Initiale und Kapitälchen


Initiale und Kapitälchen dienen als Blickfänger im Layout. Alles Wissenswerte rund um die Platzierung, die Gestaltung und die Anwendung der "großen" Zeichen.


17. Januar 2008


Initialen und Kapitälchen heben sich von der Grundschrift ab. Sie sollen den Blick des Lesers auf den Text lenken und besondere Passagen oder Abschnittsanfänge betonen. Doch beide Formen folgen auch eigenen Gesetzen. So genügt es beispielsweise nicht, gewöhnliche Versalien als Kapitälchen oder Initiale einzusetzen.

Was sind Kapitälchen?
Initiale Kapitälchen sind Großbuchstaben, die genau so hoch sind wie die Kleinbuchstaben der normalen Schrift - sie sind also kleiner. Im frühen Buchdruck, als noch keine Kursivschriften verwendet wurden, kamen sie bei der Auszeichnung von bestimmten Begriffen zum Einsatz. Heute werden sie meist verwendet, um Wörter, Namen oder die Anfänge von Abschnitten hervorzuheben. Kapitälchen haben die gleiche Strichstärke wie die normalen Großbuchstaben, dadurch wirken die so gesetzten Worte nicht so mächtig wie reine Versalien und fügen sich besser in das Gesamtbild des Textes ein.

Wie werden Kapitälchen eingesetzt?
Initiale Generell sollten Kapitälchen nur in einer Schriftart verwendet werden, die auch echte Kapitälchen - auch als Kursiv- oder Bold-Variante - bereitstellt. Manche Programme skalieren ansonsten die Versalien und erzeugen dadurch unechte Kapitälchen. Diese Kapitälchen sind falsch proportioniert oder zu hell und stimmen in der Strichstärke nicht mit den anderen Zeichen überein. Echte Kapitälchen werden in der Schriftfamilie als "Small Caps" bezeichnet. Großbuchstaben werden jedoch immer als Versalien gesetzt - erst danach folgen die Kapitälchen als "Ersatz" für die Kleinbuchstaben. Es empfiehlt sich darüber hinaus, die Laufweite minimal zu erhöhen und auch die Wortzwischenräume zu erweitern. Diese könnten sonst zu gedrängt wirken.

Was sind Initiale?
Initiale Der Begriff "Initial" leitet sich vom lateinischen Begriff "inititum" ab, was "Anfang", "Beginn" bedeutet. Ein Initial in der Typografie ist ein schmückender Anfangsbuchstabe, der größer als die Grundschrift ist. Er wird meist als erster Buchstabe von Kapiteln oder Abschnitten gesetzt und reicht über zwei bis vier Zeilen des Grundtextes. Früher wurden Initiale reich verziert und bunt geschmückt. Sie ersetzten dadurch in frühmittelalterlichen Handschriften die Überschriften.

Bescheidenes und schmückendes Initial
Man unterscheidet meist zwischen einem "bescheidenen" und einem "schmückenden" Initial. Das bescheidene Initial läuft auf zwei bis drei Zeilen. Im Gegensatz zum schmückenden Initial hängt es nicht. Hängend bedeutet, dass das Initial nicht innerhalb der Zeilenbreite platziert wird, sondern links von der Zeile. Das hängende Initial muss dabei nicht mit der gesamten Breite vor der Textspalte hängen, sondern kann auch nur etwa zur Hälfte herausragen. Dadurch wird die Breite der Zeile verlängert. Schmückende Initialen können größer als zwei bis drei Zeilen und mit Ornamenten oder Bildmotiven verziert sein. Beim schmückenden Initial sollte man sich für eine große Schriftgröße und eine besondere Schrift, zum Beispiel eine Schreibschrift, entscheiden. Das bescheidene Initial wird dagegen in einer unauffälligen Schriftart - das kann auch die Schriftart des Grundtextes sein - gesetzt.

Weitere Tipps für Initialen
Initiale Elegant wirkt es darüber hinaus, wenn sich die Zeilen des Absatzes an die Initiale "anlehnen". Das heißt, der Text sollte dem Umriss der Initiale folgen. Ein größerer Durchschuss vor einem Absatz mit Initial gibt dem Schmuckbuchstaben zudem genug Raum zum Wirken. Gleiches gilt für großzügige Kopfstege, wenn das Initial am Seitenanfang steht. Initialen sollten generell sparsam eingesetzt werden, damit sie ihre Wirkung nicht verlieren und die Seiten nicht überladen wirken.




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