Waren ins rechte Licht rücken: Das ist die Aufgabe der Werbe- und der Produktfotografie. Hier müssen sowohl die technische Ausführung als auch die Motivgestaltung stimmen.
05. Februar 2009
In Katalogen, Broschüren, auf Internetseiten oder in Anzeigen werden Waren präsentiert. Ob es sich dabei um große Produkte wie Autos oder kleine Details wie Büroklammern handelt: Die Waren müssen ansprechend fotografiert werden. Hier gehen die technische Ausführung und die Gestaltung eine Symbiose ein.
Richtig vorbereiten

Quelle: Thorsten
Freyer (Pixelio)
Um ein Motiv ansprechend abzulichten, bedarf es einer genauen Vorbereitung. Dabei sollten Sie zunächst berücksichtigen, für welches Medium das Produkt abgelichtet werden soll. Bei Motiven im Internet muss die Auflösung in der Regel nicht so hoch sein – es sei denn, eine Zoom-Funktion soll in das Bild integriert werden. Gedruckte Bilder benötigen dagegen mindestens 300 dpi Auflösung. Stellen Sie die passenden Hilfsmittel bereit: Softboxen und Reflektoren sorgen für eine gute Ausleuchtung, Tische und andere Halterungen für die richtige Position von kleineren Waren. Außerdem sollten Sie beim Fotografieren auf die Art des Produkts eingehen: Ein Mobiltelefon sollte alle Details im Bild zeigen, bei Kleidungsstücken kommt es dagegen darauf an, vor allem die Farbe möglichst realitätsnah erscheinen zu lassen. Denken Sie daran: Das Bild soll beschreiben, was Worte nicht ausdrücken können.
Gestaltung

Quelle: tommyS (Pixelio)
Das reine Produkt, das fotografiert werden soll, ist in den meisten Fällen langweilig. Ventile, Kugelschreiber, ein Hemd oder Werkzeuge ziehen nicht per se die Blicke auf sich. Hier muss der Fotograf Leben ins Spiel bringen: Überlegen Sie sich eine spannungsvolle Lichtführung – eventuell auch mit gewolltem Schattenwurf –, eine ausgefallene Perspektive oder nutzen Sie Dekorationsmaterial. Achten Sie aber darauf, dass die wesentlichen Größen und Formen des Produkts auch im Bild ersichtlich sind. Ist zum Beispiel eine Seite eines Handys gar nicht zu erkennen, könnte der spätere Betrachter denken, dass es hier etwas zu verbergen gibt.
Mehrere Motive
Wenn Sie ein Produkt in mehreren Bildern darstellen wollen, so sollte die Gestaltung einheitlich sein. Bei Motiven aus mehreren Perspektiven muss der Betrachter stets die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Fotos erschließen können: Was ist die Vorderseite, was die Rückseite? Zeigt ein Foto einen Querschnitt, das andere die direkte Daraufsicht? Ist ein Bild die Detailaufnahme aus einem anderen Motiv? Im schlimmsten Fall erkennt der Betrachter sonst gar nicht, dass es sich um ein und dasselbe Produkt handelt. Gleiches gilt, wenn mehrere Funktionen dargestellt werden sollen, zum Beispiel ein Mobiltelefon in aufgeklapptem und geschlossenem Zustand.
Technische Anforderungen

Quelle: Tina (Pixelio)
Bei Aufnahmen von Details sollten Sie ein Makroobjektiv beziehungsweise eine Makrofunktion nutzen. Die Auflösung der Digitalkamera sollte hoch sein, damit auch nachher in der Bildbearbeitung Details noch herausgearbeitet werden können. Fotografieren Sie im Raw-Format, so stehen Ihnen nachher am Rechner sämtliche Bearbeitungsmöglichkeiten zur Verfügung. Es handelt sich bei diesem Format quasi um ein „digitales Negativ". Die Auslösung sollte am besten per Fernbedienung geschehen, da somit Verwackler noch besser vermieden werden.
Hintergründe
Bei Motiven, die Sie vor einem Hintergrund fotografieren, sollte dennoch das Produkt im Mittelpunkt stehen. Achten Sie darauf, dass der Hintergrund, eine Unterlage oder Vorlage nicht zu auffallend erscheinen. Auch zu viel Beiwerk schadet der Aufnahme. Außerdem ist es wichtig, dass sich die Farben des Hintergrunds nicht mit den Farben der Ware „beißen" – zum Beispiel bei Bildern von Schmuckstücken. Eine andere Möglichkeit ist es, dem Foto erst in der Bildbearbeitungssoftware eine Hintergrundfarbe zu verleihen. Das kann jedoch auch künstlich erscheinen – oft wirken Beleuchtungsverläufe natürlicher.
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