Wie Sie die Lesbarkeit durch die richtige Seiteneinteilung und Platzierung des Satzspiegels verbessern - Satz einer ästhetisch gestalteten Broschüre ...
30. November 2006
Bei der Gestaltung mehrseitiger Broschüren muss man nicht nur auf ein gutes Gesamtbild achten, auch die optimale Lesbarkeit ist wichtig, damit der Betrachter die Broschüre nicht gleich wieder beiseite legt. Besonderes Augenmerk sollte dabei - neben dem typografischen Satz an sich - auf die Platzierung des Satzspiegels gelegt werden. Denn die gegenüberliegenden Seiten sollten nicht nur gleichmäßig angelegt werden, auch die Proportionen eines Blattes müssen harmonisch wirken.
Layout von Broschüren
Bei der Gestaltung eines Druckerzeugnisses müssen immer zwei eigentliche Gegensätze miteinander verbunden werden: Die zu übermittelnde Information und das künstlerische Anliegen. Legen Sie daher Ihr Layout an, müssen Sie neben der ästhetischen Schönheit des Gesamtwerks auch die Lesbarkeit, also die richtige Übermittlung der Information, berücksichtigen. Bei mehrseitigen Drucksachen - wie
Broschüren - betrifft das vor allem die gegenüberliegenden Seiten, die vor allem optisch einander anzupassen sind. Hierzu verwendet man die drei klassischen Verfahren "2:3:4:6", "Neunerteilung" und "Diagonalkonstruktion".
Proportionierung 2:3:4:6
Das Proportionierungsverfahren "2:3:4:6" wird vor allem bei DIN-Größen eines Blattes angewandt, da es ungefähr dessen Seitenverhältnisse widerspiegelt. Die DIN-Seite wird dabei im Verhältnis 2:3:4:6 in Bezug auf die freien Räume von Bund, Kopf, Seite und Fuß einer Seite aufgeteilt. So entsteht eine als ästhetisch empfundene Platzierung des Satzspiegels. Dieses Vorgehen birgt allerdings den Nachteil, dass der Textblock in Richtung des Bundes rutscht, was die Lesbarkeit gerade innerhalb seitenstarker Druckwerke beim Aufschlagen verschlechtert.
Proportionierung Neunerteilung
Eine andere Art, eine Seite einzuteilen ist die klassische Neunerteilung. Sie findet vor allem in Büchern Einsatz, bei denen weniger auf DIN-Normen Rücksicht genommen wird. Hierbei werden Höhe und Breite eines Blattes jeweils in neun Teile aufgeteilt, um dann dem Bund 1/9 des Seitenplatzes und der Seite 2/9 der Breite zugeteilt zu werden. Obere und untere Ränder erhalten ebenso 1/9 für den Kopf und 2/9 für den Fuß. Hierdurch erhält der Satzspiegel die Proportionen des Blattes, egal in welcher Größe dieses konzipiert ist.
Proportionierung Diagonalkonstruktion
Unabhängig vom Papierformat ist hingegen die Diagonalkonstruktion. Hierbei werden die Proportionen eines Blattes durch Einzeichnen der Eckverbindungen ausfindig gemacht (siehe Zeichnung), um dann entweder an einem beliebigen Punkt mit der Bildung eines Quadrats zu beginnen. Oder man erhält durch Zeichnung einer Parallelen (siehe Zeichnung) den Anfangspunkt einer Ecke des Quadrats. Auf diese Weise erstellte Gutenberg seine Bibel - und noch heute verwendet man die Diagonalkonstruktion, denn durch sie entsteht bei jeder Blattgröße eine ästhetische Verbindung von Satzspiegel und Seitengröße.
Wie Sie den Satz Ihrer
Broschüre nach Platzierung des Satzspiegels noch weiter verbessern können und welche Fehler Sie dabei vermeiden sollten, erfahren Sie in den LASERLINE-News in 14 Tagen!
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