So trocknet Druckfarbe


Im Offsetdruck spielen viele chemische und physikalische Vorgänge eine Rolle. Druckfarben müssen deshalb besondere Anforderungen erfüllen.


15. November 2007


Die Trocknung von Druckfarben ist eine Gratwanderung: Trocknet die Farbe zu schnell, lagert sie sich in der Druckmaschine ab. Trocknet sie hingegen zu langsam, gibt es Probleme in der Weiterverarbeitung. Je nach Druckverfahren kommen verschiedene Druckfarben und damit auch Trocknungsverfahren zum Einsatz.

Gratwanderung im Offsetdruck
Die Farbannahme und -abstoßung der Druckform im Offsetdruck beruht auf physikalischen und chemischen Gegebenheiten der genutzten Substanzen. Hierzu verwendet man meist dünne Aluminiumplatten, deren fotochemische Beschichtung "belichtet" wird und dadurch annehmende und durch Befeuchtung farbabstoßende Stellen entstehen. Damit auch harte und strukturierte Stoffe bedruckt werden können, befindet sich zwischen Platte und Papier ein Gummituchzylinder, der die Farben indirekt überträgt. Für den Offsetdruck sind hochviskose, das heißt zähflüssige Druckfarben erforderlich. Die Druckfarben dürfen nicht durch das notwendige Feuchtmittel beeinflusst oder gar verändert werden. Alle trocknenden Bestandteile dürfen nicht während der Verteilphase im Farbwerk der Druckmaschine sowie den Übertragungsphasen – von der Druckplatte über das Gummituch auf den Bedruckstoff – bereits antrocknen.

Was bedeutet „Trocknung der Druckfarben“?
Der Ausdruck Trocknen der Druckfarben bezeichnet den Übergang vom pastösen in einen festen Zustand. Die durch Druckfarben von der Druckform (Druckplatte) übertragenen Informationen müssen auf dem Bedruckstoff als ein einwandfrei haftendes Bild verankert werden. Grundsätzlich unterscheidet der Chemiker physikalische und chemische Trocknungsverfahren mit unterschiedlichen Trocknungssystemen.

Wegschlagen
Im Bogenoffset werden meist Druckfarben eingesetzt, die u. a. Mischungen verschiedener Harze mit trocknenden Ölen und Mineralölen enthalten. Um diese optimal zu trocknen, kommen sowohl physikalische als auch chemische Trocknungsvorgänge zur Anwendung. In einer ersten Phase der Trocknung kommt es zum Wegschlagen, dem physikalischen Vorgang. Dabei dringen die dünnflüssigen Mineralöle rasch in die Kapillaren des saugfähigen Papiers ein. Dadurch kommt es bei den ohnehin schon hochviskosen Druckfarben noch mal zu einer Erhöhung der Viskosität. Der gedruckte Farbfilm geliert und „steht“. Zurück bleibt ein wischfester, aber noch nicht nagelharter Druckfarbenfilm. Die Druckmaschinen bei LASERLINE sind mit Warmluft und Infrarottrocknern ausgestattet, wodurch das Wegschlagen der dünnflüssigen Mineralölanteile beschleunigt wird.

Oxidative Trocknung
In einer zweiten Phase, die erheblich länger dauert, erfolgt die oxidative Trocknung durch Aufnahme von Sauerstoff. Nach diesem chemischen Vorgang bildet sich abschließend ein nagelharter, scheuerfester Druckfarbenfilm. Der Trocknungsvorgang kann – je nach Farbtyp und vor allem Bedruckstoff – mehrere Stunden dauern. Durch spezielle Trockenstoffe ist es möglich, die oxidative Trocknung zu beschleunigen. Kobalt-, Blei- und Mangansalze dienen dabei als Reaktionsbeschleuniger, die die Sauerstoffaufnahme der Bindemittel fördern.
Die von LASERLINE festgelegten Produktionszeiträume sind so gewählt, dass eine ausreichende Trocknung gewährleistet ist. Diese kann in Einzelfällen jedoch etwas variieren, da sie vom Farbauftrag und ihrer Bedruckstoffwahl abhängig ist. Unsere kompetenten Kundenbetreuer werden Sie jedoch in diesbezüglichen Fragen beraten und auf mögliche Trocknungsprobleme hinweisen. Am besten geschützt und in kürzester Zeit vollkommen trocken werden Druckprodukte mit einem hohen Farbauftrag auf gestrichenem Bilderdruckpapier jedoch nur durch Dispersionslack – erhältlich in matt und glänzend.

Polymerisation
Die Polymerisation, die bei UV-Offsetfarben und UV-Lacken zum Einsatz kommt, gehört zu den chemischen Trocknungsverfahren. Streng genommen spricht man hier nicht von trocknen, sondern von aushärten. UV-Druckfarbe ist anders aufgebaut als herkömmliche Offsetdruckfarben: Sie enthält unter anderem so genannte Fotoinitiatoren. Wird die Farbe nun mit einem UV-Strahler bestrahlt, stoßen diese Fotoinitiatoren eine chemische Reaktion an. In Folge dessen vernetzen die Pigmente der Druckfarbe miteinander und bilden einen absolut ausgehärteten und trockenen Farbfilm, der sehr belastbar ist. Bei LASERLINE-Produkten kommt dieses Verfahren zur Anwendung, wenn Sie eine partielle oder vollflächige UV-Lackierung wünschen.

Die richtigen Druckfarben für Qualität
Druckereien können von den Druckfarbenherstellern fast jeden Farbtyp für verschiedenste Aufgaben und Anwendungsbereiche beziehen. Die Qualität unserer Produkte wird kontinuierlich in partnerschaftlicher Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten und Herstellern der eingesetzten Materialien verbessert. Die Druckfarbenindustrie hat einen entscheidenden Anteil an der Qualitätssteigerung bei verschiedensten Druckprodukten in allen Druckverfahren. LASERLINE vertraut seit fast fünf Jahren auf den Druckfarbenhersteller FlintGroup Germany (früher K+E Druckfarben). In ausgiebigen Tests wurde gemeinsam eine Farbserie gefunden, die die hohen Ansprüche an LASERLINE Offsetprodukte erfüllt.




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