Viele Drucksachen bestehen aus mehreren Schriften. Doch wie erkennt man, welche Schriftarten miteinander harmonieren - ohne zu ähnliche Schriften zu verwenden?
24. Januar 2008
Ein ansprechendes Layout entsteht oft aus mehr als einer Schriftart. Verschiedene Schriften können beispielsweise auf unterschiedliche Themenkomplexe oder Kompositionselemente verweisen. Dabei kommt es darauf an, solche Schriften auszuwählen, die miteinander harmonieren, deren Fonts sich jedoch trotzdem auch von einander abheben.
Gemeinsame oder gegensätzliche Botschaft? Sollen Schriften miteinander kombiniert werden, ist zunächst wichtig festzustellen, ob die Schriften eine ähnliche oder eine gegensätzliche Botschaft vermitteln sollen. Ist ein einheitliches Textbild gewünscht? Oder soll eine klassische Schrift bewusst mit einer modernen kollidieren, um Gegensätze aufzuzeigen? Bei diesen Überlegungen ist das Ziel, die Aussagen der unterschiedlichen Textpassagen maximal mit den Schriften zu unterstützen.
Ähnliche Schriften vermeiden Ähnlich breite oder große Schriften sollten nicht miteinander kombiniert werden. Das wirkt unentschlossen. Außerdem besteht die Gefahr, dass der Leser den bewussten Einsatz unterschiedlicher Schriften gar nicht bemerkt, sondern an einen unentdeckten Fehler glaubt. Wirkungsvoller ist es, Schriften miteinander zu kombinieren, die sich klar voneinander unterscheiden.
Kein Durcheinander
Mehr als zwei oder drei Schriften sollten in einem Layout nicht miteinander kombiniert werden. Es ist sinnvoller, eher wenige als zu viele unterschiedliche Schriften zu verwenden. Sonst entsteht schnell der Eindruck eines unmotivierten, ungestalteten Durcheinanders.
Logos mit einbeziehen
Wird in einem Layout ein Logo verwendet, kann diese Logoschrift miteinbezogen werden. Passt sie zur Grundschrift? Schafft sie einen angenehmen Gegensatz oder passt sie überhaupt nicht zum restlichen Layout? Wenn die Logoschrift überhaupt nicht zu den anderen Schriftarten passt, sollte um das Logo herum genug Freiraum gelassen werden, so dass die Fonts nicht optisch miteinander kollidieren.
Weitere Elemente gezielt einsetzen
Unterschiedliche Farben können den gemeinsamen oder unterschiedlichen Charakter von verschiedenen Fonts noch verstärken. Farbe kann aber auch Harmonien zwischen Schriftarten schaffen. Auch die Laufweite lässt sich je nach Wunsch zur Harmonisierung oder zum Betonen der Unterschiede von Textpassagen einsetzen: Ein Wort kann in einer breiten, das andere in einer schmalen Laufweite gestaltet werden, um Unterschiede herauszuarbeiten.
Testen und Anregungen holen Es gibt keine eindeutigen Regeln, welche Schriften generell zueinander passen und welche nicht. Dank der Layoutprogramme ist es jedoch ein Leichtes, einfach auszuprobieren, welche Schriften gut zueinander passen. Dabei kommt es auf den "Typografischen Instinkt" an. Tipps, Anregungen und Ideen für das unkonventionelle Kombinieren von Schriften finden sich zudem in guten Typografie-Büchern.
Beispiele für mögliche Kombinationen
In literarishen Texten wirkt es angenehm, wenn der Fließtext in einer Serifenschrift und die Überschriften in einem serifenlosen Font gesetzt werden. Prinzipiell haben sich beispielsweise folgende Schriftkombinationen als harmonisch erwiesen: Garamond und Frutiger, Times und Helvetica, Rockwell und Frutiger Roman, Palatino und Avantgarde, Garamond und Alte Schwabacher, Bodoni und Coronet.
Der Zeichensatz einer Schrift umfasst neben den Buchstaben und Ziffern noch weitere Elemente. Zu ihnen zählen Zeichen für Währungen, Satz- sowie Klammerzeichen und viele mehr.
Open Type-Schriften können unter Mac und Windows verwendet werden. Sie bieten erweiterte Zeichen, zum Beispiel Ligaturen. Diese Funktionen lassen sich in QuarkXPress 8 nutzen.
Wie selbstverständlich werden in der Typografie fest verwurzelte Fachbegriffe verwendet. Ein Blick hinter die Kulissen: Was bedeuten Wörter wie „Dickte“, „Punze“ und Co.?
Extensis hat eine neue Software entwickelt: Universal Type Server ermöglicht das plattformübergreifende Verwalten von Schriften und den dazu gehörenden Metadaten.
Adobe InDesign CS3 bietet komfortable Werkzeuge für den typografischen Ausgleich von Kerning und Laufweite. Dabei stellt die Layoutsoftware mehrere Varianten zur Auswahl.
Schreiben ist auch Handwerk: Wer öfter Texte verfasst, sollte sich an die wichtigsten Stilregeln halten. Dadurch werden die Schriftstücke lesbar, verständlich und lebendig.
Was sich nach Pyramiden und Pharaonen anhört, ist eine Schriftart, die aus der Antiqua abgeleitet wurde. Im Englischen sind Egyptienne Schriften auch als „Slab Serif“ bekannt.
Soll die Schrift eine bestimmte Form einnehmen, ist Formsatz gefragt. Ob Kugel, Trapez oder freie Gestaltung: Mit Adobe InDesign CS3 lässt sich Formsatz schnell erstellen.
Initiale und Kapitälchen dienen als Blickfänger im Layout. Alles Wissenswerte rund um die Platzierung, die Gestaltung und die Anwendung der "großen" Zeichen.
Im Layout werden Ziffern, Satz- und Sonderzeichen als „Mikrotypografie“ bezeichnet. Obwohl sie den kleinsten Teil ausmachen, sollte ihnen besondere Bedeutung geschenkt werden.