Monitore für Kreative


Bildschirme mit Röhren sind von TFT-Monitoren abgelöst worden – auch in der Medienbranche: Was bieten die Hersteller den Kreativen? Welche technischen Trends gibt es derzeit auf dem Markt?


04. Oktober 2007


Der Monitor gehört zu den wichtigsten Arbeitsgeräten von Grafikern und Layoutern: Sie benutzen ihn tagein, tagaus viele Stunden lang. Dementsprechend hochwertig und flexibel sollten die Monitore sein. Flachbildschirme haben die Röhrengeräte dabei weitestgehend abgelöst: Sie sind mittlerweile bezahlbar und technisch auf hohem Niveau. Das ist jedoch nicht alles, was die Geräte heutzutage bieten.

Vorteile gegenüber CRT-Monitoren
Lange Zeit waren im Medienbereich – und nicht nur dort – CRT-Monitore Standard. CRT steht für Cathode Ray Tube, zu deutsch Kathodenstrahlröhre. Diese schweren, unhandlichen Geräte galten den ersten Flachbildschirmen lange als überlegen. Das hat sich inzwischen geändert: Moderne LCD-Monitore (LCD steht für liquid crystal display) haben einige Vorteile gegenüber den Röhrenmonitoren. Sie benötigen weniger Strom, strahlen weniger Magnetfelder und gar keine Röntgenstrahlen ab. Das Bild ist flimmerfrei, verzerrungsfrei und im Vergleich schärfer. Außerdem sind die Flachbildschirme handlicher und haben eine geringere Tiefe. Die Nachteile des geringen Kontrasts und der langen Schaltzeiten haben die Flachmänner mittlerweile wettgemacht. Auch in der Farbwiedergabe haben die Geräte stark aufgeholt.

Pixelfehlerklassen
Jeder Pixel auf dem Monitor stellt eine eigene, kleine Einheit dar. In der Produktion kann es zu so genannten Pixelfehlern kommen: Dann fällt der entsprechende Pixel später aus oder leuchtet ständig und reduziert so die Wiedergabequalität. Deshalb werden die Monitore in Pixelfehlerklassen eingeteilt. Heute gibt es sogar Bildschirme, die pixelfehlerfrei sind. Diese Geräte entsprechen der Pixelfehlerklasse I nach ISO 13406-2, sind in der Regel jedoch teuer. Unterschieden wird auch, ob der komplette Pixel defekt ist oder nur ein Subpixel, der beispielsweise dauernd rot, grün oder blau leuchtet. Die Pixelfehlerklasse II erlaubt zwei Pixel, die ständig leuchten oder ständig dunkel bleiben und fünf defekte Subpixel.

Wachsende Bildschirmdiagonalen
Ein klarer Trend, auch aufgrund des sinkenden Preises, ist die Entwicklung hin zu größeren Bildschirmdiagonalen. Die ersten Flachbildschirme wurden meist als 15- oder 17-Zöller angeboten und waren damit für Arbeitende in der Medienbranche schlicht zu klein. Heute werden die Softwareprogramme und damit die zur Verfügung stehenden Werkzeuge und Paletten immer umfangreicher. Deshalb sind große Bildschirme gerade für Kreativen unverzichtbar: Sie können auf einem 24-Zöller mehrere Fenster und Werkzeuge gleichzeitig geöffnet halten. Es geht sogar noch größer: Apple oder Samsung bieten beispielsweise 30-Zöller an.

Panorama-Formate
Ebenfalls im Kommen sind Panorama-Formate: Der Trend geht weg von 4:3 oder 5:4-Monitoren und hin zum Widescreen-Format. Auch dies schafft Platz auf der Benutzeroberfläche und unterstützt das gleichzeitige Öffnen von mehreren Dokumenten oder Paletten nebeneinander.

Technische Funktionen
Das Zubehör und „Drumherum“ der Flachbildschirme hat sich ebenfalls weiterentwickelt. Viele Geräte lassen sich an der Wand anbringen, bieten integrierte Lautsprecher oder ein besonders ansprechendes Design. In der Medienbranche sind besonders Modelle gefragt, die eine Schutzblende beinhalten oder von Haus aus leicht zu kalibrieren sind. Sie eignen sich für das Farbmanagement und eine farbverbindliche Produktion. Auch die Verstellmöglichkeiten sind wichtig: Die Geräte sollten sich in der Höhe dem Benutzer anpassen lassen und nach Möglichkeit auch drehbar und schwenkbar sein. Ideal sind Monitore, deren Bildfläche sich bei Bedarf auf den Kopf stellen lässt. Außerdem unterstützen immer mehr Geräte mit DVI-Schnittstelle die Technik HDCP. Über das Digital Visual Interface (DVI) werden Bildschirme an den Rechner angeschlossen – das Verschlüsseldungsverfahren HDCP schützt die übertragenen Daten.

Was beim Kauf zu beachten ist
Neben den bereits erwähnten Funktionen sollten Kaufinteressenten auch die technischen Daten eines Flachbildschirms genau studieren. Gute Bildschirme bieten beispielsweise ein hohes Kontrastverhältnis von 1.000:1. Das Kontrastverhältnis gibt den relativen Helligkeitsunterschied zwischen Schwarz und Weiß an. Je höher der zweite Wert, desto mehr Helligkeitsstufen kann der Monitor wiedergeben. Der Betrachtungswinkel sollte möglichst groß sein, damit man auch von der Seite das Bild gut erkennen kann. Üblich ist zum Beispiel ein Betrachtungswinkel von 178 Grad horizontal und vertikal. Auch die Helligkeit ist ein wichtiger Parameter: Sie wird in Candela angegeben. Top-Modelle erreichen einen Wert von 400. Ein Candela entspricht der Leuchtkraft einer Kerze. Außerdem sollte die Reaktionsgeschwindigkeit berücksichtigt werden. Sie wird in Millisekunden genannt und bezeichnet die Zeitspanne, die ein Pixel braucht, um seinen Zustand zu ändern. Je schneller der Pixel das tut, desto rascher baut sich das neue Bild auf. Man unterscheidet zwischen BWT (Black-to-White oder Schwarz-zu-Weiß-Zeit) und GTG (Grey-to-Grey oder Grau-zu-Grau-Zeit).

 



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