Ob Rausatz, Flattersatz oder Blocksatz: Text lässt sich in mehreren Möglichkeiten ausrichten. Je nach Variante müssen dabei im Layout verschiedene Regeln beachtet werden.
29. April 2008
Sechs Arten, einen Text auszurichten werden im Layout unterschieden: links- und rechtsbündiger sowie zentrierter Text, Blocksatz, freier Satz und Formsatz. Hinzu kommen noch verschiedene Spielarten wie Flattersatz oder Rausatz. Je nach gewählter Variante sollten bei der Gestaltung einige Regeln beachtet werden.
Flattersatz und Rausatz

Wird Text links- oder rechtsbündig ausgerichtet, so flattert er zur anderen Seite hin, d.h., die Zeilen haben keine einheitliche Länge „Rausatz“ heißt diese Textgestaltung, wenn die Zeilenenden gar nicht bearbeitet wurden, und unschöne Lücken oder Treppen noch enthalten sind. Die „gemäßigte“ Variante ist der Flattersatz. Auch hier haben die Zeilenenden keine einheitliche Länge, der Zeilenfall wurde jedoch kontrolliert und gegebenenfalls manuell angepasst. Wer sich für diese Variante entscheidet, sollte jedoch beachten, dass sich die Gestaltung der Zeilenenden in erster Linie am Sinn des Textes orientiert und erst an zweiter Stelle an der Ästhetik. Für die Flatterzone wird oft folgende Regel angewandt: Sie sollte nicht mehr als ein Fünftel der Zeilenlänge betragen. Bei rechtsbündigem Text wird sie meist noch kleiner gehalten. Rechtsbündiger Satz wird allerdings nur selten eingesetzt, da das Auge hierzulande daran gewöhnt ist, von links nach rechts zu lesen. Deshalb orientiert sich der Blick am linken Rand und findet dort eher Halt, wenn der Text linksbündig ist.
Mittelachsensatz
Wird der Text an der mittleren Achse ausgerichtet, so spricht man von Mittelachsensatz oder auch von axialem, symmetrischem oder

umgangssprachlich von zentriertem Satz. Diese Satzart eignet sich vor allem, wenn wenig Text vorliegt, beispielsweise für die Gestaltung von Überschriften, Deckblättern, Einladungen oder Gedichten. Ähnlich wie beim rechtsbündigen Text tut sich das Auge dabei jedoch schwer, den Textanfang zu finden. Deshalb ist es wichtig, dass die Zeilen annähernd gleich lang sind und große Unterschiede vermieden werden. Der Layouter sollte einen Kompromiss zwischen gutem Flatterrythmus und Zeilenumbruch anstreben.
Blocksatz

Im Blocksatz ist im Gegensatz zum Flatter-, Rau- oder Mittelachsensatz jede Zeile durch Anpassung der Wortzwischenräume gleich lang. Blocksatz kommt nur dann in Frage, wenn ein längerer Text vorliegt. Dann wirkt er ruhig und gut lesbar. Daher wird Blocksatz vor allem für das Layout von Büchern, Zeitungen oder Magazinen eingesetzt. Layout-Programme trennen automatisch Wörter, um Lücken zu vermeiden. Wer die Trennungen manuell vornimmt, sollte beachten, dass nicht zu viele Trennungen hintereinander folgen; meist werden drei Trennungen als Höchstgrenze angesehen. Der Wortabstand sollte zwischen minimal 80 und maximal 150 Prozent variieren. Sehr kurze Zeilen mit weniger als 40 Zeichen sollten ebenfalls vermieden werden.
Freier Satz und Formsatz
Wenn Text im Gesamtbild eine Form oder Figur darstellen soll – beispielsweise einen Pfeil – wird Formsatz angewendet. Hier füllt der Text genau die vorgeschriebene Form aus. Freier Satz orientiert sich dagegen weder an einer bestimmten Form noch an einer Achse. Unter „freiem Satz oder freiem Zeilenfall“ versteht man Zeilen, die vorne und hinten flattern und außerdem gegeneinander verschoben sind. Er wird nach optischen Gesichtspunkten, ohne offensichtliche Orientierung an einer Achse, gestaltet, was eines geschulten Auges bedarf und zeitaufwändig ist. Als Regel gilt: Der Zeilenumbruch sollte dem Inhalt folgen und große Löcher sollten vermieden werden. Der freie Zeilenfall ist in erster Linie bei Plakaten oder bei Zitaten im Text zu finden.
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