die Schriftform erforderlich, auch wenn sie die spätere Kommunikation deutlich erleichtert. Was müssen Selbstständige beachten, wann kommt ein Vertrag mit ihren Auftraggebern zustande?

Voraussetzungen
VertragDamit ein Vertrag zustande kommt, müssen einige Voraussetzungen erfüllt sein. Zum einen müssen sich beide Vertragspartner darüber einig sein, was Gegenstand des Vertrags ist – das heißt, welche Leistungen der Selbstständige erbringen soll. Gleichzeitig bedeutet das, dass beide Vertragsparteien eindeutig feststehen müssen. Des Weiteren müssen beide Partner sich einig sein, dass sie sich an die erwähnte Leistung binden wollen. Der Kreative zeigt dadurch den Willen, die Leistungen zu erbringen, der Auftraggeber, das Honorar zu zahlen.

Vertragsschluss bei Einigung
EinigungSobald sich die beiden Vertragspartner über die genannten Punkte einig sind, kommt rechtlich gesehen auch ein Vertrag zustande. Entscheidend ist der „Geschäftsbindungswille“. Dieser wird unter anderem dadurch geäußert, dass der Kunde ein Angebot des Kreativen annimmt. Das Honorar ist nicht zwingend Teil des Vertrags. Es kann auch sein, dass juristisch ein Vertrag zustande kommt, noch bevor die Bezahlung geregelt wird.

Angebote
Auf ein Angebot muss der Kunde nur noch mit „ja“ antworten – egal ob mündlich oder schriftlich. Dann kommt ein Vertrag zustande. Der Selbstständige muss das Angebot jedoch nicht zeitlich unbegrenzt aufrechterhalten. Nimmt der Kunde es jedoch in der abgegebenen Form an, wird es Teil des Vertrags. Damit hat sich der Auftragnehmer auch an alle Punkte zu halten. Dagegen kann er sich absichern durch Sätze wie „Unverbindliches Angebot“ oder „Angebot freibleibend“. Möglich ist auch, eine Frist zu verankern, beispielsweise: „Gültigkeit des Angebots: 14 Tage“. Hat der Kreative die Zahlung eines Vorschusses im Angebot vorgesehen und bezahlt der Kunde diesen, so ist ebenfalls ein Vertrag zustande gekommen.

Internet-Verträge
Über Online-Shops oder Internet-Seiten lassen sich ebenfalls Verträge abschließen. Im Internet genannte Preise sind jedoch stets unverbindlich. Erhält der Auftraggeber eine E-Mail zur Bestätigung seiner Bestellung, so ist ein Vertrag auf dieser Basis zustande gekommen. Wird Software herunter geladen, beginnt der Vertragsschluss mit dem Download-Vorgang.

Ist die Schriftform zwingend?
Vertrag in SchriftformBeim Vertragsabschluss bedarf es nicht zwingend der Schriftform – dennoch erleichtert sie später vieles. Wird ein Vertrag mündlich geschlossen und besteht später Uneinigkeit über einzelne Punkte, so greifen gesetzliche Vorschriften. Sie sind jedoch sehr vage. Über das Honorar wird beispielsweise nur ausgesagt, dass es „angemessen“ sein muss. Bestand die Uneinigkeit über die Bezahlung vor dem Vertragsschluss, so kommt auch erst gar kein Vertrag zustande. Fazit: Ohne Vertrag liegen viele Vereinbarungen in der Schwebe. Daher ist es immer besser, ein entsprechendes Schriftstück aufzusetzen und vom Vertragspartner bestätigen zu lassen.