Schön- und Widerdruck


Wird im Offsetdruck auf beide Seiten des Papiers gedruckt, so nennt man das Schön- und Widerdruck. Wichtig ist, dass beide Seiten passgenau übereinander liegen.


26. November 2009


Das beidseitige Bedrucken von Papier im Offsetdruck wird Schön- und Widerdruck genannt. Bei diesem Produktionsschritt ist Genauigkeit gefragt, schließlich sollen die Vorder- und die Rückseite der Papierbögen deckungsgleich bedruckt werden.

Woher kommt der Begriff?
„Schöndruck“ bezeichnet den ersten Druckdurchgang, „Widerdruck“ den zweiten. Der Begriff nimmt Bezug auf die Druckqualität: Früher wiesen die Papiere zwei unterschiedliche Seiten auf. Die „schöne“ Seite war diejenige, die nicht auf dem Papiersieb auflag. Sie wurde auch Filzseite genannt. Der Schöndruck erfolgte auf der hochwertigeren Seite, der Widerdruck auf der qualitativ schlechteren. Heute unterscheidet sich die Qualität von Schön- und Widerdruck jedoch nicht mehr, da in der Regel Papiere verwendet werden, die auf beiden Seiten die gleichen Eigenschaften aufweisen.

Deckungsgleich drucken
Hält man einen beidseitig bedruckten Papierbogen gegen das Licht, kann man erkennen, ob er deckungsgleich beziehungsweise registerhaltig bedruckt wurde: Wenn ja, liegen die beiden Druckbilder genau übereinander, die Seitenränder sind also an der gleichen Stelle. Das ist vor allem bei durchscheinendem Papier in niedrigeren Grammaturen entscheidend. Wird nicht mit einer Schön- und Widerdruckmaschine gedruckt, die den Bogen automatisch auf beiden Seiten bedruckt, so kommt dem erneuten und exakten Anlegen der Bögen eine wichtige Bedeutung zu.

Registerhaltigkeit
Moderne Bogenoffsetdruckmaschinen sind mit einer Saugeinrichtung ausgestattet, die die Papierbögen in beide Richtungen glattziehen und so Längendifferenzen ausgleichen. Diese Drehsauger sind nicht nur für die Übergabe der Bogen von Druckwerk zu Druckwerk, sondern auch beim Schön- und Widerdruck wichtig. In der Regel werden die Bögen im reinen Schöndruck innerhalb der Druckmaschine mit der Vorderkante übergeben.

Passer
Im Gegensatz zum Register bezeichnet der Passer den Übereinanderdruck von mehreren Farben im Mehrfachdruck. Um hier keine Passerungenauigkeiten auftreten zu lassen, ist das genaue Anlegen und Hindurchführen der Bögen durch die Druckmaschine entscheidend. Auch dafür leisten die Saugeinrichtungen, die die Papierbögen glattziehen, einen wichtigen Beitrag.

Was muss beachtet werden?
Um im Schön- und Widerdruck zu arbeiten, verwendet die Druckerei meist Druckfarben, die schnell wegschlagen. Eine wichtige Bedingung für dieses Druckverfahren ist, dass die Vorderseite des Bedruckstoffs trocken ist, bevor die Rückseite bedruckt wird. Das schnelle Wegschlagen kann sich auch positiv auf die Weiterverarbeitung auswirken, da die Bögen anschließend schneller für diesen Produktionsschritt bereit sind.